Kritischer Blick auf virtuelle Welten

2017 02 15 hagenberg 120Dass Ordensschulen in ihrem Bildungsanspruch den Blick auf die Zukunft ausrichten, beweist unter anderem die HLW Freistadt durch ihre Kooperation mit der FH Hagenberg. In Exkursionen und Workshops lernen die Freistädter Schülerinnen und Schüler praxisnah aktuellste technische Entwicklungen kennen. Das jüngstes Projekt liefert einen Einblick in die Virtuellen und Erweiterten Realitäten. Wesentlich ist aber auch der kritische Blick auf diese Entwicklung.

Im Rahmen des Netzwerktechnik-Unterrichts in Angewandter Informatik besuchten die Schülerinnen und Schüler der 5. Schulstufe mit ihren AIN-Lehrern die Fachhochschule in Hagenberg. Nach der Begrüßung durch Herrn Prof. DI Johann Heinzelreiter, der diesen besonderen Tag an der FH organisiert und koordiniert hatte, ging es für die Jugendlichen auch gleich praxisnahe rein ins Abenteuer Virtualität.

In Station 1, geleitet von Systemadministrator DI (FH) Wolfgang Friesenecker, lernten die SchülerInnen die Netzwerk-Infrastruktur an der FH Hagenberg kennen, die mittels modernster Technologien umgesetzt ist. Sie erlebten hautnah, welch komplexe leistungsstarke IT-Infrastruktur für die Vernetzung der zahlreichen Server und PCs erforderlich ist.

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(c) HLW Freistadt/Gudrun Heinzelreiter-Wallner

Station 2 präsentierte unter Leitung von Prof. Mag. DI Dr. Clemens Holzmann die neuesten Entwicklung aus dem Bereich Augmented Reality und Virtual Reality. Die SchülerInnen konnten mit der Samsung Gear und Oculus Rift in virtuelle Welten eintauchen sowie Google Glass und vor allem auch die HoloLens praktisch erproben. Damit bot sich ihnen eine einmalige Chance, unterschiedlichste moderne Technologien live testen zu können und Auswirkungen auf die Wahrnehmung unmittelbar zu erfahren.

Station 3 zeigte unter Leitung von Prof. MMag. Dr. Gerald Lirk, wie die Disziplinen Medizin- und Bioinformatik perfekt vereint werden können. Durch exploratives Arbeiten bestimmten die Schülerinnen und Schüler ihre Blutgruppe und ihren Rhesusfaktor. Im Labor hatten die Jugendlichen auch die Möglichkeit, ihre Lungen-Vitalkapazität zu messen. Die Vielfalt von Möglichkeiten in der Informatikbranche haben die Jugendlichen jedenfalls angenehm überrascht.

Kritischer Blick auf den tatsächlichen Nutzen

Die Reaktion der Schülerinnen und Schüler fiel durchaus positiv aus. Sie zeigten sich verwundert, welche Einsatzszenarien (in Medizin, Industrie, Ausbildung, Unterhaltung, etc.) bereits möglich sind und auch künftig als fiktive Einsatzmöglichkeiten angedacht sind. Aber die Jugendlichen hinterfragten auch durchaus kritisch, welchen Nutzen Google Glass und Co. im tatsächlichen Einsatz bringen würden und ob ihre Verwendung gesundheitliche und wahrnehmungsbezogene Einflüsse haben könnten.

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(c) HLW Freistadt/Gudrun Heinzelreiter-Wallner

Die Frage, die sich den Schülerinnen und Schülern stellte, lautete: Soll sich der Mensch auf die neuen Welten einlassen und uneingeschränkt virtuell werden? Tatsache ist: Bei Spielkonsolen beispielsweise sind virtuelle Welten schon etwas Altgewohntes; diese Anwendungen wirken auf Jugendliche nicht (mehr) befremdend. Dennoch war einheitlicher Tenor sowohl bei Burschen als auch bei Mädchen, dass sie lieber in der realen Welt „leben“. Augmented systems (allumgebenede Systeme) und wearable systems (digitale Hilfsmittel, die z. B. in Kleidern, Windeln, Schuhen usw. integriert sind und zum Teil für die zur Überwachung von Kondition, Gesundheit oder Ähnliches dienen) sind vielen bereits bekannt. Für viele ist eine dauerhafte Überwachung durch ein integriertes System in einem Ring oder einer Uhr fast Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig hinterfragten die Jugendlichen dennoch, ob zum Beispiel eine dauerhafte Überwachung eines Babys mittels integrierten Medien in Windeln sinnvoll sei.

Diese Diskrepanz war den Schülerinnen und Schülern durchaus bewusst. Was ihre persönlichen Daten betreffen, so war ihnen klar, dass sie mehr von sich preisgeben und mehr überwacht sind als gewollt. Es war ihnen aber nicht immer bewusst, dass Daten auch missbraucht werden könnten. Grundlegend steht der Großteil der Jugendlichen den Medien offen gegenüber und scheut nicht, etwas Neues ausprobieren zu können. Die Neugierde auf Neues ermöglicht erst Medien die Chance, angenommen zu werden. Diese Offenheit ist wichtig, es muss allerdings auch in permanenter Diskussion mit den Jugendlichen auf kritische Aspekte hingewiesen werden.

[rs]

 

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