Erinnern und Gedenken

Zum gestrigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus warnte UNO-Menschenrechtskommisarin Michelle Bachelet vor wachsenden Ausgrenzungstendenzen heute. Auch Abt em. Christian Haidinger, 1. Vorsitzender der Superiorenkonferenz der Männerorden meldet sich zu Wort. "Leider haben auch die Kirchen erst nach der Schoa flächendeckend Partei für die Jüdinnen und Juden ergriffen 
und haben den Bund Gottes mit seinem erwählten Volk bekräftigt und jedweder Theologie der Verachtung abgeschworen. 
Im Gedenken ist auch Buße angesagt – und die innige Bitte an Gott, unsere Herzen zu berühren und uns zu stärken auf dem Weg der Umkehr!" #wach

 


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„Wir sehen heute eine starke Zunahme vieler Formen von Hass, einschließlich des Giftes von Antisemitismus und anderer Angriffe auf Minderheiten“, erklärte Michelle Bachelet in Genf. Dazu gehörten auch körperliche Übergriffe gegen Kinder und Erwachsene sowie Kampagnen gegen ganze Völker, ethnische Minderheiten und Migranten - „in einigen Fällen auch mit der Unterstützung durch Staatenlenker“, mahnte Bachelet.

Ebenso prangerte sie die steigende Tendenz an, die Ereignisse des Holocaust zu verharmlosen oder gar zu leugnen. „Wir müssen uns gemeinsam gegen diese Normalisierung des Hasses stellen“, unterstrich Bachelet. Es gelte, gemeinsam die „langsam wachsende Flut von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und andere Versuche, bestimmte Gruppen ihrer Menschlichkeit und ihrer Rechte zu berauben“, zurückzudrängen.

Verteidigung der Menschenrechte

„Dieser Hass entwickelte sich allmählich aus Worten, Stereotypen und Vorurteilen - durch rechtliche Ausgrenzung, Entmenschlichung und Gewalteskalation“, betonte die UNO-Kommissarin. Auch heute stehe man vor ähnlichen Tendenzen. „Angesichts solcher Versuche, Gruppen zu entmenschlichen und zu dämonisieren, müssen wir zusammenstehen in der Verteidigung der Menschenrechte.“ Nur dadurch könne sichergestellt werden, dass sich ein solcher Völkermord nie mehr wiederhole, unterstrich Bachelet.

Buße und Weg des Zueinander und Miteinanders

"Leider haben auch die Kirchen erst nach der Schoa flächendeckend Partei für die Jüdinnen und Juden ergriffen und haben den Bund Gottes mit seinem erwählten Volk bekräftigt und jedweder Theologie der Verachtung abgeschworen. 
Dankbar denken wir da an die große Konzilserklärung „Nostra aetate“ aus dem Jahr 1965, an der auch unser Kardinal Franz König wesentlich mitgewirkt hat! Und seither wird dieser Weg des Zueinander und Miteinander, der auf unseren gemeinsamen Wurzeln aufbaut, auch von den nachfolgenden Päpsten entschieden weiter beschritten und vertieft.
Aber an Gedenktagen wie dem gestrigen, ist es wichtig, uns immer wieder daran zu erinnern, was Christinnen und Christen unseren jüdischen Brüdern und Schwestern angetan haben!In diesem Gedenken ist auch Buße angesagt – und die innige Bitte an Gott, unsere Herzen zu berühren und uns zu stärken auf dem Weg der Umkehr!" 
erklärt Abt em. Christian Haidinger angesichts des Bedeutung des gestrigen Gedenktages.

Dokumentation von Zeitzeugenberichten: erinnern.at 

[mschauer]