Geschichte

Marianisten (SM)

ENTSTEHUNG

Aus den Erfahrungen der Französischen Revolution zog der Priester Wilhelm Joseph Chaminade (1761-1850) Folgerungen für sein weiteres apostolisches Wirken. Wenn der Glaube wieder Fuß fassen soll, dann sind dazu Gemeinschaften nötig, in denen der einzelne Christ Halt findet, den Glauben konkret erfährt und zum Zeugnis für Christus angespornt wird. Er gründete mit Männern und Frauen, Jugendlichen und Priestern Gemeinschaften, die überlegten, wie sie der religiösen und sozialen Not in ihrer Heimatstadt Bordeaux begegnen könnten. Daraus gingen mehrere Ordensgemeinschaften hervor, so 1816 die Marianistenschwestern und 1817 die Gesellschaft Mariä (Marianisten). Fünf junge Männer stellten sich Pater Chaminade zur Verfügung: zwei Lehrer, zwei Handwerker und ein Theologiestudent. Mit ihnen begann er ein Ordensleben neuen Stils: alle Mitglieder - Priester und Laien - haben in dieser Gemeinschaft die gleichen Rechte und Pflichten, sie kleiden sich wie die Menschen ihrer Umgebung, leben in kleinen Kommunitäten, beten und arbeiten mitsammen und wollen das Evangelium zur Richtschnur ihres Lebens machen.

AUFGABE

Im Blick auf Maria, die bei der Hochzeit zu Kana die Diener aufgefordert hat, alles zu tun, was der Herr ihnen sagt, übernehmen wir alle Aufgaben, die Menschen zum Glauben führen und ihnen zu einem menschenwürdigen Leben helfen. Die Zusammensetzung aus Priestern und Brüdern, die gründliche Ausbildung aller Mitglieder und das unauffällige Erscheinungsbild macht es uns möglich, überallhin zu gelangen. Wir arbeiten in Schulen, Bildungshäusern, Pfarren und Sozialprojekten in 32 Ländern der Erde. Das gemeinsame Leben nimmt die erste Jüngergemeinde von Jerusalem in ihrer Nachfolge Jesu zum Vorbild. Wir wissen uns dabei mit Maria, der Mutter Jesu, eng verbunden. Die 1550 Marianisten leben in Europa, Nord- und Lateinamerika, Afrika und Asien. Gegenwärtig sind Indien, Afrika und Lateinamerika unsere aktivsten Niederlassungen. Die österreichischen Marianisten arbeiten in Schulen (Wien, Linz, Freistadt), im Bildungshaus Greisinghof und in einigen Pfarren. In den armen Ländern bemühen wir uns um die Behebung der sozialen Not und des Elends. Überall arbeiten wir eng mit der Ortskirche, unseren Laienmitarbeitern und den Marianistischen Apostolatsgruppen zusammen und wollen eine gerechte und friedvolle Welt aufbauen.

LEBENSFORM

Die Marianisten sind seit ihrer Gründung eine gemischte Ordensgemeinschaft, die sich aus Priestern und Laien zusammensetzt. Für uns ist das gemeinsame Leben und Arbeiten in einer Kommunität und an einer gemeinsamen Aufgabe bedeutsam. Es sollen wenigstens drei Brüder beisammen sein, die im geistlichen Leben, in der Arbeit und im Apostolat einander stützen. Unsere Einfachheit und die bewußte Nähe zu den Mitchristen wird in einigen Regelungen deutlich: Wir haben kein Ordenskleid, keine Klausur. Wir halten täglich eine Stunde Betrachtung, beten das kirchliche Morgen- und Abendgebet und feiern mitsammen die Eucharistie. Mit Vorliebe übernehmen wir Aufgaben, in den wir gemeinsam tätig sein können: aus diesem Grund sind uns Erziehungs- und Bildungseinrichtungen besonders wichtig, weil die unterschiedlichen Berufe, Begabungen und Tätigkeiten sinnvoll und zum Wohle der Mitmenschen eingesetzt werden können. Zum Apstolatskonzept Wilhelm Joseph Chaminades gehören sowohl die 1816 gegründeten Marianistenschwestern als auch die Laien der Marianistischen Apostolatsgruppen, aus denen die Ordensgemeinschaften hervorgegangen sind.

AUFNAHME

Das Mindestalter ist 18 Jahre, die Obergrenze ist mit der Fähigkeit zur Integration in die Gemeinschaft und ihre Aufgaben gegeben. Jeder Kandidat soll eine akademische oder technischhandwerkliche Ausbildung abgeschlossen haben. Andernfalls ist sie in der Aspirantenzeit abzuschließen. Körperliche und geistige Gesundheit und eine nüchterne Religiosität sind Voraussetzung für das brüderliche Zusammenleben, das geistliche Wachsen und unseren apostolischen Einsatz. Erst bei den Ewigen Gelübden wird entschieden, ob jemand Laie bleibt oder Priester wird, der persönliche Wunsch wird dabei sehr ernstgenommen. Das Noviziat dauert zwei Jahre, gefolgt von wenigstens drei Jahren zeitlicher Profeß. Zu den drei Gelübden der ehelosen Keuschheit, der Armut und des Gehorsams legen wir bei der Ewigen Profeß als Zeichen unserer Hingabe an die Mutter des Herrn das Gelübde der Stabilität ab und erhalten einen goldenen Ring. Die Marianisten sind in Österreich auch unter dem Namen "Marienbrüder" bekannt. Der Tiroler Selige Jakob Gapp trat 1922 bei den Marianisten auf dem Greisinghof ein. Er wurde 1943 von den Nationalsozialisten hingerichet und 1996 seliggesprochen.

KONTAKTADRESSEN

Regionalleitung der Marianisten

4284 Tragwein
Mistlberg 21

Greisinghof - Haus Chaminade

Tel. 07263 / 860 11
Fax DW 3
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: http://www.greisinghof.at

 

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