Seid mutig!

20170505 mayrhofer haidinger 120„Seid mutig!“ lautet das Motto des 54. „Weltgebetstag um geistliche Berufungen“, der am Sonntag, 7. Mai 2017, gefeiert wird. Es ist eine Bitte für „Mut und Zuversicht für jene Menschen, die den inneren Anruf vernehmen, einen geistlichen Beruf zu wählen“, sagt Frauenorden-Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer. Es bedeute aber auch „neue und zukunftsweisende Wege für die Zulassung zum priesterlichen Dienst zu ermöglichen“, zeigt sich Männerorden-Vorsitzender Abtpräses Christian Haidinger überzeugt.

In der katholischen Kirche wird seit 1964 der vierte Sonntag der Osterzeit als „Tag der geistlichen Berufe“ begangen. In Österreich wird der Weltgebetstag, dessen Motto heuer „Seid mutig!“ lautet, vom Canisiuswerk vorbereitet und begleitet.

Frauenorden-Präsidentin Mayrhofer: Tag der Bitte und der Dankbarkeit

Es ist ein Tag mit einer besonderen Botschaft, betont Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer, Vereinigung der Frauenorden Österreichs: „Nachrichten sind nicht immer erhellend. Vielen Menschen erscheinen die Ereignisse in unserer Zeit, in der Welt, erschreckend, verwirrend.

Am 7. Mai, am vierten Ostersonntag, kommt uns im Evangelium des heiligen Johannes ein Wort Jesu entgegen, das zu einem Wegweiser wird. Er vergleicht sich selbst mit einem Hirten, der die Seinen kennt und sie beim Namen ruft. Unser Gott ist ein An-Sprechender, ein Rufender, einer, der für jede und jeden von uns ein persönliches Wort hat. Wir bitten am Tag der geistlichen Berufe um die Hellhörigkeit, dieses Wort herauszuhören aus dem Gewirr der vielen Stimmen. Wir bitten auch um Mut und Zuversicht für jene Menschen, die den inneren Anruf vernehmen, einen geistlichen Beruf zu wählen.

Der „Hirtensonntag“ ist aber auch ein Tag der Dankbarkeit für die vielen Priester und Diakone, die Ordensmänner und Ordensfrauen, die Menschen in den Säkularinstituten und den geistlichen Bewegungen, die in der Treue zu ihrer Berufung die Hirtensorge Gottes erfahren und für andere erfahrbar machen.“

Männerorden-Vorsitzender Haidinger: Bringschuld der Kirchenleitung

Abtpräses Christian Haidinger, Vorsitzender der Superiorenkonferenz der Männerorden in Österreich, verweist in seinem Statement auf die vielfältigen Aufgabenbereiche des kirchlichen Lebens, die die Ordensleute und Priester erfüllen. „Priester und Ordensleute sind aber nicht nur erlernbare Berufe, sondern vor allem Berufung: Menschen wissen und erfahren sich von Gott gerufen, in diese besondere Weise der Christusnachfolge einzutreten. Viele erfahren darin eine tiefe Erfüllung und ihr Wirken ist oft ein großer Segen für die Menschen.

In den letzten Jahrzehnten sind freilich diese Berufungen dramatisch zurückgegangen. Viele Pfarren sind verwaist und werden notversorgt, Ordensleute müssen sich aus wichtigen Werken zurückziehen und diese an andere Einrichtungen und Institutionen übergeben.
Wie geht es weiter? Die dramatische Reduzierung der geistlichen Berufe in unserer westlichen Welt ist längst nicht gestoppt. Eine ‚Trendwende‘ ist nicht erkennbar, aber auch nicht machbar.  Wir müssen Gott darum bitten uns zu zeigen, wie wir junge Menschen ermutigen und motivieren können, sich für diesen erfüllenden Weg gelebten Christseins zu öffnen. Der Ermutigung Jesu – ‚Bittet und ihr werdet empfangen‘ – ermächtigt uns zu diesem jährlichen Gebetstag für geistliche Berufe.

Ich bin aber auch überzeugt, dass dieser jährliche Gebetstag für geistliche Berufe mit einer Bringschuld vieler Verantwortlichen in unserer Kirchenleitung verbunden ist: nämlich ernsthaft neue und zukunftsweisende Wege für die Zulassung zum priesterlichen Dienst zu ermöglichen. ‚Seid mutig!‘ – dieses Motto des diesjährigen Gebetstages möchte ich auch dem allseits geliebten Bischof von Rom und seinen vielen Mitbischöfen in aller Welt zurufen.  Sonst wird es von Jahr zu Jahr schwerer, Menschen zum Gebet um geistliche Berufe aufzurufen und zu motivieren - und auf die Kraft des Gebetes zu vertrauen.“

In Österreich wirken derzeit 105 weibliche Ordensgemeinschaften mit 3483 Ordensfrauen und 87 männliche Ordensgemeinschaften mit 1728 Ordensmännern. Davon sind 1328 Ordenspriester, was bedeutet, dass mehr als ein Drittel aller Priester in Österreich aus Ordensmännern besteht.

Anprechpartner für Rückfragen: Ferdinand Kaineder 0699 / 1503 2847

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