Geschichte

Orden der Regularkanoniker Hl. Kreuz (ORC)

GESCHICHTE

Auf Initiative von Dom Tello (1070-1136), Archidiakon der Diözese Coimbra in Portugal, wurde am 28. Juni 1131 in Coimbra das Kloster Santa Cruz (Heilig-Kreuz) mit einer Gemeinschaft von zwölf Priestern gegründet. Am 24. Februar 1132 begann das gemeinschaftliche Leben nach den evangelischen Räten auf der Grundlage der Augustinusregel. Die Regularkanoniker von Coimbra, auch Crúzios genannt, lehnten sich an das Kloster St. Rufus in Avignon an, welches damals als Vorbild der von den Päpsten geförderten kanonikalen Reform galt. Am 25. Mai 1135 gewährte Papst Innozenz II. dem Kloster Santa Cruz von Coimbra die Approbation und Exemption. Erster Prior des Ordens war der hl. Theotonius (1082-1162). Die Regularkanoniker von Santa Cruz übernahmen schon in den ersten Jahren mehrere Pfarreien in Coimbra und im Gebiet der heutigen Diözese Leiria-Fatima. Später wirkten sie auch missionarisch in den portugiesischen Überseekolonien. Durch die Klosterschule und seine reiche Bibliothek entwickelte sich Santa Cruz zu einem bedeutenden Studienzentrum. Hier empfing auch der hl. Antonius von Padua seine wissenschaftliche Ausbildung, ehe er im Jahre 1220 in den Franziskanerorden übertrat. 1527 wurde das Kloster Santa Cruz reformiert, und in der Folgezeit schlossen sich eine Reihe von ebenfalls reformierten Kanonikerklöstern an und bildeten die Kongregation vom Hl. Kreuz. Die Crúzios erlebten im 16. und 17. Jahrhundert ihre größte Blüte, auch in wissenschaftlicher Hinsicht (Collegium Sapientiae, Universität in Coimbra). Die staatliche Auflösung der Orden in Portugal traf im Jahre 1834 auch die Regularkanoniker vom Hl. Kreuz. Papst Gregor XVI. erhob dagegen Einspruch und bestätigte 1836 in aller Form den Fortbestand der Kongregation. Das letzte bekannte Mitglied, Dom Joaquim da Boa Morte, starb 1903 in der Nähe von Braga. In der Erzdiözese Braga wurde 1976 auf Initiative des Werkes der hl. Engel die Wiederbelebung des Ordens eingeleitet, die mit dem Dekret des Hl. Stuhls Perantiquus Ordo vom 29. Mai 1979 ihren Abschluß fand. Seither wirkt der Orden wieder in Portugal und darüber hinaus in anderen Ländern Europas, sowie in Afrika, Amerika und Asien. Er zählt heute 141 Mitglieder in zwölf Niederlassungen. Ihm angeschlossen sind die "Schwesternschaft vom Hl. Kreuz" und die "Gemeinschaft der Missionshelferinnen".

SPIRITUALITÄT

Die Spiritualität der Regularkanoniker vom Hl. Kreuz (kurz: Kreuzorden) orientiert sich von seinen Ursprüngen her an der kanonikalen Lebensweise, die ihr Vorbild im apostolischen Leben hat, d. h. in der Lebensgemeinschaft der Apostel und Jünger mit dem Herrn, wie sie dann in der Urkirche von Jerusalem weitergeführt wurde. Schwerpunkte sind feierliche Liturgie und eucharistische Anbetung. Die dem Orden eigene Kreuzesspiritualität konkretisiert sich im Gedenken der Erlösungstat Christi durch Sein Leiden, Sterben und Seine Auferstehung. Von Anfang an wurden im Orden auch die Mutter Gottes und die hl. Engel besonders verehrt. Zur besonderen Tätigkeit des Kreuzordens gehören ordentliche Seelsorge in den Pfarreien, Priesterausbildung, Exerzitienapostolat und spirituelle Hilfe für Priester. Ihren festen Platz im Orden haben auch die Laienbrüder, die ihrer Ausbildung entsprechend eingesetzt werden. In Fortführung der Tradition des Collegium Sapientiae unterhält der Orden in Brasilien eine philosophisch-theologische Hochschule (Institutum Sapientiae) für die Priesterausbildung.

AUFNAHME UND AUSBILDUNG

Voraussetzung für die Aufnahme ist die Bereitschaft zum Gemeinschaftsleben in der Nachfolge Christi nach den evangelischen Räten und die Bejahung der Spiritualität des Kreuzordens. Nach einer Gastzeit, dem Postulat und einjährigem Noviziat wird die erste zeitliche Profeß abgelegt, nach sechs Jahren die ewige. Für Laienbrüder ist eine abgeschlossene Berufsausbildung Voraussetzung zur Aufnahme, für Priesteramtskandidaten die Hochschulreife. Letztere erhalten ihre Ausbildung normalerweise am Institutum Sapientiae in Brasilien.

 

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