Propst Fürnsinn plädiert für Ausweitung auf ein freiwilliges Sozialjahr

Fürnsinn 120Die Volksbefragung zur Wehrpflicht am 20. Jänner 2013 hat ein eindeutiges Votum gebracht. Der Vorsitzende der Superiorenkonferenz der Männerorden Propst Maximilian Fürnsinn plädiert in einer Kolumne in den NÖN für die Ausweitung des Sozialjahres auf soziale Bildungsarbeit und spirituelle Formung im Mitleben und Mitarbeiten in einer Ordensgemeinschaft.

 

"Persönlich wünsche ich mir, dass bei den künftigen Überlegungen neben einer sinnvollen und effektiven Landesverteidigung besonders die soziale Verantwortung der jungen Menschen unseres Landes intensiviert wird. Ich könnte mir den Ausbau eines „freiwilligen Sozialjahres“ verstärkt vorstellen: damit könnten zu den bisherigen Bereichen – wie Rettungsdienst, Pflege– und Betreuungsdienste, sowie Gedenkdienst – auch neue Möglichkeiten des Einsatzes erschlossen werden. Ich denke dabei an Sprachförderung für Kinder und auch Erwachsene mit Migrationhintergrund, an Hilfsdienste für Kindergärten und Behinderteneinrichtungen, an die Betreuung von Jugendgruppen, „politische Arbeit“ in Kommunen usw. Freilich bedarf es dazu einer entsprechenden Ausbildung und laufender Begleitung. Das wäre eine Zeit sozialen Lernens, noch dazu wenn solche Einsätze auch für junge Frauen geöffnet werden. Ich glaube, dass viele junge Leute in diese Richtung hoch motiviert sind.

Im kirchlichen Bereich erfahren wir das jetzt schon in machen Bereichen: Auslandseinsätze zur Entwicklungshilfe, die Mitarbeit bei Young Caritas oder bei der Initiative „72 Stunden ohne Kompromiss“. Da bin ich immer wieder überrascht, mit welchem Engagement Jugendliche sich einsetzen.

Aber ich habe auch noch einen anderen – etwas gewagten Vorschlag. In manchen fernöstlichen Ländern gibt es die Möglichkeit für junge Menschen, einige Monate in ein Kloster zu gehen. Damit sollen Selbstbesinnung, das Erlernen eines inneren Weges, Lebensmotive und Lebensinteressen besser kennen zu lernen, gefördert werden. Zudem lernt man in einem Kloster auch in einem sozialen Verband mit verschiedenen Generationen zu leben. Man lernt einen ausgeglichenen Lebensrhythmus kennen, sein Leben in Balance zu halten und Leben und Spiritualität miteinander zu verbinden. – Das wäre auch für die geistlichen Gemeinschaften eine neue Herausforderung, die auch jetzt schon für Jugendliche „Kloster auf Zeit“ anbieten. – Mir ist bewusst, dass manche zu meinem Vorschlag den Kopf schütteln werden."

 

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