Ermutigungen zur Ökologisierung kirchlicher Gebäude aus ganzheitlicher Sichtweise

1 IMG 7430 120Ein zweitägiges Fachseminar im Franziskanerkloster in Graz am 5. / 6. Juli 2017 hat kirchliche Bau- und Umweltverantwortliche mit Fachexpertinnen und Fachexperten von Energiefirmen und -agenturen zusammengeführt, um Knowhow und Austausch bei der Umstellung von kirchlichen Gebäuden auf eine Ökologisierung der Energieversorgung voranzubringen. „Schritte der Veränderung brauchen eine gute Vernetzung.#GerechtigkeitGeht

„Es geht um die Öffnung auf das Licht, auf die Sonne hin“, meinte der Guardian im Franziskanerkloster Graz P. Josef Höller bei der Hinführung zum Thema des Fachseminars in der Kapelle des Klosters: „Es braucht eine Durchlässigkeit auf die Schöpfung hin und keine Abschottung. Wir leben in dieser Welt und sind Teil dieser Welt und in ihr daheim.“ Mit Blick auf Franziskus und den Sonnengesang erinnerte Höller die etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, „dass Franziskus ganz bewusst von Mutter Erde gesprochen hat und wir uns daher dankbar auf der Erde als Teil dieser Schöpfung sehen, auf ihr bewegen und entsprechend handeln“.

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Laudato si als Basis und Richtung

Die Sprecherin der kirchlichen Umweltbeauftragten Österreichs Hemma Opis-Pieber betonte die Wichtigkeit der Enzyklika Laudato si für die Energiewende in der Kirche, um sie professionell und gut motiviert umzusetzen: „Laudato si ist ein ganz wesentlicher Impuls dafür, jetzt in die Tat zu gehen. Die Themen Umwelt, Mitwelt, Schöpfung, Nachhaltigkeit und Ökologie haben damit aus sozial-ökologisch-spirituellen Sichtweise eine besondere Kraft bekommen.“ Opis-Pieber stellte den Teilnehmern die Ökologie-Beschlüsse der Österreichischen Bischofskonferenz als besondere Selbstverpflichtung der Kirche in allen ihren Einrichtungen vor. Herbert Tretter von der Österreichischen Energieagentur und Bioenergiy4Bussiness betonte, dass Laudato si einen klaren Auftrag zum Handeln gibt: „Jetzt gilt es Mitstreiter zu suchen und eine ungeschminkte Bestandsaufnahme zu machen“. Zusammen mit den anwesenden Ordensleuten brachte Ferdinand Kaineder vom Büro der Ordensgemeinschaften die Pionierleistungen und verwirklichten Umstellungsprojekte in vielen Klöstern ein: „Gerade den Ordensleuten ist ein nachhaltiger Blick und eine ökologische Handlungsweise in die Wiege, in die Ordensregel gelegt.“ Gerade die einfache, gemeinschaftliche und spirituell wache Lebensweise von Ordensleuten könnte ein wichtiger Impuls für die Gesellschaft und Kirche sein, „um dieser Veränderung hin zu mehr Ökologie eine gute Basis und Richtung zu geben“.

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Gelungene Projekte hatten guten Ablaufplan

„Alleine in der Diözese Graz haben wir etwa 2.000 Gebäude, wahrscheinlich in ganz Österreich um die 10.000“, weiß der Energiemanager der Diözese Graz Seckau Klaus Nader und skizziert seine neue Aufgabe: „Es geht um die Steigerung der Energieeffizienz, um Energieeinsparung und eine ausgewogene Nutzung von Gebäudekomplexen und den Heizungsbedarf. Praktisch heißt das, alle kühlen und warmen Räume zusammenführen. Dann ist uns wichtig, alle fossilen Brennstoffe wie Öl und Gas herauszubringen und so umzustellen, dass wir CO2 einsparen.“ Im Fachseminar wurden ganz konkrete Alternativenergien wie Pellets, Biomasse, Solar oder Ökostrom  unter dem Aspekt des ökologischen Fußabdrucks bewertet. Die thermische Gebäudehüllen-Sanierung unter den Auflagen des Denkmalschutzes war ebenso Thema. Alexander Ebner von der Energieagentur Steiermark: „Fenster, Fassade, Raumklima und Feuchtigkeit sind die Hauptherausforderungen zwischen Denkmalschutz und Ökologieansprüchen.“ In Arbeitsgruppen wurden Schlüsselfaktoren für gelungene Umstellungen gesammelt und ausgetauscht. Gute Beratung, Geldbeschaffung, gelungener Austausch und Einsatz von fachlichem Knowhow und spezielle Anreize werden die Umstellungen beschleunigen. Christian Rakos von ProPellets Austria fasste die Beratungen zusammen: „Es braucht eine gute Sichtbarmachung der Situation. Dann helfen finanzielle Anreize, die Diözesen für Energieeffizienz als Unterstützung zusagen. Es braucht gute Werkzeuge und Hilfsmittel für die oft komplexen Abläufe. Eine gute Unterstützung, um sich im Förderdschungel gut zurechtzufinden, ist oft geäußerter Wunsch. Es braucht klare Beratungsangebote für kirchliche Organisationen.“ Opis-Pieber weist in diesem Zusammenhang auf die Auslobung des kirchlichen „Umweltpreises 2018“ für gelungene Projekte als Ansporn hin. Das „Netzwerk Schöpfung“ fungiert als Austauschplattform, an der sich alleine in der Steiermark etwa 300 Personen beteiligen.

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Foto in Druckqualität (Foto: Ferdinand Kaineder)

Website mit Umweltförderungen

Beispiel Abtei Michaelbeuern (Video)

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