Jugend Eine Welt fordert mehr Gewaltprävention an Schulen

2014 28 11 heisererAnlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen am 25. November fordert die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt die verstärkte Verankerung von Lerninhalten, die Gewalt an Frauen und Mädchen verhindern in allen Lehrplänen – in Österreich und weltweit. Reinhard Heiserer, Vorsitzender von Jugend Eine Welt: „Es ist sehr zu begrüßen, dass der neue österreichische Aktionsplan zum Schutz von Frauen vor Gewalt, der im Sommer beschlossen wurde, Projekte zur Bewusstseinsbildung und Prävention an Schulen vorsieht."

"Wir hoffen, dass dafür hinreichend Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden", appelliert Heiserer an die Österreichische Bundesregierung und fordert weiters, dass sie sich "auch auf internationaler Ebene für mehr Gewaltprävention im schulischen Bereich" einsetzen soll. So sollten Jugendliche besser über ihre Rechte und bestehende Schutzmechanismen aufgeklärt werden und die Möglichkeit erhalten, "in geschützem Rahmen über schädliche Praktiken zu diskutieren, die in vielen Gesellschaften Tradition sind". Als Beispiele nannte Heiserer die Frauenbeschneidung und die Verheiratung von Minderjährigen.

Kampf gegen sexuellen Missbrauch und Mädchenhandel

Ein Fünftel aller Kinder weltweit – rund 430 Millionen - leben in Indien. Schockierende 53 Prozent von ihnen werden Opfer von sexueller Gewalt in der ein oder anderen Form. Bei den TäterInnen handelt es sich in den meisten Fällen um Personen aus dem persönlichen Umfeld. Die von den Salesianern Don Boscos initiierte Kampagne „Surakshita“, die am 13. November gestartet wurde, will in Schulen über die Gefahren von sexuellem Missbrauch und Mädchenhandel aufklären: In 500 zweistündigen interaktiven Workshops erhalten insbesondere Mädchen in den Bundesstaaten Andhra Pradesh und Telengana Informationen, die ihnen helfen, sich vor Gewalt zu schützen. Doch auch in anderen Landesteilen machten Don Bosco Einrichtungen und ihre SchülerInnen in den letzten Tagen eindrucksvoll gegen Gewalt mobil: So in der südindischen Stadt Coimbatore im Bundesstaat Tamil Nadu, wo Kinder und Jugendliche mit Straßentheater an 33 öffentlichen Plätzen, darunter den größten Busstationen, eine Woche lang gegen Gewalt an Kindern protestierten. Zudem fanden an 61 Schulen Zeichen- und Aufsatzwettbewerbe statt.

Jugend Eine Welt unterstützt in Indien zahlreiche Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern, die Hunderttausenden benachteiligten Kinder durch Ausbildung eine neue Lebensperspektive geben. Kinder, die Opfer von Gewalt wurden, erhalten in Don Bosco Einrichtungen sorgfältige professionelle Begleitung und oftmals ein neues Zuhause – nicht nur in Indien, sondern z.B. auch auf den Philippinen, in Benin oder im krisengeschüttelten Sierra Leone, wo Jugend Eine Welt seit Jahren ein Don Bosco Mädchenschutzzentrum mitfinanziert.

+++ Jugend Eine Welt – Don Bosco Aktion Österreich wurd 1997 gegründet und ist ein internationales Hilfswerk; sein Zweck liegt in nationaler und internationaler Jugendhilfe sowie nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit. Jugend Eine Welt handelt aus christlicher Motivation im Geiste des großen Jugendheiligen Don Bosco. Die ProjektpartnerInnen, die Salesianer Don Boscos (SDB) und die Don Bosco Schwestern (FMA), wirken seit mehr als einem Jahrhundert als katholische Ordensgemeinschaften.

Quelle Foto: Jugend Eine Welt

[rs]