Malteserorden will besser geschulte Amtsträger und mehr Frauen in Führungspositionen

Malteser 120Der Malteserorden hat bei einem internationalen Strategietreffen vom 8. bis 11. Februar 2018 in Rom über seine Zukunft und mögliche Reformen beraten. Zentrale Punkte für die Verfassungsreform des Ordens seien etwa eine bessere Ausbildung von Amtsträgern, eine erweiterte Basis zur Entscheidungsfindung bei strategischen Fragen sowie mehr Frauen in Führungspositionen, teilte der Orden am 12. Februar mit.

Rund 140 Mitglieder des Souveränen Malteserordens hatten über den aktuellen Stand der Reform beraten. Dabei sei es um die zentrale Leitung, lokale Organisationen, Personalentwicklung, Mitgliedschaft und geistliche Ausbildung gegangen.
Seit Juni 2017 hatten zehn internationale Arbeitsgruppen Vorschläge gesammelt und Vorarbeiten geleistet. Die Ergebnisse des Strategieseminars in Rom sollen in den kommenden Monaten in konkrete Projekte umgemünzt werden. Diese müssen zunächst Anfang Mai vom Souveränen Rat beraten und später vom Generalkapitel des Ordens mit einer Zweidrittel-Mehrheit beschlossen werden.

Nach der Krise, in die der Orden 2016 wegen eines Streits um seine Führung und Ausrichtung geraten war, hatte er im Frühjahr vergangenen Jahres die Reform in Angriff genommen. Begleitet wird die Reform vom Sonderbeauftragten des Papstes für den Malteserorden, Kardinal Giovanni Angelo Becciu. Ihn hatte Franziskus im Februar 2017 ernannt, um den Orden bei seiner Erneuerung zu unterstützen.

An der Erarbeitung der Reformvorschläge waren insgesamt rund 200 Personen beteiligt. Nach Aussage von Bertero Gutierrez war eine Reform der Verfassungscharta des Ordens und seines Codex ohnehin fällig. Die aktuelle Fassung stamme von 1961 und sei 1997 nur leicht aktualisiert worden. So habe sich etwa die Zahl der Mitglieder von 1961 bis heute auf rund 12.000 vervierfacht, statt 33 Großpriorate gebe es jetzt 59. Die Zahl der Staaten, mit denen der Orden als selbstständiges Völkerrechtssubjekt diplomatische Beziehungen unterhält, ist von 25 auf heute 107 gestiegen. Zuletzt waren Ende 2017 diplomatische Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland hinzugekommen.

Foto: Malteser Honmepage

[hwinkler]