Ordenskrankenhaus übernimmt mit papierloser Patientenakte Vorreiterrolle

2014 09 25 sierning 120Seit 21. Juli 2014 hat das Krankenhaus Sierning der Kreuzschwestern, Oberösterreichs Schwerpunktklinikum für ältere Menschen, die Umstellung auf die elektronische Patientenakte vollzogen. Nach einem mehrwöchigen Echtbetrieb ziehen die Projektverantwortlichen in Sierning nun zufrieden Bilanz: Vor allem die Patienten profitieren von der papierlosen Patientenakte, denn die Umstellung vermindert in erster Linie den bürokratischen Aufwand. Damit bleibt sowohl in der Pflege, als auch in der Therapie und ärztlichen Betreuung mehr Zeit für die Patienten.

Nachdem im Krankenhaus Sierning schon seit 2008 die gesamte medizinische und pflegerische Patientendokumentation ausschließlich elektronisch geführt wurde, folgte 2010 der Ausbau des Röntgenarchivs zu einem digitalen Multimediaarchiv. Seither werden alle Dokumente aus bildgebenden Verfahren (Röntgen, Gastroskopie, Sonographie, EKG...) darin abgelegt und in der Patientensoftware K.I.S. (Krankenhausinformationssystem) angezeigt. Seit 21. Juli 2014 ist das Papierarchiv des Hauses gewissermaßen „eingefroren“. Papier hat sowohl als Informationsmedium für den aktuellen Krankenhausbetrieb als auch zur Archivierung ausgedient. Als erstes Krankenhaus, das die vollständige Digitalisierung realisiert hat, übernimmt Sierning damit eine Vorreiterrolle in Oberösterreich. Ein Zugriff auf die Patientendaten ist nur Mitarbeitern des Schwerpunktklinikums Sierning möglich.

"Echtzeit" bringt mehr Zeit für den Patienten

Ohne die ambitionierte Unterstützung durch das Ärzteteam und der Mitarbeiter in Pflege, Therapie und Verwaltung wäre das allerdings nicht möglich gewesen. „Bei uns ist die Umstellung auf die papierlose Patientenakte von Führungskräften aller Abteilungen vorangetrieben und somit von allen Mitarbeitern vorbehaltlos unterstützt worden“, freut sich Direktorin Irmtraud Ehrenmüller. Jetzt können alle medizinischen und therapeutischen Befunde und Maßnahmen in Echtzeit im gesamten Haus abgerufen werden. Zusätzlich nimmt die Software automatisch eine Interaktionsprüfung von Medikamenten vor und warnt vor möglichen Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen. „Viele Kollegen, die zuvor in anderen Häusern gearbeitet haben, sind immer wieder verblüfft, wie sehr unsere papierlose Patientenakte die Abläufe erleichtert und so wertvolle Zeit spart,“ sagt Direktorin Ehrenmüller.
Diese Zeitersparnis führt Primar Michael Berger, der ärztliche Leiter des Schwerpunktklinikums Sierning, auch als entscheidenden Vorteil der kompletten Digitalisierung ins Treffen: „Das kostbarste Gut in jedem Spital ist die Zeit, die wir für unsere Patienten da sein können. Die papierlose Patientenakte hat uns viel von jener Zeit zurückgegeben, die uns die notwendigen Dokumentationspflichten geraubt haben.“

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V.l.n.r. Primar Michael Berger, ärztlicher Leiter, Monika Stacherl, Projekt- und IT-Leiterin, Irmtraud Ehrenmüller, Geschäftsführerin des KH Sierning

Das Sierninger Modell

Im Zuge der Gesundheitsreform 2005 wurde das Krankenhaus Sierning zu Oberösterreichs Schwerpunktklinikum für ältere Menschen ausgebaut. Mit über 4.000 stationären und ambulanten Patienten pro Jahr erreicht Sierning eine Auslastung von praktisch 100 %. Dank hoch spezialisierter ärztlicher, pflegerischer und therapeutischer Teams sowie einer angemessen dimensionierten Medizintechnik sind diese medizinischen Leistungen im Schwerpunktklinikum Sierning pro Belagstag nur halb so teuer wie ein Krankenhaustag in einem allgemeinen Krankenhaus. Das Krankenhaus Sierning wird von der Kreuzschwestern Sierning GmbH geführt und ist eine Einrichtung der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz.

Quelle Foto: Schwerpunktklinikum Sierning

[rs]