Ordensspitaltag: 23 Ordensspitäler mit über 7.700 Betten in Österreich (#otag17)

1 20171130 Ordensspitaltag Mschauer 11 120Am 30. Nov 2017 trafen sich im Kardinal König Haus die Vertretungen und Geschäftsführungen der 23 Ordensspitäler zu ihren Beratungen. Sr. Edith-Maria Magar betonte als Impulsgeberin die Wichtigkeit einer christlichen Führungskultur. „Beziehung heilt“ ist das innere Verständnis und mit „Quellen der Kraft“ will man PatientInnen helfen, „sich ganzheitlich zu öffnen“.

Über die Rolle der Ordensleitungen in Übergangsprozessen referierte vor Ordensverantwortlichen, die ein Ordensspital in Trägerschaft führen, die Generaloberin Sr. Edith-Maria Magar von den Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Sie haben 2011 alle Werke und Einrichtungen in eine Stiftung eingebracht und sich aus den direkten operativen Aufgaben zurückgezogen. „Als Ordensleute dürfen wir den Kairos nicht übersehen, dass wir nicht als ‚Virtuosen des Religiösen‘ deplatziert wirken. Deshalb braucht es eine intensive Auseinandersetzung an Übergängen mit dem spirituellen Vermächtnis in ideeller, personeller und struktureller Hinsicht.“ Magar spricht von Entwicklungsprogrammen, gezielten Anforderungsprofilen, von der Zukunftsfähigkeit der Einrichtungen und Werke, von Vermögenssicherung zur Altersversorgung für die Schwestern, die ihr Leben lang „pro Deo“ gearbeitet haben. Das hat zur Folge, dass sich die Gemeinschaft intensiv mit der Sendung auseinandersetzen muss: „Sich mit der eigenen Sendung neu ausauseinanderzusetzen und die Position der Wirksamkeit zu finden ist die eigentliche Herausforderung.“

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Sr. Edith-Maria Magar, Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen (Fotos: Magdalena Schauer) - Foto in Druckqualität

Führungskompetenz und christliches Selbstbewusstsein

„Es geht darum, Menschen zu befähigen und zu ermöglichen, christliche Identität und Atmosphäre in den Häusern und Einrichtungen zu gestalten. Dort sollen Hoffnungsmilieus und Stabilität mit Kompetenz und Sicherheit wachsen können.“ Magar faltet vier Dimensionen aus, wenn sie die Frage beantwortet: Was macht eine christliche Einrichtung aus? In die erste Dimension Verkündung stellt sie die Frage: „Spürt man etwas von der Frohen Botschaft?“ Zur zweiten Dimension Liturgie und Feiern fragt sie: „Eröffnen wir Erfahrungs- und Freiräume für heilsame Gottesnähe?“ Die dritte Dimension Gemeinschaft richtet sich an der Frage auf: „Leben und arbeiten wir im Haus in solidarischer Gemeinschaft?  Leben wir ein Wir?“ Als vierte Dimension faltet sich die Dimension  Diakonie aus: „Helfen wir Bedürftigen im Haus professionell und kompetent?“ Magar sieht die Ordensgemeinschaften selber in der „Situation der Liminalität, an der Schwelle“. Gerade in solchen Situationen gilt es klar zu fragen: „Wie können wir wirksam sein?“ Deshalb empfiehlt Magar den Ordensverantwortlichen dem „Kern der Spiritualität und Identität nachzugehen“, die „eigenen Stärken neu zu entdecken, zu benennen“ und die „Gestaltungsmöglichkeiten auszuloten“.

ARGE Ordensspitäler halten Vollversammlung

In der Vollversammlung der ARGE Ordensspitäler referierte Sr. Edith-Maria Magar vor allem über Führungskultur in Zeiten der Übergänge: „Wer Übergänge gestalten will, muss besonderen Wert auf Führungskultur und die Entwicklung und Förderung von Führungskräften legen.“ Sie erzählt vor den KrankenhausträgerInnen und GeschäftsführerInnen, dass sie über 100 Führungspersönlichkeiten mehr als 20 Tage im Jahr mit verbindlicher Teilnahme in ihre Aufgabe eingeführt haben. Sie schildert realistisch: „Natürlich haben wir auch erlebt, dass der Zwilling der Veränderung der Widerstand ist.“ Deshalb kommt es auf eine gute Verhaltens- und Sprachkultur an, braucht eine gute Wahrnehmung der emotionalen Qualität in Prozessen, eine klare Orientierung am Kranken selber, den Mut zum Risiko und genauso in Alternativen denken. „Agieren statt reagieren war unser erklärtes Ziel.“ Die Waldbreitbacher Schwestern sehen in ihren „weltliche Oberinnen ethische Garantinnen“.

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Vollversammlung der ARGE Ordensspitäler

23 Ordensspitäler mit 7.700 Betten

Die 23 öffentlich-gemeinnützigen Ordensspitäler in Österreich haben mehr als 7.700 Betten zur Verfügung, um ihre Gesundheitsdienste anzubieten. Als innere Dynamik wurde in der vergangenen Jahren in einem Identitätsprozess herausgearbeitet, „daß Beziehung heilt“. Spiritualität ist der Identitätskern. Darauf bezieht sich auch die Broschüre „Quellen der Kraft“, die etwa 70.000 Mal seit April 2017 in den Spitälern zum Einsatz kam. Mit einer neuen Leitungsstruktur innerhalb der ARGE, einer Schwerpunktsetzung in Richtung gesundheitspolitischer Positionierung und gezielter Öffentlichkeitsarbeit will man in die Zukunft gehen.

Ordensspitäler in Österreich

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