Abtpräses Haidinger: Arbeitsfreier Sonntag ist wichtig für das menschliche Miteinander

20170303 freier sonntag 120Am 3. März 2017, am Europäischen Tag für den arbeitsfreien Sonntag, organisierte die „Allianz für den freien Sonntag in Österreich“ einen Flashmob unter dem Motto: „Tourismuszonen in Wien? Am Sonntag frei – es bleibt dabei!“ beim Wiener Stephansdom. Mit dabei waren auch Männerorden-Vorsitzender Abtpräses Christian Haidinger sowie der Rektor von Maria am Gestaade P. Hans Hütter von den Redemptoristen. Die Motivation: „Der arbeitsfreie Sonntag ist wichtig für das menschliche Miteinander.“

„Ich setze mich für einen arbeitsfreien Sonntag ein, weil nach meinem biblischen Verständnis der siebte Tag als Ruhetag angesagt ist. Das ist das erste Freizeitprivileg des Menschen überhaupt.“ Abtpräses Christian Haidinger, Erster Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreichs, war am 3. März 2017 zu dem von der „Allianz für den freien Sonntag in Österreich“ organisierten Flashmob vor den Wiener Stephansdom gekommen, um seine Unterstützung für dieses Anliegen zu demonstrieren.

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Die überparteiliche „Allianz für den freien Sonntag in Österreich“ wird auch von den Ordensgemeinschaften Österreich mitgetragen. (c) Ordensgemeinschaften Österreich

„Für Christen hat der Sonntag natürlich noch eine besondere Bedeutung; es ist das der Tag der Auferstehung. Das ist die zentrale Botschaft, das zentrale Geheimnis unseres christlichen Glaubens, und ich meine, da braucht man diesen Ruhetag, um in der Gemeinschaft der Glaubenden diese Auferstehung Christi zu feiern und daraus Kraft zu schöpfen“, so der Männerorden-Vorsitzende im O-Ton. Und weiter: „Das bedeutet mehr als nur irgendein Event oder irgendein Festl zu machen, sondern dass man das auch als menschliches Miteinander in den Familien, im Freundeskreis feiern kann. Es ist ganz wichtig, dass es dafür einen gesicherten Tag gibt in unserem siebentägigen Rhythmus.“

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Männerorden-Vorsitzender Abtpräses Christian Haidinger: „Ein fixer Ruhetag ist wichtig für das menschliche Miteinander.“ (c) Ordensgemeinschaften Österreich

Menschliche Werte im Mittelpunkt

Auf das Argument, Sonntagsarbeit würde auch mehr Jobs bedeuten, hat Haidinger eine klare Antwort: „Es gibt genug Untersuchungen, die das Gegenteil zeigen. Die Menschen kaufen ja nicht nur um des Kaufens willen, sondern vor allem das, was man braucht. Das muss nicht gerade am Sonntag sein. Letztendlich bringt das nicht mehr Jobs, sondern nur mehr Belastung für die, die sich auf diese Arbeit einlassen müssen, weil sie sonst vielleicht gekündigt werden.“ Die Sonntagsarbeit würde hauptsächlich auf Kosten des Familienlebens gehen. Deshalb sei „ein fixer Ruhetag wichtig für das menschliche Miteinander“, so der Ordensmann. Sein Resümee: „Ich glaube, dass nicht nur der Konsum, der Gewinn im Mittelpunkt steht, sondern eben auch jene menschlichen Werte, die durch das gemeinsame Feiern, durch das Freisein, durch die Pflege der Gemeinschaft gestärkt werden. Sie sind mindestens so wichtig wie die materiellen Grundlagen.“

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Männerorden-Vorsitzender Abtpräses Christian Haidinger im Gespräch mit Magdalena Poosch und Robert Sonnleitner (beide Medienbüro der Ordensgemeinschaften Österreich). (c) Ordensgemeinschaften Österreich

Die „Allianz für den freien Sonntag Österreich“ setzt sich für den Schutz des freien Sonntags vor schleichender Aushöhlung durch Wirtschaft und Politik ein. Sie schafft öffentliches Bewusstsein für die Bedeutung des gesellschaftlichen Werts gemeinsamer freier Zeiten. Damit soll dem Trend entgegengewirkt werden, dass alle Lebenszeit zu Arbeits- und Konsumzeit wird.

Der Initiative gehören über 50 Organisationen aus den Bereichen Kirchen, Gewerkschaften, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an, darunter auch die Ordensgemeinschaften Österreich.

Das ganze Interview mit Abtpräses Christian Haidinger können Sie als Video ab Montag, 6. März 2017, sehen.

[rs]

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