Zum 100. Geburtstag von P. Johannes Schasching

20170310 p johannes schasching 120Am 13.3.2017 laden die ksoe (Katholische Sozialakademie Österreichs) und die Jesuiten in Österreich zum „Schasching-Tag“ in Wien ein. Anlass ist der 100. Geburtstag des österreichischen Sozial- und Wirtschaftsethikers P. Johannes Schasching (10.3.1917 – 10.9.2013). In einer Reihe von Vorträgen gibt dieser Tag Einblick in die Forschungsarbeit der P. Johannes Schasching-Fellowship. Aktuell ist die Soziallehre der Kirche gesellschaftlich so notwendig wie selten zuvor.

Die P. Johannes Schasching-Fellowship ist eine an der Katholischen Sozialakademie Österreichs eingerichteten sozialethischen Forschungsstelle im Geiste Schaschings, die seit 2015 besteht. Dr.in Christina Plank (Schasching-Fellow 2016/17) wird bei einem ksoe-Frühstück (8:30 – 10:00 Uhr) einen Vortrag zum Thema „Neue Lebens- und Produktionsweisen“ halten. Dr. Sebastian Thieme (Schasching-Fellow 2015/16) wird in einer ExpertInnen-Runde (14:00 – 16:00 Uhr) die Ergebnisse seines Forschungsjahres unter dem Titel „Menschengerechtes Wirtschaften“ diskutieren.

Um 16:30 Uhr findet in der Jesuitenkirche ein Gedenken für P. Johannes Schasching SJ statt. Anschließend können die Gottesdienst-TeilnehmerInnen die Grabstätte in der Krypta der Kirche besuchen.

In den Räumlichkeiten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften findet von 17:30 – 19:30 Uhr ein Symposium statt. Bischof em. Maximilian Aichern OSB und P. Andreas Schermann SJ (Rom) werden über Leben und Wirken von P. Schasching für die Welt- und Ortskirche sprechen. Der Hauptvortrag zur Entwicklung und Bedeutung der Katholischen Soziallehre wird von Univ.-Prof. Wolfgang Palaver (Theologische Fakultät / Universität Innsbruck)  gehalten. Nach einer Kurzvorstellung der „Schasching-Gesellschaft“ und des „P. Johannes Schasching-Preises“ werden Dr.in Magdalena M. Holztrattner und Univ.-Prof. Christian Spieß die Katholische Sozialakademie Österreichs mit der Schasching-Fellowship bzw. die Katholische Privatuniversität Linz mit dem Johannes Schasching-Institut der KU Linz als wissenschaftliche Orte vorstellen, an denen im Geist von P. Schasching weitergearbeitet wird.

Alle Veranstaltungen (mit Ausnahme des nachmittäglichen Seminars mit Dr. Sebastian Thieme) sind öffentlich zugänglich.

Programm und Anmeldung

Zur Person P. Johannes Schasching SJ:

Geboren am 10. März 1917 in St. Roman /OÖ trat Johannes Schasching 1937 in den Jesuitenorden ein. Neben Theologie in Innsbruck studierte er Sozialwissenschaften in den USA, Belgien und Rom. Mit seiner Lehrtätigkeit an der Universität Innsbruck widmete er sich der Soziallehre der Kirche und Studien zur Erforschung des tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels. „Katholische Soziallehre und modernes Apostolat“ sowie „Kirche und industrielle Gesellschaft“ waren erste markante Publikationen.

Nach der ordensinternen Aufgabe als Provinzial der österreichischen Ordensprovinz (1961-1966) wurde er Rektor am Collegium Germanicum in Rom und schließlich Assistent des Generaloberen der Jesuiten, P. Pedro Arrupe SJ. Dazu versuchte er als Professor für Katholische Soziallehre an der Päpstlichen Universität Gregoriana Theologiestudierende aus aller Welt für die soziale Verantwortung der Kirche zu sensibilisieren. In diesem Kontext arbeitete er mit an der Weiterentwicklung der Katholischen Soziallehre, wie sie in den Rundschreiben „Sollicitudo rei socialis“ (1987) und „Centesimus annus“ (1991) von Papst Johannes Paul II. Gestalt gewann. Zu diesen Rundschreiben legte P. Schasching SJ auch Kommentare vor.

P. Schasching blieb in all diesen Jahren seiner Tätigkeit in Rom durch Vortragstätigkeit und pastorale Arbeit seiner Heimat sehr verbunden. So hatte er entscheidenden Anteil an der Erarbeitung des Sozialhirtenbriefes der Österreichischen Bischöfe (1990). Nach seiner Emeritierung 1991 kehrte P. Schasching nach Österreich zurück und arbeitete in der Katholischen Sozialakademie Österreichs mit, wobei er mehrere Jahre auch Vorsitzender des Kuratoriums war. In diese Zeit fällt auch seine Mitarbeit im Aktionsteam zur Vorbereitung des Sozialworts des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (1999 bis 2003).

Seit 1991 lebte P. Schasching in der Jesuitenkommunität in Wien I., erfreute sich guter Gesundheit und verfolgte mit Interesse die Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft. Ende 2009 übersiedelte er in das Pflegeheim der Schwestern des hl. Karl Borromäus in Wien XVIII., wo er am 20.9.2013 verstarb. Für seine Verdienste um ein sachgerechtes, menschengerechtes und gesellschaftsgerechtes Wirtschaften wurde er vielfach geehrt, unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1973), dem Großen goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1987), sowie mit mehreren Ehrendoktoraten.

Der Kathpressbericht zum Schaschingtag 

Foto: Karoline Bloderer

[rs]

 

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