Schulkultur ist der stärkste Faktor im Wettbewerb unter Schulen

2014 03 13 Schultagung04Schulkultur kann nicht auf dem Papier stattfinden, sagt Strategieberater Josef Freystetter auf der gesamtösterreichischen Tagung der Katholischen Hauptschulen und Mittelschulen. SchulerhalterInnen und DirektorInnen aus ganz Österreich kommen von 11. bis 14. März im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten zusammen, um über ihre Aufgabe als Kulturpräger zu reflektieren.

Gibt es eine Schulkultur, wenn sie nur auf dem Papier steht, fragte Josef Freystetter von ParadoxieManagement in seinem Tagungsreferat. Der Strategie- und Prozessmanagementberater gab auch gleich ein klares Nein als Antwort: „Kultur ist immer mit einem konkreten Verhalten verbunden!“ Die Frage sei nicht nur, welches Verhalten eine Schule zeige, sondern auch, ob dieses Verhalten überhaupt bemerkt werde.

Führungskräfte sind Kulturtäter
Dieser Herausforderung müssten sich die Schulleiterinnen und Schulleiter stellen. „Führungskräfte sind keine Kulturopfer, sondern Kulturtäter. Sie prägen die Schulkultur – indem sie etwas zulassen oder auch nicht; indem sie etwas einfordern oder auch nicht. Man zieht Rückschlüsse aus ihrem Verhalten!“

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Schulkultur: Selbstreflexion als Voraussetzung
Voraussetzung für eine überzeugende Schulkultur sei eine überzeugende Selbstreflexion, betonte Freystetter. Diese brauche eine Sonderzeit, eine Zeit außerhalb der normalen Arbeitsstunden. In der Folge lud Freystetter das Auditorium ein, sich gleich jetzt einer Vielzahl an Fragen zu stellen: Wie behandle man seine Mitarbeiter/nnen? Wie gehe man mit Fehlern um? Ist man bereit, Verantwortung zu übertragen? Sieht man sich als Teil eines Teams oder bleibt man Einzelkämpfer/in?
Kultur sei schwierig, weil man sie nicht greifen kann, aber „Führungskompetenz heißt zu sehen, was andere nicht sehen.“ Schließlich sei eine „funktionierende Schulkultur die stärkste Kraft im Wettbewerb.“

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Matthias Kapeller: „Schule kann sich nicht nicht darstellen“

Den Nachmittag gestaltete Matthias Kapeller, Leiter der Pressestelle und Pressesprecher der Diözese Gurk. In seinem Vortrag präsentierte er grundsätzliche Tipps, wie man als Schule Öffentlichkeitsarbeit betreiben sollte. „Eine Schule kann sich nicht nicht darstellen“, machte Kapeller deutlich. Nichts nach außen zu verlautbaren sagt auch etwas aus. Doch ähnlich wie sein Vorredner betonte auch er, dass zuerst die Voraussetzungen geschaffen werden müssen: „Die entscheidende Frage lautet, warum sollen Eltern ihre Kinder auf meiner Schule anmelden? Wer darauf keine klare Antwort hat, hat ein Problem. Darum braucht jede Schule ein Profil.“ Erst wenn dieses exakt definiert ist, könne erfolgreich an die Öffentlichkeikeit gangen werden.
Viele Schuldirektor/innen versuchen nebenbei Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Dies sei neben den sonstigen Leitungsaufgaben natürlich eine große Herausforderung und brauche ein Mindestmaß an zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen.

[rs]