Gebildete Frauen können gefährlich werden: 70 Jahre Katholische Frauenbewegung

Pernsteiner 120„Bildung ist wichtig“, erkannte schon wenige Jahre nach der Gründung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfb) deren 2. Vorsitzende Herta Pammer – und förderte somit das Selbstbewusstsein, die Kreativität und Verantwortung der Frauen. Sie gründete 1958 auch die Aktion Familienfasttag und weitete somit den Blick hin zum Teilen und zur weltweiten Solidarität. Starke Frauen verbinden sich und engagieren sich in Gesellschaft und Kirche. Am 12. Mai 2017 feiert die kfb an ihrem Gründungsort Maria Plain bei Salzburg ihren 70. Geburtstag. Die Ordensgemeinschaften Österreich sind beim Festakt gut vertreten: Sr. Beatrix Mayrhofer, die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden, gratuliert mit einem Grußwort. P. Franz Helm, Generalsekretär der Superiorenkonferenz und Geistlicher Assistent der kfb, hält beim Festgottesdienst die Predigt.  

Grußwort von Sr. M. Beatrix Mayrhofer zum Fest 70 Jahre Katholische Frauenbewegung Österreichs am 12. Mai 2017:

„Als Schülerinnen und Schüler unserer Schule in Freistadt eine Ausstellung über Handschriften in Linz besichtigten, entdeckten sie ein Blatt mit der Handschrift von Adalbert Stifter. Dieser berühmte Schriftsteller hatte auch einen Brotberuf: Er war Landesschulinspektor. Und als Inspektor hat er sich 1852 – und das stand auf dem Blatt, das da zufällig ausgewählt worden war – gegen die Einführung der Schulschwestern ausgesprochen. Die Begründung lautete: ,Durch das Erlernen besonders schöner Handarbeiten könnten die Mädchen dem Stande der Dienstboten entfremdet und nicht selten zu unordentlichem Leben verleitet werden.`
Wir Schulschwestern sind sehr stolz auf dieses Urteil, denn die Veränderung der Gesellschaft durch die Bildung der Frauen war schon unser Gründungsauftrag. Und der Bund der Katholischen Frauen in Bayern hat sich um die Jahrhundertwende auch sehr für die Seligsprechung unserer Gründerin Theresia Gerhardinger eingesetzt.
In der Tat: Frauen können Gesellschaft verändern, gebildete Frauen können für manche Mächte in der Gesellschaft gefährlich werden. Frauen, die sich zu einer Bewegung zusammenschließen, werden zu einer starken Stimme in Kirche und Gesellschaft.
Im Namen der Vereinigung der Frauenorden Österreichs gratuliere ich sehr herzlich zu diesem besonderen Jubiläum. Ich versichere Ihnen: Die katholischen Ordensfrauen Österreichs unterstützen Sie in Ihrem Bemühen, die Frauen zu stärken und dem Leben zu dienen – nicht nur in Österreich!
Wir Frauen sind Schwestern – mit oder ohne Schleier, mit oder ohne Kopftuch. Gemeinsam tragen wir Verantwortung: füreinander, miteinander, für diese unsere Erde.“

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Die Katholische Frauenbewegung setzt sich Hand in Hand gemeinsam mit vielen anderen für die Würde eines jeden Menschen ein, für ihr Recht auf Religions- und Meinungsfreiheit, gegen Angst und Gewalt, für Vertrauen, Dialog und Gerechtigkeit.
Auf dem Foto (v.l.n.r.): Schwester Beatrix Mayrhofer/katholische Christin, Amani Abuzahra/Muslimin, Susanne Scholl/Jüdin, Melitta Toth/katholische Christin, Barbara Heyse-Schaefer/evangelische Christin, Geetha Nayak/Hindu.
Photocredit: Erich Leonhard

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Auch im breiten Kirchenbündnis „Christlich geht anders!“ gegen Armut und für soziale Gerechtigkeit ist die Katholische Frauenbewegung vertreten. Rechts im Bild Veronika Pernsteiner, die Vorsitzende der kfb. Foto: [rs]

Foto Teaser: Veronika Pernsteiner, die Vorsitzende der kfb.  © Litzlbauer

Den Artikel über das Kirchenbündnis „Christlich geht anders!“ zum Themenschwerpunkt #GerechtigkeitGeht finden Sie in der aktuellen Ausgabe der ON Ordensnachrichten.

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Mit dabei beim Torten-Anschneiden die beiden Ordensleute Sr. Beatrix Mayrhofer und P. Franz Helm. (Foto: Zawadil)

Die Predigt beim Festgottesdienst hielt der Geistliche Assistent der kfbö P. Franz Helm. 
Hier zum Nachlesen.

[hw]

 

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