Sr. Maria Schlackl kämpft für Menschenwürde auch am Straßenrand

 

 120 2015-01-26 a Eferding 2"Arbeiten wir gemeinsam an der Kultur einer frauensensiblen Sprache", schreibt die Salvatorianerin Sr. Maria Schlackl an oberösterreichische Entscheidungsträger angesichts von Werbeplakaten mit der Diktion "Ostblock Schlampen". Schlackl ist führend tätig gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Wir dokumentieren den Brief.

 "Ich bin entsetzt!", schreibt Sr. Marira Schlackl von den Salvatorianerinnen in Linz in ihrem Brief und fährt fort: "Mit diesem Plakat wird für eine Jugendveranstaltung – mitten am Land – in Oberösterreich geworben. Gibt es gar kein Gespür mehr für Menschenwürde? Nicht nur, weil die EU das Jahr 2015 zum Europäischen Jahr der Entwicklung erklärt hat mit dem Motto: „Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft“. Auch Papst Franziskus mahnt mehrfach den Einsatz für Menschenwürde aller und entschiedenes Auftreten gegen Menschenhandel ein."

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Arbeiten wir gemeinsam an der Kultur einer frauensensiblen Sprache

Schlackl weiter: "Aber das allein ist nicht der Grund, warum ich mich zu Wort melde und rasch zu besonnenem und entschiedenem Handeln aufrufe. Das sagt mir mein klarer Menschenverstand, dass das zu weit geht. Ist Menschen wie diesen, die mit einer derartigen Wortwahl werben, jegliches Gespür für würdevolles Menschsein und sinnvolles Leben abhanden gekommen? Mir ist bewusst, dass die DJs sich aus freien Stücken diesen Namen "Ostblock Schlampen" gegeben haben. Aber die Entscheidung für diese Gruppe und die Plakatierung im öffentlichen Raum nähren Vorurteile und bestätigen falsche Bilder in den Köpfen von Oberösterreichern und Oberösterreicherinnen. Es gibt weder einen Ostblock, noch Schlampen. Arbeiten wir gemeinsam an der Kultur einer frauensensiblen Sprache."

Opfer auffangen und Täter abfangen

Schlackl arbeitet in Oberösterreich an einer öffentlichen Diskussion über Themen, die sonst im Verborgenen besprochen werden: "Ich finde, es braucht nicht mehr nur eine abgeschirmte Diskussion in sicheren Räumen über diese Tragik, es braucht ein Aufbegehren und Alternativen. Ein Bewusstseinsbildungsprozess zum Thema Menschenwürde gehört angestoßen und landesweit aufgegriffen. Ich zähle auf Ihr und euer Mitknüpfen an einem Netzwerk, das „Opfer“ auffängt und „Täter“ abfängt, um noch mehr Leid, Ausbeutung und Unrecht zu verhindern. Und wenn es im angesprochenen Plakat „nur“ um Unterhaltung ginge, traurig genug, wenn das das Niveau ist, in dem sich viele unserer Heranwachsenden bewegen." 

Salvatorianerinnen Linz

[fk]