Geschichte

Benediktiner (OSB)

ENTSTEHUNG UND AUFGABE

Die Mönchsbewegung, die im 4. und 5. Jahrhundert aufbrach, hat man aus der "Sehnsucht nach der Urkirche" erklärt. Die ersten Mönche gingen in die Wüste, um konsequent und radikal "das Herausgerufen aus der Welt" und die Nachfolge des Herrn zu leben. Benedikt von Nursia (gest. um 547) suchte mit seiner Regel alte monastische Traditionen zu sammeln und in einer bewegten Zeit das Leben einer Gemeinschaft, die Gott sucht, zu ordnen. Diese Regel hat sich durch mehr als 14 Jahrhunderte bewährt als ein Modell christlichen Lebens ("Ora, lege et labora"). Benediktinerklöster sind Gemeinschaften solchen Lebens, deren Mitte das gemeinsame Gotteslob ist. Jede Benediktinerabtei ist selbständig. Doch sind die meisten Benediktinerklöster zu Verbänden (Kongregationen) zusammengefaßt, z. B. die Österreichische Benediktinerkongregation.

ARBEITSBEREICHE

Die Arbeitsbereiche, in denen ein ganzes Kloster oder auch einzelne Mitglieder tätig sind, sind nach den Gegebenheiten des Ortes, der geschichtlichen Tradition eines Klosters und den Erfordernissen der Zeit sehr verschieden. Neben der Arbeit der häuslichen Gemeinschaft (Handwerk, Landwirtschaft) werden Wissenschaft (Klosterbibliotheken, Institute) und vor allem auch apostolische Tätigkeit ausgeübt. Dazu gehören Pfarrseelsorge (rund 190 Pfarren in Österreich), Mission, liturgische Bildung, Schulen (Stiftsgymnasien) und Internate und die Weitergabe geistlichen Lebens (Einkehrtage, Exerzitien, "Kloster auf Zeit").

LEBENSFORM

Die Mönchsgemeinschaft versteht sich als Familie, die nach der Benediktus-Regel und unter Leitung eines von ihr gewählten Vaters (Abt) lebt. Eine gemeinsame Tagesordnung (Gebets-, Tisch-, Erholungs- und Arbeitszeiten) gibt dem Leben im Kloster das Gepräge, läßt aber genügend Raum für die Eigenart des einzelnen, für seinen Weg zu Gott und die persönlich verantwortete Gestaltung der Arbeit.

AUFNAHME UND AUSBILDUNG

Wer in ein Benediktinerkloster eintreten will, braucht den ernsten Willen, Gott zu suchen und ihm in einer bestimmten Gemeinschaft zu dienen. In einem Probejahr (Noviziat) soll er sich in diesen Dienst einüben, die Gemeinschaft und ihre Eigenart kennenlernen und seine Eignung prüfen. Die endgültige Bindung an die Gemeinschaft erfolgt nach einer weiteren Bewährung von mindestens drei Jahren in der feierlichen Profeß. Für Mönche, die Priester werden wollen, erfolgt die theologische Ausbildung an der ordenseigenen Hochschule S. Anselmo, Rom, oder an der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg. Im Kolleg St. Benedikt im Zentrum Salzburg leben  und studieren nicht nur Benediktiner aus dem deutschen Sprachraum, sondern auch andere Ordensleute und Laientheologen.

 

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