Themenschwerpunkt #KulturÖffnet: Die authentische Aura des Originals

20170309 pa kulturoffnet 120Am 9. März 2017 präsentierten Männerorden-Vorsitzender Abtpräses Christian Haidinger, Kultur-Referatsleiterin Helga Penz und Medienbüro-Leiter Ferdinand Kaineder in einer Pressekonferenz im Begegnungszentrum „Quo Vadis“ in Wien I mit der Ausgabe 2/17 der ON (Ordensnachrichten) auch den zweiten Schwerpunkt-Themenblock der Monate März bis Mai: #KulturÖffnet. Die Ordensgemeinschaften Österreich rücken damit die Bedeutung von Kulturleben, Kulturarbeit und Kulturgütern in den Fokus. Hier sehen Sie das Video.

„Ordensleben ist eine kirchliche Subkultur, aber eine mit einem enormen Impact“, betont Helge Penz, Leiterin des Referats für die Kulturgüter der Orden. Bis heute seien die Orden der größte Spitals- und Schulerhalter Österreichs. Dazu seien die Klöster heute mehr denn je Zentralorte der Spiritualität. Religion habe hier im Gegensatz zu allen Vorhersagungen Hochkonjunktur; das zeigten die Angebote der verschiedenen Ordensgemeinschaften wie „Kloster auf Zeit“ oder das „Freiwillige Ordensjahr“, die ausgezeichneten Zuspruch bekämen.

Doch die „Auseinandersetzung mit christlicher Kultur ist notwendig, um kirchliche Kunst überhaupt zu verstehen“, bringt es Penz auf den Punkt. Dieses Wissen gehe immer mehr verloren; immer öffter müsse sie Schülern bei Stiftsführungen erklären, was ein Kreuz sei und was es bedeutet. Wenn christliche Kultur den Hintergrund verliere, so laufe sie Gefahr, zum vagen Begriff zu verkommen und vereinbar zu werden. „Wenn Rechtspopulisten mit dem Kreuz in der Hand zur Rettung des christlichen Abendlandes aufrufen, dann hat das eine Bedeutung, die man genau hinterfragen muss“, so die Historikerin.

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Bild v.l.n.r.: Helga Penz (Leiterin des Referates für die Kulturgüter der Orden), Abtpräses Christian Haidinger (Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreichs) und Ferdinand Kaineder, Leiter des Medienbüros der Ordensgemeinschaften Österreich. (c) Ordensgemeinschaften Österreich/Magdalena Poosch

Vermittlung und Grundlage

Ein Anliegen sei die Vermittlung von Ordensleben. „Wir wollen über Ordensleben sprechen, weil wir glauben, dass der christliche Diskurs in der besonderen Form des Ordenslebens einen wichtigen Platz in unserer Gesellschaft hat“, so Helga Penz. Bilder, Gegenstände und Dokumente machen die reiche Tradition und das Leben der Ordensleute anschaulich und begreifbar. „Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass wir mit Kulturinteressierten in Kirchen gehen können, dennoch aber Schwierigkeiten haben, Altarbilder zu erklären, weil die Leute heute oft nicht mehr wissen, was ein Altar ist“, erzählt Penz. Deshalb habe man auch die Arbeitsgemeinschaft Kirchenpädagogik gegründet, deren Leitung Sr. Ruth Pucher, eine studierte Kunsthistorikerin, übernommen hat.

Vermittlung brauche aber auch eine Grundlage. In den österreichischen Ordensniederlassungen hat sich in den letzten Jahrhunderten Einiges angesammelt. Doch die Entscheidung, was davon bewahrenswert ist und was nicht, ist nicht immer einfach. „Deswegen gibt es jetzt ein fünfjähriges Projekt zur Sicherung und Bewahrung des Kulturerbes der österreichischen Ordensgemeinschaften“, berichtet Penz. „Wir beraten Frauen- und Männerorden vor Ort und schätzen ein, was die Klosterausstattung ökonomisch und ideell wert ist.“ Zur Unterstützung wurde dafür eine Projektmitarbeiterin, die Kunsthistorikerin, Textilrestauratorin und Expertin für kirchliches Kulturgut Mag.a Karin Mayer angestellt.

Haidinger: Kunstschätze für die Öffentlichkeit zugänglich

„Die Klöster und Ordensgemeinschaften verwalten unschätzbare Kulturgüter“, weiß Männerorden-Vorsitzender Abtpräses Christian Haidinger aus eigener Erfahrung zu berichten, schließlich war der Ordensmann 19 Jahre lang Kustos der Kunstsammlungen des Stifts Kremsmünster. „Doch es ist uns ein ganz großes Anliegen, diese überlieferten Kunstschätze nicht in Tresoren zu lagern oder hinter verschlossenen Türen zu verstecken, sondern der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“ Als eines der größten Probleme entpuppten sich die Anliegen des Denkmalschutzes, die Haidinger als Kustos im Stift Kremsmünster und später als Abt im Stift Altenburg immer vor großen Herausforderungen gestellt hatten. „Ohne Förderungen der öffentlichen Hand sind diese Kunstschätz in keinster Weise finanziell zu bewältigen“, betonte Haidinger. Dennoch zahle man durch Restaurierungen und Nachbesserungen dieser Kulturschätze wesentlich mehr Steuern als man tatsächlich an Förderungen bekomme.

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Bild v.l.n.r.: Ferdinand Kaineder (Leiter des Medienbüros der Ordensgemeinschaften Österreich), Abtpräses Christian Haidinger (Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreichs), Karin Mayer (Referat für die Kulturgüter der Orden), P. Franz Bayard (Kustos der Schatzkammer des Deutschen Ordens), Helga Penz (Leiterin des Referates für die Kulturgüter der Orden). (c) Ordensgemeinschaften Österreich/Magdalena Poosch

Kaineder: ab April Talk "5 vor 12"

„Die Rolle des Medienbüros ist hier, Aufmerksamkeit für einen Themenschwerpunkt zu generieren, den es sonst im Alltag nicht hat“, sagt Ferdinand Kaineder, Leiter des Medienbüros der Ordensgemeinschaften Österreich. „Das ist so wie wenn man einen Scheinwerfer nimmt und besonders in eine Gegend hineinleuchtet, von der man an und für sich weiß, dass sie ganz wichtig ist.“

Gleichzeitig kündigte Kaineder an, dass das Medienbüro mit der #KulturÖffnet-Themenfläche im April einen „5vor12“-Talk starten werde. Dieser Talk werde alle zwei Monate stattfinden und jeweils fünf Minuten vor 12.00 Uhr mittags beginnen. Ziel sei, bewusst den Diskurs fördern – nicht nur im Kunstbereich, sondern auch in anderen Themenflächen abseits von Kirche und/oder Orden.

Hier sehen Sie eine Zusammenfassung des Pressegesprächs:

 

In folgendem Video hören Sie das komplette Statement von Helga Penz, Leiterin des Referats für Kulturgüter:

Das Pressefoto zum Download (TIFF)

Das Pressefoto zum Download (JPG)

pdfDie Pressemappe als PDF

Referat für Kulturgüter der Orden und Klosterportal

Weiterführende Links

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5vor12-Talk zum Thema #KulturÖffnet: Damit Kultur öffnet, braucht es eine Kultur der Öffnung

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