Heutige Flashmob-Message: Ein starker Sozialstaat ist möglich

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Die Initiative „Christlich geht anders“ setzt sich für einen dichteren Sozialstaat und eine gerechtere Verteilung in der Gesellschaft ein. Mit einem Flashmob am Wiener Stephansplatz erhob die ökumenische Initiative heute Vormittag lautstark und präsent ihre Stimme. Redner und Rednerinnen aus unterschiedlichen Bereichen öffneten Perspektiven und präsentierten Antworten und Lösungsansätze.

 

Die Ordensgemeinschaften Österreich wurden durch Abtpräses Christian Haidinger vertreten, er machte ganz klar: „Wir können nicht mit ansehen und passiv daneben stehen, wenn auf die großen sozialen Fragen entsolidarisierende Antworten gegeben werden. Es braucht eine gerechte Besteuerung, damit das soziale Netz nicht kleiner, sondern für alle und mit allen tragfähiger wird.“ Angesichts der wachsenden Not an den „Rändern der Gesellschaft“, an die Papst Franziskus Christen und Christinnen ausdrücklich rufe, gelte es, „die Stimme zu erheben, denn individuelles Gewinnstreben dominiert gelebte Solidarität und der Sozialstaat wird als Feind stilisiert.“

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Der Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister wies auf den großen Irrtum hin: „Flüchtlinge, Zuwanderer oder einfach nur „das System“ oder „die EU“ werden verantwortlich dafür gemacht, dass es vermeintlich nicht mehr für alle reicht und Leistungen des Sozialstaats gekürzt werden müssen.“ Tatsächlich habe eine neoliberale Wirtschaftspolitik Armut und Ausgrenzung vorangetrieben, sei die Schwächung des Sozialstaats zu einem sogenannten „Sachzwang“ gemacht worden.

„Ein starker Sozialstaat ist möglich“, postulierte die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, Veronika Pernsteiner: „Er ist das Ergebnis politischer Entscheidungen: für eine gerechte Umverteilung, für ein Bekenntnis zur Würde eines jeden Menschen und für seine existenzielle Absicherung unabhängig von Herkunft, Leistung und Geschlecht.“ Pernsteiner wies darauf hin, dass dort, wo der Sozialstaat in Frage gestellt, geschmälert oder gar abgebaut würde, zuvorderst die Schwächsten litten, Migranten, Flüchtlinge und Frauen, „weil Frauen ohnehin schon benachteiligt sind, als Alleinerzieherinnen, Niedrigverdienerinnen oder Zuständige für nicht entlohnte Sorgearbeit“.

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„Sozialstaatliche Absicherungen sind dringender denn je“, so auch Flashmob-Teilnehmer und Sozialstaats-Experte Emmerich Talos, Mitinitiator des Sozialstaatsvolksbegehrens aus dem Jahr 2002: „Die Politik ist gefordert, sozial gerechte Maßnahmen zu setzen, damit der soziale Grundwasserspiegel in unseren Gesellschaften wieder steigt.“

Elisabeth Mayer, Präsidentin der Katholischen Aktion Salzburg, warnte in ihrem Statement vor Angst und Misstrauen: „Das Schüren von Ängsten darf nicht durch Wählerstimmen belohnt werden. Christlich geht anders: Hoffnung statt Angst, Aufbauen statt Niedermachen, Integrieren statt Ausgrenzen“. In diesem Sinne verstünde sie auch den Auftrag der Katholischen Aktion: „KA – keine Angst!“.

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Die Initiative „Christlich geht anders“ wird von zahlreichen Organisationen und Einzelpersonen getragen. Sie engagiert sich unter Berufung auf die christliche Soziallehre, das „Sozialwort der christlichen Kirchen in Österreich“ sowie Positionierungen von Papst Franziskus für ein solidarisches Miteinander in der Gesellschaft auf Basis eines starken Sozialstaates und einer gerechten Verteilung von Ressourcen und Teilhabechancen. „Reden wir über solidarische Antworten auf die soziale Frage“, lautete die Aufforderung der Initiative an die Öffentlichkeit beim Flashmob vor dem Wiener Stephansdom. 

[Ohnemus, msc]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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