Statistik und Zahlen der Orden 2016

2016 02 24 PK QuoVadisJR8A8344 Kati Bruder 120Bei einer Pressekonferenz am 24. Feber 2016 im Begegnungszentrum Quo Vadis hat die Vereinigung der Frauenorden und die Superiorenkonferenz der Männerorden erstmals gemeinsam die mit Stichtag 1.1.2016 erhobenen Zahlen und Statistiken veröffentlicht.

Die Zahlen der Männerorden stellte P. Franz Helm, Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreichs, vor. Waren die Daten bei den Männerorden in den letzten zehn Jahren nur geschätzt worden, wurde mit der Zählung im Dezember 2015 „eine neue gesicherte Zählbasis für das Zahlenwerk eingeführt“, berichtet P. Helm. „Jetzt sind jene Ordensmänner gezählt, die in Österreich tatsächlich gemeldet sind.“

Das Ergebnis: Österreichs 87 männliche Ordensgemeinschaften beheimaten 1696 Ordensmänner. Die Altersverteilung: 16 Prozent (266 Männer) sind bis 40 Jahre alt, 39 Prozent (664 Männer) sind bis 65 Jahre alt, 20 Prozent (342 Männer) sind bis 75 Jahre alt und 25 Prozent (424 Männer) sind über 75 Jahre alt. Von der Gesamtzahl sind 1305 Ordenspriester und 391 Ordensbrüder. 34 Ordensmänner legten 2015 ihre zeitliche, 19 ihre ewige Profess ab.

21 Postulanten und 30 Novizen sorgen vor allen in den Wiener Gemeinschaften für Zuwächse.

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Foto v.l.n.r.: Generalsekretär P. Franz Helm (Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreich), Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer (Vereinigung der Frauenorden Österreichs), Generalsekretärin Sr. Cordis Feuerstein (Vereinigung der Frauenorden Österreichs), Vorsitzender Abtpräses Christian Haidinger (Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs). (c) Ordensgemeinschaften Österreich/Katrin Bruder

Ordensfrauen: 55 Prozent sind über 75 Jahre

Sr. Cordis Feuerstein, Generalsekretärin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, präsentierte die aktuellen Zahlen der Ordensfrauen. In Österreichs 105 weiblichen Ordensgemeinschaften leben 3643 Ordensfrauen. Die Altersverteilung: 4 Prozent (147 Frauen) sind bis 40 Jahre alt, 18 Prozent (657 Frauen) sind bis 65 Jahre alt, 23 Prozent (847 Frauen) sind bis 75 Jahre alt und 55 Prozent (1992 Frauen) sind über 75 Jahre alt.

Die Aufteilung nach Diözesen zeigt, dass auch hier der Großteil, nämlich 1042 Ordensfrauen, in der Erzdiözese Wien zuhause ist. Die zweitgrößte Zahl kann die Diözese Linz (723 Ordensfrauen) für sich verbuchen, gefolgt von der Diözese Innsbruck mit 479 Ordensfrauen, der Diözese Graz-Seckau mit 455 Ordensfrauen und der Erzdiözese Salzburg mit 320 Ordensfrauen. Feldkirch mit 227 Ordensfrauen. In der Diözese Feldkirch sind 227, in der Diözese Klagenfurt sind 199, in der Diözese St. Pölten 123 und in der Diözese Eisenstadt sind 75 Ordensfrauen tätig.

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Die Aufteilung der Ordensfrauen nach Tätigkeitsschwerpunkten der Ordensgemeinschaften zeigt, dass 41 Prozent in Krankenorden tätig sind. 23 Prozent wählten einen Schulorden als Gemeinschaft aus, 16 Prozent leben und arbeiten in einer Gemeinschaft, die im karitativen und sozialen Bereich tätig ist. 11 Prozent der Frauen kommen ihrer Berufung in einem Klausurorden, 9 Prozent in einem Missionsorden nach.

