Offenes Kloster am Tag der älteren Menschen

Führung 1 neu 120Einen Nachmittag mit den Elisabethinen verbrachten 90 interessierte Personen am 1. Oktober anlässlich des „Tags der älteren Menschen“. Die Schwestern öffneten ihre Klostertüren und luden zu Gebet, Begegnung und einem Vortrag ein.

Das Interesse war hoch, als die Elisabethinen ankündigten, Einblicke in ihr Leben zu gewähren und gleichzeitig einen Rahmen zu bieten, in dem sich ältere Menschen über die Herausforderungen und Besonderheiten des Alters austauschen können. Gemeinsam mit dem Verein „Hospital St. Elisabeth. Freunde und Förderer der Elisabethinen Graz“, der die Werke der Elisabethinen Graz unterstützt, und dem „AK Umfassender Schutz des Lebens – aktion leben“ luden die Schwestern erstmals anlässlich des „Tags der älteren Menschen“ in den Konvent ein. Alle Elisabethinen, von der jüngsten bis zur ältesten Schwester, hießen die Gäste an diesem besonderen Tag willkommen und freuten sich über spannende Begegnungen.

Vom Rosenkranz zu Mittag über das gemeinsame Mittagessen bis hin zur Mittagshore, dem mittäglichen Stundengebet, erlebten die Gäste ein kleines Stück Klosteralltag. Bei der anschließenden Führung durch Generaloberin Mutter Bonaventura Holzmann konnten sie ausnahmsweise den Klausurbereich besichtigen – diesen dürfen sonst nur die Schwestern betreten. Weitere Stationen waren das Refektorium, sprich der Speiseraum der Schwestern, eine steinerne Tischplatte, die noch von der Gründung vor 327 Jahren stammt und die Chorkapelle. „Unsere Kirche, unser Krankenhaus und unser Kloster sind die geistliche Heimat für uns Schwestern und gerne auch für alle jene, die hierherkommen“, sagte M. Bonaventura. Deshalb laden die Elisabethinen generell herzlich zum gemeinsamen Gebet und zum Mitleben ein.

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Am „Marktplatz“ konnten sich die knapp 90 Gäste über Angebote im Alter vom Gerontopsychiatrischen Zentrum Graz, vom Demenz-Tageszentrum ELISA der Caritas und vom Projekt LIMA des Katholischen Bildungswerks informieren. An einem Büchertisch der Buchhandlung Moser wurde vielseitige Literatur zum Thema Altwerden vorgestellt. Franz Küberl, Vorsitzender des Vereins „Hospital St. Elisabeth“, führte in den folgenden Vortrag ein: „Ältere Menschen sind ein Spiegel für die Gesellschaft. Wie gehen wir mit ihnen um? Und wie möchten wir, dass es uns einmal geht?“

Konkrete Strategien gegen Einsamkeit im Alter bot Dr. Franz Kolland, Professor für Soziologie an der Universität Wien und Altersforscher, in seinem Festvortrag. „Gegen die Einsamkeit wirken ein dichtes Netzwerk an Kontakten, ein aktives Leben und eine optimistische Grundeinstellung“, so Kolland. Alt zu werden bedeute nicht Verschlechterung, sondern Veränderung. Viele Menschen beschrieben ihr hohes Alter als die Zeit mit der höchsten Lebensqualität. „Das Leben zahlt sich immer aus. Es zahlt sich immer aus, sich etwas Schönes zu kaufen, oder noch etwas Neues zu lernen. Mit dieser Einstellung lernt man das Alter als Lebensphase schätzen“, gab er dem Publikum als Tipp mit.

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Abschluss des Nachmittags bildete die gemeinsame Vesper mit anschließender Agape, bei der sich die Gäste über die vielseitigen Eindrücke des Tags der älteren Menschen austauschten und sich bedankten: „Das war einer der schönsten Tage in meinem Leben“, sagten viele Besucher bei der Verabschiedung zu den Schwestern. „Danke für die Herzlichkeit und Geborgenheit, die wir heute erfahren durften.“

Fotos: Elisabethinen

[hw]

 

 

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