P. Georg Sporschill: Auferstehung macht die Kleinen zu Stärksten

Ruth Zenkert und Pater Georg Sporschill gründeten 2012 den Verein „Elijah“. (c) ELIJAH Soziale Werke
Sporschill zeigt auf, wie das kleine Mädchen Sofia im Romadorf Tichindeal zum Engel für ihren ins Elend gerutschten Großvater Luca („Tati“) geworden ist. Sofia hat ihren Tati von Alkoholismus und häuslichen Gewaltausbrüchen geheilt.
Nachdem alle Kinder Lucas verlassen hatten bzw. aus dem chaotischen Zuhause geflüchtet seien, auch Sofias Mutter, sei einzig die kleine Sofia bei ihrem Großvater geblieben. „Heute, wo er alles verloren hat – die Frau, die Kinder, die Arbeit – hat er einen Schatz, Sofia, das freche Kind. Sie bestimmt, was der ‚Tati‘ zu tun hat. Er füttert die Tiere und kocht. Und Sofia hat es geschafft, dass Luca nicht mehr trinkt“, heißt es im Osterbrief des Vorarlberger Jesuiten.
Tiefe Osterbotschaft
Er weist auf die tiefe Osterbotschaft im Blick auf diese zerbrochene und in neuer Form doch wieder präsente Familie hin: „Die Kleine ist die Stärkste und wendet die Not. Die Auferstehung stellt alles auf den Kopf (...). Ostern geschieht!“
„Elijah“-Leiterin Ruth Zenkert, mit der P. Georg Sporschill seit bald 40 Jahren zusammenarbeitet, verweist auf die Spiritualität des Gründers des Jesuitenordens, Ignatius von Loyola. Ignatius habe in einem Schreiben an Margarita de Austria (1553) ebenfalls das Thema des scheinbaren Scheiterns und des Weitergehens behandelt. „Durch Misserfolg und durch Wohlergehen bietet Gott uns immerdar Hilfe an zu dem Einen: nämlich unsere ewige Bestimmung und Glückseligkeit zu erreichen“, wandte sich der Ordensgründer an die Tochter von Kaiser Karl V.
Zahlen nennen ist schwierig
Ruth Zenkert bezieht die Worte auf die ihr oft gestellte Frage, „wie viel Prozent der Roma-Kinder die Schule abschließen, wie viele wir retten können“. Es sei schwer, hier Zahlen zu nennen, denn was heute aussehe, als sei es ein Erfolg, „ist morgen eine Niederlage; wo wir glauben, es ginge nicht mehr weiter, werden wir positiv überrascht“.
Und Ruth Zenkert weiter: „Es zählt, dass wir miteinander auf dem Weg sind. So bleiben wir wach, auch wenn wir glauben, es sei alles geschafft, und geben nicht auf, obwohl wir keine Lösung sehen. Der Brief des Ignatius ermutigt und tröstet uns.“
Der Verein Elijah
Unter dem Motto „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt“ gründeten P. Georg Sporschill und Ruth Zenkert 2012 einen Verein, um verarmte Roma-Familien in Siebenbürgen zu unterstützen. Heute betreibt der Verein „Elijah“ u.a. vier Sozialzentren, Musikschulen, Jugendklubs, Nachmittagsbetreuung, Nachhilfe, Ausbildungs- und Arbeitsprojekte, ein Schülerwohnheim, ein Mutter-Kind-Haus, ein Streetworkprojekt in Bukarest und Hilfe zum Neu- und Umbau von Häusern.
Quelle: kathpress