24 Postulatinnen und 25 Novizen sorgen für frischen Wind in den Gemeinschaften; mit insgesamt 11 Frauen liegen hier die Klausurorden an erster Stelle. "Die Frauenorden spiegeln die Altersstruktur wieder, in der sich die gesamte Gesellschaft in Österreich befindet", bringt es Generalsekretärin Sr. Feuerstein auf den Punkt: „Symptomatisch ist auch, dass die Ordensgemeinschaften auch immer internationaler werden. Dem tragen wir auch Rechnung, dass wir auch Ausbildungsstätten ins Ausland verlegen.“

Nicht resignieren, sondern „Andersorte“ schaffen

„Als ich vor 52 Jahren ins Benediktinerstift Kremsmünster eingetreten bin, war ich der 93. Ordensmann“, erzählt Abtprimas Christian Haidinger, Erster Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs. „Damals kamen rund 80 Prozent aus den eigenen Pfarren. Das ist Mitte der 70er-Jahre abgebrochen.“ Die heutige Situation könnte man fast als Zeit der stillgelegten Prophetie sehen, doch soll man deswegen in tiefe Resignation verfallen? „Das lange Lineal der Geschichte zeigt, dass es in allen Bereichen Aufs und Abs gegeben hat, auch bei den Orden“, so Vorsitzender Abtpräses Christian Haidinger.

Mit Papst Franziskus sei ein frischer Wind in die Ordenswelt gekommen. Er hätte von den Ordensleuten gefordert, an die Ränder zu gehen, Propheten zu sein, „Andersorte“ zu schaffen. Und genau das tun Ordensleute, und wenn sie auch wenige sind, so setzen sich doch ihre ganze Kraft dafür ein. „Nur wer sich wandelt, bleibt prophetisch“, so Haidingers Fazit.

Neue Aufgaben und neue Fokusse

„Zahlen haben ihre Berechtigung und auch eine Aussage“, schlägt Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer von der Vereinigung der Frauenorden Österreichs in dieselbe Kerbe. „Aber sie sagen nicht die ganze Wahrheit, denn sie drücken nur schwer das evangelische Wirken aus.“

Die große Zahl der Ordensfrauen über 75 Jahre könne man natürlich nicht ignorieren. Die Ordensfrauen haben über Jahrzehnte der Gesellschaft und Kirche treu und aufopfernd gedient, und deshalb müsse man ihnen mit Respekt begegnen. Das sei auch der Grund, warum man zum bevorstehenden 50-Jahre-Jubiläum der Vereinigung der Frauenorden Österreichs ihre Erfahrungskraft zu einem Buchprojekt zusammengestellt habe, das Ende April präsentiert wird.

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Doch die Frauenorden Österreich seien in Bewegung; das bedeute Veränderung, eine Transformation, die neue Aufgaben und neue Fokusse mit sich brächten. Ein Beispiel dafür sei der von den Ordensgemeinschaften neu geschaffene Bereich Bildung - der von den Frauen- und Männergemeinschaften gemeinsam getragen wird und ein Ergebnis ihrer verstärkten Zusammenarbeit ist.

Ein weiteres Beispiel sei das Projekt „Freiwilliges Ordensjahr“, das Menschen jeden Alters dazu einlädt, ein Jahr lang in einer Ordensgemeinschaft zu leben und mitzuarbeiten. Präsidentin Sr. Mayrhofer: „Dieses freiwillige Ordensjahr ist kein verstecktes Fischen nach Nachwuchs“. Dieser kommt erfreulicherweise jedes Jahr kontinuierlich; die Internationalität der Gemeinschaften wird durch die vielen Herkunftsländer der Novizinnen verstärkt. Präsidentin Sr. Mayrhofer: „Veränderung bringt Wandlung.“

 

Statistikblatt der Männerorden

Statistikblatt der Frauenorden

Grafik Altersverteilung Ordensmänner und Ordensfrauen

Grafik Ordensmänner in Österreich 1980 - 2016

Grafik Ordensfrauen in Österreich 1970 - 2016

Aufteilung der Ordensfrauen nach Tätigkeitsschwerpunkten der jeweiligen Ordensgemeinschaften

Aufteilung der Ordensangehörigen in Diözesen

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