Geschichte

Zisterzienser (OCist)

ENTSTEHUNG UND AUFGABE

Im Jahr 1098 zogen Benediktiner aus dem Kloster Molesme unter ihrem Abt Robert in Citeaux (Cistercium), Burgund, um dort wieder die Regel des hl. Benedikt in ihrer ganzen Strenge zu erfüllen. Unter seinen Nachfolgern Abt Alberich und Stephan, die auch zu den Gründungsvätern gerechnet werden, festigte sich die Gemeinschaft. Dank der hervorragenden Persönlichkeit des hl. Bernhard von Clairvaux kam es bald zu Neugründungen, und der Orden nahm einen großartigen Aufschwung. Die Regel des hl. Benedikt ist eine Anleitung zur Gestaltung des Lebens nach dem Evangelium. Das Leben des Mönchs wird von den Gelübden bestimmt: Bindung auf Lebenszeit an das einmal gewählte Kloster, immer neue Hinkehr zu Gott - in der auch die evangelischen Räte Ehelosigkeit und Armut eingeschlossen sind - und Gehorsam. Die Tätigkeit des Mönchs besteht in Gebet und Arbeit. Das Gotteslob steht an erster Stelle. Die Arbeit ist, da die meisten Mönche Priester sind, auch auf die Seelsorge gerichtet. Die Ziesterzienserklöster sind selbständig, werden von einem Abt geleitet und sind zu Kongregationen zusammengeschlossen. An der Spitze des Ordens steht der Generalabt.

EINSATZGEBIETE

Auch die zur Ehre Gottes verrichtete Arbeit wird zum Gebet. Aus der ehemaligen Handarbeit der mittelalterlichen Mönche ist heute die Arbeit im Reiche Gottes, in der Verkündigung geworden. Seelsorge im Kloster und in den seit Jahrhunderten dem Kloster inkorporierten Pfarren, Religionsunterricht, Jugenderziehung und außerordentliche Seelsorge durch Exerzitien und Einkehrtage gehören zur Aufgabe der Mönche. Die Ordensangehörigen verwalten auch zum größten Teil selbst ihre Klosterbetriebe (Forst, Landwirtschaft, Gärtnerei, Fischerei, Weinwirtschaft, Bauamt und Buchhandlung) und verdienen so den Lebensunterhalt für die Ordensangehörigen, sorgen für die Mitarbeiter, deren Zahl oft nicht gering ist, und für die Bauten und Kunstwerke, die frühere Generationen geschaffen haben und die es für die Nachwelt zu erhalten gilt.

LEBENSFORM

Die zisterziensische Mönchsgemeinschaft versteht sich als Familie, die nach der Regel des hl. Benedikt unter der Leitung eines von ihr gewählten Abtes (Vater) lebt. Eine wohlausgewogene Tagesordnung (Gebets-, Tisch-, Arbeits- und Erholungszeiten) gibt dem Leben im Kloster das Gepräge, läßt aber genügend Raum für die Eigenständigkeit des einzelnen, für seinen Weg zu Gott und die persönlich verantwortete Gestaltung der Arbeit.

AUFNAHME UND AUSBILDUNG

Voraussetzungen zum Eintritt in ein Zisterzienserkloster sind lebendiger Glaube, Freude am Gebet und Gemeinschaftsfähigkeit. Die Ausbildung beginnt mit dem Noviziat, dem Probejahr, das mit der Ablegung der Gelübde, zunächst für drei Jahre, abschließt. Erst nach dieser Bewährungszeit erfolgt durch die feierliche Profeß die endgültige Bindung an die Gemeinschaft. Die theologische Ausbildung der Priestermönche beginnt nach dem Noviziat und erfolgt an der theologischen Fakultät einer Universität oder Hochschule. Auch der Mönch erhält außer einer Berufsausbildung eine entsprechende theologische Ausbildung.


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