Ein Jesuit wird neuer Präfekt der Glaubenskongregation

glpräfDer aus Spanien stammende Kurienerzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer (73) ist am 1. Juli 2017 von Papst Franziskus zum neuen Präfekten der Römischen Glaubenskongregation ernannt worden. Die Amtszeit von Kardinal Gerhard Ludwig Müller (69) als Leiter der Kongregation wurde nicht verlängert

 

Der neue Präfekt wurde am 19. April 1944 in Manacor (Mallorca) geboren und trat nach einer Universitätsausbildung als Jurist 1966 bei den Jesuiten ein. Sein Philosophie- und Theologiestudium absolvierte Ladaria Ferrer an der Päpstlichen Universität Comillas und an der Jesuiten-Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main. 1975 erwarb er einen theologischen Doktortitel an der römischen Universität Gregoriana; im selben Jahr übernahm er eine Professur für Dogmatik in Madrid. 1984 wechselte Ladaria Ferrer als Ordinarius für Dogmatik an die Gregoriana, an der er von 1986 bis 1994 als Vize-Rektor wirkte. Johannes Paul II. berief den Ordensmann 1992 in die Internationale Theologenkommission, 1995 zusätzlich als Berater in die Glaubenskongregation.

Gegensätzliche Auffassungen

Über die Gründe für die Entscheidung von Papst Franziskus, die Amtszeit Kardinal Müllers nicht zu verlängern, wurde zunächst nichts bekannt. Nach Informationen der Jesuiten-Zeitschrift "America" sollen mehrere Kardinäle Franziskus um eine Entlassung des deutschen Kardinals gebeten haben, weil er sich wiederholt öffentlich von päpstlichen Positionen distanziert habe. Müller verdankte seine Ernennung im Jahr 2012 dem damaligen Papst Benedikt XVI. Im Jahr 2014 erhob Franziskus ihn zum Kardinal. Zwischen Müller und Papst Franziskus hatte es in den vergangenen Jahren Meinungsverschiedenheiten in moraltheologischen Fragen gegeben. Medien spekulierten bereits seit einiger Zeit über eine Ablösung des Präfekten. Der deutsche Kardinal spielte im Gegensatz zu seinen Vorgängern im Amt, vor allem dem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger, unter Franziskus keine zentrale Rolle. Offensichtlich wurden gegensätzliche Auffassungen zwischen dem Müller und dem Papst bei der Interpretation des päpstlichen Schreiben "Amoris laeitita" von 2016. Mülller vertrat öffentlich die Auffassung, dass auch nach diesem Dokument der Kommunionempfang für geschiedene Katholiken, die zum zweiten Mal geheiratet haben, nur dann möglich sei, wenn sie in dieser Verbindung sexuell enthaltsam lebten. Der Papst hieß hingegen Interpretationen gut, die einen Kommunionempfang auch ohne eine solche Lebensweise in Einzelfällen gestatteten.

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