Sr. Rod: Macht euer Leben zu einer leidenschaftlichen Christuserwartung

2014 11 24 sr rod 120Von 24. bis 26. November findet die Herbsttagung der Ordensgemeinschaften Österreich statt. Ordensleute aus rund 200 Frauen- und Männerorden kommen im Kardinal König Haus in Wien 13 für drei Tage zusammen, um die Herausforderungen für das kommende Jahr zu besprechen und gemeinsam den Beginn des JAHR DER ORDEN 2015 zu feiern. Den Anfang machte Sr. Christine Rod mit ihrem Eröffnungsreferat zum Thema „Missionarisch leben in allen Lebensphasen.“

„Die pilgernde Kirche ist in ihrem Wesen eine missionarische“, sagte Sr. Christine Rod, Regionalleiterin der Region Deutschland/Österreich der Missionarinnen Christi. Und stellte dazu auch gleich die Frage: „Was ist zeitgemäße Mission?“ Es sei eine deutliche Verschiebung erkennbar. Die Mehrzahl der Ordensleute befände sich heute im Pensionsalter; sie würden eher innerhalb der Gemeinschaften bleiben. Der eigentliche Auftrag sei aber die Sendung, die Mission. „Die Orden haben in vielen Bereichen eine gewaltige kulturelle, soziale und emanzipatorische Leistung übernommen“, so Sr. Rod.

Alters- und zeitgemäß

Deutlich erkennbar könnten die großen Institutionen der Orden - vor allem Schulen und Krankenhäuser - aufgrund des Personalmangels nicht wie bisher weiterbestehen. Als Verlust müsse man dies nicht sehen, denn was früher Sendungsauftrag war, sei heute oft von staatlicher Seite „übernommen“ worden. Es mache keinen Sinn, einer glanzvollen Erinnerung nachzuhängen; jedes Romantisieren der Vergangenheit sei der falsche Weg. "Dies taugt nicht für die Bewältigung der Gegenwart - es geht schließlich um die Zukunft", gab die Ordensfrau zu bedenken. Deshalb sei es Pflicht, nach den Zeichen der Zeit zu forschen. „Wir müssen uns neu definieren. Und uns fragen, was wollen wir bewirken!“, sagte Sr. Rod, und betonte weiter: „Wir müssen alters- und zeitgemäß arbeiten. Und das akzeptieren.“

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Missionsarbeit nach Innen

Mission bedeute heute nicht mehr, ins Ausland zu gehen, Missionsarbeite kann heute auch nach innen passieren. Anders als früher, würden die Orden heute auf kleinräumigere Initiativen wie z.B. Jugendzentren, Projekte der Lebensorientierung oder Angebote geistlicher Begleitung setzen. Auch der "Wir-Gedanke", die Gemeinschaft sei wichtig, schließlich sei das Ganze immer "mehr als die Summe ihrer Einzelteile". Die Internationalisierung der Orden habe es zudem mit sich gebracht, dass auch Ordensleute zu uns kommen und hier ihren Missionsauftrag erfüllen. Es habe einen Bedeutungsverlust der Orden gegeben, aber „auch Minderheiten sind ein Zeichen des Heils“, so die Missionarin Christi. Und weiter: „Was hindert uns daran, auch wenn wir wenige sind, ein Zeichen des Heils zu sein?“ Papst Franziskus habe davon gesprochen, dass die Jugend die Kraft habe und die Alten die Weisheit; beides zusammen sei die Zukunft. „Macht euer Leben zu einer leidenschaftlichen Christuserwartung.“

 Quelle Foto: Katrin Bruder

[rs]