„A Rose In Winter“: Film über die Lebensgeschichte der Ordensfrau Edith Stein im Europa-Parlament

Vor mehr als 190 Gästen feierte der Film „A Rose In Winter“ über Edith Stein im größten Ausschuss-Saal des Europa-Parlaments seine EU-Premiere. Der österreichische Europa-Abgeordnete Lukas Mandl initiierte die Filmvorführung, zu der als Gast der Administrator des Stiftes St. Paul im Lavanttal, P. Maximilian Krenn, aus Kärnten angereist war.

20190110 Filmscreening Kinofeeling 700

Filmscreening: © Theodore Markovic

Der Film zeigt die außergewöhnliche und berührende Lebensgeschichte der Widerständlerin, Feministin, Karmelitin und Opfer des Holocaust, Edith Stein, die Mandl als eine Verbinderin zwischen der jüdischen und der christlichen Religion, die ihr Zeugnis in Zeiten des „größten Verbrechens der Menschheitsgeschichte“, als das Mandl „den Holocaust, die Shoa“ beim Namen nannte, abgelegt habe. Es sei wichtig, dass der Film „nicht nur das Leben einer gläubigen Frau nachzeichnet, sondern auch die Versäumnisse und Fehler von Vertretern der katholischen Kirche in der Zeit der Gräueltaten des nationalsozialistischen Unrechtsstaats deutlich aufzeigt“, so Mandl.

Der für den Film mit vielen Preisen ausgezeichnete Regisseur Joshua Sinclair sprach in der Podiumsdiskussion nach dem Film offen darüber, dass sein Großvater in Auschwitz interniert gewesen war, und betonte, dass es in diesem Vernichtungslager der Nationalsozialisten „sechs Millionen Märtyrer“ gegeben hat, die wir „als Heilige ansehen sollten“. Es sei kein religiöser Film, sondern einer, der das Leben einer Frau zeigt, die mit der Kraft der Liebe und ihres tiefen Gottvertrauens außerordentliche Dinge vollbrachte. Medien müssten sich der Wahrheit verpflichtet fühlen, „damit sich die Lüge nicht durchsetzt“, betonte der Regisseur. Das gelte besonders gegenüber jungen Menschen, die, so Sinclair, „uns dafür zur Verantwortung ziehen werden, welche Welt wir ihnen hinterlassen“.

Andere Europa-Abgeordnete verwiesen auf den Mut der couragierten Frau, die für Frauenrechte kämpfte, für das Recht auf individuelle Entwicklung für jeden Menschen, unabhängig von Herkunft und Geschlecht. Ihr leider vergeblicher Versuch, den Holocaust durch Intervention beim Papst als gläubige Katholikin sozusagen von innen heraus zu beenden, verdiene höchsten Respekt.

Lukas Mandl betonte, dass die große Mehrheit des Europa-Parlaments sich gegen Antisemitismus stelle und die EU zu „Verständigung und einem zukünftig guten Miteinander von Ethnien, Nationalitäten und Religionen in Südosteuropa im allseitigen Interesse beitragen“ müsse. Diese Position werde von ganz vielen aktiv geteilt.

[hwinkler]