Geschichte

Serviten (OSM)

ENTSTEHUNG UND SPIRITUALITÄT

Am Beginn des "Ordens der Diener Mariens", wie der offizielle Name der Serviten lautet, steht keine markante religiöse und heilige Persönlichkeit, sondern eine Gruppe von sieben Männern, Kaufleuten aus Florenz.

Sie waren so sehr Gruppe, daß sie als solche - einmalig in der Kirchengeschichte - als "die Heiligen Sieben Gründerväter" heiliggesprochen wurden. Dieses Erbstück der Gründer, der Gemeinschaftsgeist, der dann durch die von Anfang an beobachtete Ordensregel des hl. Augustinus noch gestärkt wurde, hat den Orden gewiß sehr geprägt, ebenso wie die auf die Gründungszeit (1233) zurückgehenden Werte der sogenannten Mendikantenorden (Leben nach dem Evangelium). Dennoch ist die Herzmitte, der Kern, heute sagt man die Spiritualität des Ordens anderswo zu suchen. Die Sieben Väter werden als Männer gezeigt, deren ganz besondere Liebe der Gottesmutter gehörte, die sich "zur Ehre Gottes und zur Sicherung der Treue in der Nachfolge Christi dem Dienste Mariens weihten". Und letztlich hat dann die Kirche die Serviten 1304 mit der feierlichen Bestätigung nur aus dem Grund in die Reihe ihrer Ordensgemeinschaften aufgenommen, "um ihrer Liebe zur seligsten Jungfrau Ausdruck zu verleihen". Da Liebe mit Opfer im Einklang steht, waren die Serviten besonders empfänglich für jene Seite der Marienverehrung, die Maria als Gefährtin des Erlösers sieht, als Schmerzensmutter. Und noch eine Feinheit muß angedeutet werden: Von Anfang an und in allen Ländern ist die Marienverehrung der "Diener (Servi) Mariens" vom ersten Begriff nicht verdeckt, sondern gleichsam betont: Diener sein, kleine Leute sein, Einspringer sein wie Maria und unter ihrem ständig erflehten Schutz.

EINSATZGEBIETE

Unter dem Generalprior in Rom stehen 15 Provinzen und ebensoviele Vikariate in 30 Ländern in aller Welt. 1614 rief Erzherzogin Anna Juliana von Gonzaga, selbst Ordensmitglied geworden, die Serviten nach Innsbruck in Tirol. Von dort gingen 30 Klostergründungen in Österreich, Ungarn und Böhmen aus. Die bekannten widrigen Umstände von Joseph II. bis zur NS-Zeit verringerten den Bestand dieser Gründung auf sieben Klöster: Innsbruck (Provinzialat, Studienhaus, Beichtzentrum), Maria Waldrast bei Matrei am Brenner (Wallfahrtsort), Volders in Tirol (Oberstufenrealgymnasium), Maria Luggau/Lesachtal (Wallfahrtsort, Pfarrei), Wien IX. (Pfarrei, Zentrum der Verehrung des hl. Peregrin), Gutenstein-Mariahilfberg (Wallfahrtsort, Pfarrei), Gratzen-Tschechien (Begegnungszentren, Pfarrei, Wallfahrtsseelsorge). Die Tiroler Provinz begann auch 1914 die Mission in Swaziland (Südafrika), der sie immer noch sehr nahe steht. Auch zu den Ordensmissionen in Südamerika bestehen Kontakte. Aus dieser Darstellung ergibt sich das Aufgabengebiet des Ordens, in das auch die Laienbrüder voll integriert sind.

AUFNAHME UND AUSBILDUNG

Voraussetzung ist religiöses Streben und Gemeinschaftsfähigkeit, Abschluß eines Gymnasiums oder eines zweiten Bildungsweges beziehungsweise Berufsausbildung. Nach der Zeit Kennenlernens (Kandidatur) folgen das einjährige Vornoviziat, dann ein Jahr Noviziat, in den darauffolgenden Jahren bis zur Ablegung der feierlichen (ewigen) Gelübde die weitere Ausbildung, die die Priesterkandidaten an der Universität in Innsbruck, in Wien oder an der päpstlichen Fakultät der Serviten "Marianum" in Rom absolvieren.

KONTAKTADRESSEN

Provinzialat der Tiroler Serviten

6010 Innsbruck,
Maria Theresien-Straße 42,
Postfach 291

Tel. 0512 / 58 88 83-85
Fax 57 25 28

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