Nur wer sich Zeit nimmt für sich, hat Kraft und Möglichkeit für andere da zu sein

hafner 120Gerhard Hafner ist der 68. Abt des Benediktinerstiftes Admont. Im Sommerinterview mit der Kleinen Zeitung streift er Themen wie Facebook, Heimat, Urlaub und dass Gott keinen Urlaub hat.

 

"Heimat ist für mich vielschichtig. Der ganze Bezirk ist meine Heimat. Ich bin in Trieben geboren und aufgewachsen, habe in Stainach das Gymnasium besucht, war in Schladming Priester und bin 1994 in Admont in den Benediktiner-Orden eingetreten. Ich bin auch noch immer Pfarrer von Admont und gleichzeitig Abt. Da sich immer weniger junge Männer für den Berufsweg Pfarrer entscheiden, sind Personalunionen fast notwendig." Diesen "Regionalbezug" erlebt der Abt als Heimat. Über die Gemeinschaft erzählt er: "Wir haben im Stift Admont das Glück, derzeit 24 Mitbrüder zu sein, von denen etwa die Hälfte unter dem 50 Lebensjahr sind. Das ist eine gute Situation. Der Beruf Pfarrer war früher aber angesehener als heute." Warum das Schwinden des Ansehens? "Wenn ich das wüsste, würde ich es ändern. Zum einen liegt es sicher daran, dass die Kirche und der Glaube heutzutage nicht mehr eine so große Rolle spielen." Und für ihn ist wichtig, die Situation immer wieder zu hinterfragen: "Hinterfragen, so würde ich meinen, ist sogar sehr wichtig. Und ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob es überhaupt Glaube ist, wenn man nicht hinterfragt. Uns darf es jedenfalls nicht zu mühsam sein, auf die Menschen zuzugehen, auf die Fragen von heute zu antworten." Auf die Menschen zugehen ist dem Konvent im Ennstal wichtig.  

Und macht ein Abt Urlaub? 

"Ja, ich habe freie Tage und auch Urlaub, der mit ganz wichtig ist. Nur wer sich Zeit für sich nimmt, hat dann auch Kraft und Möglichkeit für andere Menschen da zu sein. Natürlich gibt es im Pfarrersein, im Austausch mit den Menschen, an sich keinen freien Tag. Der liebe Gott hat sicher auch keinen Urlaub." Und Hafner spricht über seine Freizeit, in der er gerne reist, Städte und Länder anschaut. Facebook-Profil hat er keines: "Ich verschließe mich nicht davor, habe aber selbst keinen Facebook-Zugang. Wenn ich etwas wissen will, erfahre ich es auch so. Das Digitale hat aber sicher viele Vorteile. Es geht darum, wie man damit umgeht." Der Abt fühlt sich als Sommermensch: "Ich liebe Hitze, aber es muss trocken sein." Und bei allem bleibt er ein Gottsucher: "Ich halte mich da an den heiligen Benedikt, der gesagt hat, dass man ein Leben lang auf Gottsuche ist." 

Hier das ganze Interview in der Kleinen Zeitung

[fk]

 

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