Schulwesen: Von der Vielfalt der Orden kann Europa lernen

Christine Mann, Präsidentin des Europäischen Komitees für das Katholische Schulwesen (CEEC), sprach im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" (Ausgabe vom 27.6.2019) über die Vorreiterrolle von Orden beim konstruktiven Umgang mit Vielfalt und das besondere Profil katholischer Schulen.

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Christine Mann, Präsidentin des Europäischen Komitees für das Katholische Schulwesen (CEEC): "Jedes Kind ist einmalig und so schon vor aller Leistung von Gott angenommen." (c) Chris Hofer

"Was mich persönlich bei internationalen Symposien immer sehr beeindruckt, ist die Vielfalt der Orden, die außerhalb von Europa Schulen führen: Jung, ohne jede europäische Depression, ihre Namen sind uns in Europa völlig unbekannt, sie wirken mit unglaublichem Erfolg teils in Ländern, in denen Christen nur eine Minorität darstellen. Sie sind dafür verantwortlich, dass wir manchmal mit unseren Statistiken der Schüler-und Schulzahlen gar nicht nachkommen", analysierte Christina Mann die derzeitige Situation von Ordensschulen in Europa. Und weiter: Die Orden "sind durch ihre weltweite Verwurzelung Spezialisten für einen konstruktiven Umgang mit Vielfalt, mit kultureller Differenz bei Wahrung der eigenen Identität. Von ihnen kann Europa das lernen, was derzeit dringend eingeübt werden muss."

Größte Herausforderung seien die Finanzen; da man für alle Kinder da sein wolle, müsse die Gestaltung des Schulgeldes relativ moderat gestaltet werden. Auch eine Öffnung hin zu anderen Religionsgemeinschaften sei selbstverständlich, doch mit einigen Fragen verbunden: "In welchem Verhältnis, in welcher Reihenfolge der Aufnahme? Welchen Religionsunterricht haben sie zu besuchen?" Hand in Hand gehe das mit der Problematik, dass es „weltweit katholische Ordensschulen gibt, in denen nur ein minimaler Prozentsatz an katholischen Lehrkräften und zugleich an katholischen Kindern und Jugendlichen vertreten ist“.

Eine katholische Schule zeichne besonders die Entwicklung von Identität aus, auch in ihrer bleibenden Widerständigkeit und zugleich Öffnung hin auf die jeweilige gesellschaftliche Situation und ihre Herausforderungen. Das Zentrum sei immer der Grundsatz: "Jedes Kind ist einmalig und so schon vor aller Leistung von Gott angenommen. Im Erwerb von Bildung auch in ihrer religiösen Dimension, in der Erbringung von Leistung, aber auch in der Entfaltung von Grundtugenden und im Spiel entfaltet sich Menschsein", so O-Ton Christina Mann.

Weltweit besuchen 60 Millionen Kinder und Jugendliche eine katholische Schule, Tendenz steigend.

Zusammenfassung des Interviews zum Nachlesen

[rsonnleitner]