Ökumene: Wir dürfen uns gemeinsam von Christus umarmt fühlen

2 IMG 5785 120Abt Reinhold Dessel vom Stift Wilhering mit Mitbrüdern, P. Hans Hütter von den Redemptoristen in Wien und der Medienbüroleiter Ferdinand Kaineder waren die österreichische Vertretung bei der Ökumenischen Christuswallfahrt am 30. April 2017 ins Thüringer Kloster Volkenroda. Das nach der Wende 1989 von der evangelischen Jesusbruderschaft rund um Ulrike Köhler neu aufgebaute Kloster wurde im Laufe der Jahre zu einem Hotspot „wirkungsvollen ökumenischen Ordenslebens“.

 „Einfach Christus – der Weg der Gemeinschaft“ lautete das Motto der Sternwallfahrt, an der über 600 Frauen, Männer und Kinder teilgenommen haben. „Es gibt viel mehr Verbindendes als Trennendes“, wurde im abschließenden ökumenischen Gottesdienst im „Christus- Pavillion“ immer wieder betont. Die meisten Pilgerinnen und Pilger sind zu Fuß aus verschiedenen Richtungen gekommen, darunter die Äbtissin Leatitia Fech von der Abtei Waldsassen oder Bischof Ulrich Neymeyr von Erfurt. Zwölf Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen evangelischen oder katholischen Gemeinschaften folgten im Reformationsjahr 2017 der Einladung. Aus Österreich waren der Abt vom Stift Wilhering Reinhold Dessl, der Redemptoristenpater Hans Hütter und Ferdinand Kaineder bei diesem besonderen ökumenischen Ereignis dabei.

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Die österreichische Ordensdelegation vlnr: Ferdinand Kaineder, Abt Reinhold Dessl, P. Hans Hütter

Buntheit, Vielfalt und eine neue Verbundenheit 

Abt Reinhold Dessl, der selber im Kloster Volkenroda vor fünf Jahren sein Praktikum absolviert hatte,  meinte nach der beeindruckenden Christuswallfahrt: „Es war ein Treffen in Freundschaft und christlicher Verbundenheit. Volkenroda ist ein Ort mit großer Vergangenheit und aus meiner Überzeugung mit großer Zukunft. So wie hier die verschiedenen christlichen Konfessionen miteinander leben, umgehen und verbunden sind, so würde ich mir das für die großen Kirchen auch wünschen. Es wurde hier immer wieder um die Einheit der Herzen gebetet. Ein Einander-Annehmen mit einer großen Hingabe an Jesus Christus war spürbar und erlebbar.“ P. Hans Hütter war erstmals der Einladung zur Christuswallfahrt gefolgt: „Ich habe gesehen, wie die Begegnung unter der Gestalt Christus Menschen füreinander öffnet. Viele offene Gespräche und das gemeinsame Suchen waren für mich wichtig. Es wird gerade in der Ökumene wichtig werden, dass unsere Zeit inhaltlich gestärkt und inspiriert wird von einer lebendigen und gemeinsamen Jesusbeziehung her. Es war spürbar, dass wir in aller Unterschiedlichkeit gemeinsam von Christus umarmt werden. Genau das spricht Menschen heute besonders an.“  Ferdinand Kaineder stellte beim Gottesdienst das vielfältige Netz der katholischen Ordensgemeinschaften in Österreich vor mit dem Hinweis, „dass Gesellschaft die Inspiration der Ordensleute unbedingt braucht. Ein Leben nach den evangelischen Räten heißt heute ein einfaches, ein gemeinschaftliches und ein hellwaches Leben zu führen. Und genau deshalb ist diese ökumenische Christuswallfahrt und das Kloster Volkenroda so wertvoll für die Menschen in dieser Region, aber genauso für das internationale Netz von Gemeinschaften und Orden. Gerade diese Christuswallfahrt zeigt den Weg in Richtung Einheit, die nicht Einheitlichkeit, sondern Buntheit und Vielfalt, eine neue Verbundenheit untereinander mit einer Hinwendung auf Jesus Christus, eine Pilgern zu Gott meint."

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Eine Pilgergruppe vor dem Pilger-Denkmal in Volkenroda

Aus dem Verfallenden entsteht Neues

Das Kloster Volkenroda wurde von Zisterziensern 1131 gegründet und ist  von einer wechselvollen Geschichte geprägt. Heute wird das ehemalige und 1989 zum Großteil verfallene Klosterareal schrittweise von der ökumenischen Kommunität der Jesus-Bruderschaft, in der Verheiratete, Ledige, Frauen und Männer zusammenleben, und einer großen Community herum  als überregionales Impulszentrum aufgebaut und entwickelt. Hier entfaltet sich ein zeitgemäßes Leben im Miteinander von Klostergemeinschaft und Jugendbildung, von Kultur und Landwirtschaft. Das Kloster Volkenroda ist bei seinen zahlreichen Gästen als Ort der Einkehr und als Tagungsort beliebt. Über das ansässige Europäische Jugendbildungszentrum werden Schulklassen und junge Leute erreicht. Zu den besonderen Attraktionen gehört der Christus-Pavillon der Weltausstellung EXPO 2000. Das imposante Gebäude wurde nach der EXPO demontiert und in Volkenroda wieder aufgebaut. Es wird für Gottesdienste sowie Kunst- und Kulturveranstaltungen genutzt. Als Motto steht über allem: „Die Tür steht offen, das Herz noch mehr.“

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Der ökumenische Pilgerweg „Via Porta“ verbindet das Gründungskloster Volkenroda mit der „Tochterabtei“ Waldsassen. Äbtissin Laetitia Fech, die seit 1995 Äbtissin des Klosters Waldsassen in der Oberpfalz ist und Ulrike Köhler von der ökumenischen Kommunität der Jesus-Bruderschaft und dort eine treibende Kraft im Aufbau des Kloster Volkenroda ist, werden Ende November als Impulsgeberinnen zum Ordenstag 2017 kommen.

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Ökumensche Feier im Christus-Pavillion

Kloster Volkenroda

Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen

Via Porta

[fk]

 

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