Sr. Christina Blätterbinder berichtet von Erfahrungen auf Kuba

Seit Jänner 2024 lebt Sr. Christina Blätterbinder (hinten, 3.v.r.) auf Kuba. Zu Beginn stand gleich das Regionalkapitel mit den Mitschwestern in der Provinz auf dem Programm. (c) SSpS
Die Situation auf Kuba sei einzigartig kompliziert und mit keinem anderen Land vergleichbar. In Nicaro im Osten der Insel lebt Sr. Christina Blätterbinder mit zwei Mitschwestern zusammen – eine kommt aus Indonesien und eine aus Korea. „Unser Haus ist recht groß, wir haben einen großen patio (Hof und Garten) mit vielen Bananen- und Papayabäumen, mit Blumen und mittendrin haben wir auch Hühner und unseren geliebten Guardian, unseren Wachhund, der in der Nacht gut auf uns alle aufpasst“, berichtet sie.
Bei einem Wortgottesdienst gemeinsam mit einigen Mitgliedern von AMES spendete Sr. Christina Blätterbinder zu Beginn der Fastenzeit das Aschenkreuz. (c) SSpS
Dort empfangen sie auch viele Gäste, die einfach zum Reden vorbeikommen, denn: „Das Zuhören ist eines unserer grundlegendsten Apostolate hier: die tagtäglichen Sorgen der Leute anhören, mitfühlen, um Transformation/Veränderung und Verbesserung ihrer Situation beten.“ Wichtig ist für die gebürtige Oberösterreicherin daher auch, die Sprache so gut wie möglich zu erlernen. Von April bis November 2024 absolvierte sie deshalb einen Spanischkurs, um auch in die kubanischen Eigenheiten, wie die Cubanismos – Wörter, die es nur in Kuba gibt – tiefer eintauchen zu können.
Vorbereitung auf die Sakramente
Seit Beginn der Präsenz der Steyler Missionsschwestern auf Kuba sind diese in der catequesis, der Vorbereitung auf die Sakramente, tätig. So auch Sr. Christina Blätterbinder: Sie trifft sich jeden Samstag mit den Kindern in Nicaro, um über den Glauben und seine Bedeutung für das Leben zu sprechen. „In Österreich sprechen wir viel von Säkularisierung, in Kuba erlebe ich sie ganz konkret“, erklärt sie. Viele Kinder und auch deren Eltern sind zwar getauft, haben aber keinen Bezug zum Glauben.
Sr. Christina Blätterbinder bereitet eine Gruppe von Erwachsenen auf die Taufe vor. (c) SSpS
Außerdem übernahm sie auch die Gruppe der Erwachsenen, die sich auf die Taufe und erste Kommunion vorbereiten: „Es ist eine gänzlich neue Erfahrung für mich und ich lerne auch viel Neues dazu, v. a. wie ich von meinem eigenen Glauben Zeugnis geben kann, damit diese Erwachsenen auf dem Weg in ihrer Christusnachfolge auch davon profitieren können.“
Zwei Steyler Missionare aus Indonesien und der Slowakei betreuen die Pfarre Mayari. (c) SSpS
Begleiten darf sie auch die Gruppe „Asociación Misionera del Espíritu Santo (AMES)“, die das missionarische Wirken der Steyler Missionsschwestern auf Kuba unterstützen. Wichtig ist Sr. Christina Blätterbinder außerdem die Kooperation mit anderen Ordensleuten und mit den Steyler Missionaren, die die Pfarre Mayari, zu der Nicaro gehört, betreuen.
Lebensmittelpreise sind „schwindelerregend hoch“
Auch von Schwierigkeiten berichtet die Steyler Missionsschwester im Rundbrief. So seien die Lebensmittelpreise für die Bevölkerung „oft schwindelerregend hoch“ und nur schwer leistbar. Außerdem machen verschiedene nebeneinander existierende Währungen den Einkauf kompliziert. Seit Ende Jänner 2025 kochen Sr. Christina Blätterbinder und ihre Mitschwestern daher zwei Mal pro Woche ein Mittagessen für bedürftige Menschen in der Umgebung.
Zwei Mal pro Woche kochen Sr. Christina Blätterbinder und ihre Mitschwestern ein Mittagessen für bedürftige Menschen in der Umgebung. (c) SSpS
„Die großen wirtschaftlichen Probleme des Landes bleiben bestehen. Mit unserem Comedor schaffen wir eine kleine Abhilfe, sind wir der sprichwörtliche ‚Tropfen auf dem heißen Stein‘. Aber wir tun, was wir können und Gott macht das Übrige“, schreibt sie.
Quelle: Sr. Christina Blätterbinder