Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz: Interreligiöser Andachtsraum vereint fünf Weltreligionen

2015 05 21 kbs linz 120Seit wenigen Tagen gibt es im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz einen „Interreligiösen Raum“. Er steht Angehörigen aller großen Weltreligionen gleichberechtigt für die spirituellen und seelsorgerischen Bedürfnisse von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden der Spitäler der Barmherzigen Schwestern und Brüder zur Verfügung. Toleranz, Wertschätzung und friedliches Miteinander der Glaubensgemeinschaften wurden in einem gemeinsamen Manifest unterzeichnet.

„Dieser Raum soll Ausdruck einer klaren Werteorientierung sein. Ebenso auch ein Bekenntnis zu Offenheit und wechselseitigen Toleranz gegenüber der religiös und spirituell verschiedenen Zugänge der einzelnen Glaubensgemeinschaften. In einer Zeit, in der religiös motivierte Konflikte die Medien beherrschen, wollen wir im friedlichen seelsorgerischen Miteinander einen bewussten Kontrapunkt setzen “, waren sich die Vertreter von Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum bei der feierlichen Eröffnung einig. Der Interreligiöse Andachtsraum ist stimmungsvoll, aber ohne religiöse Symbole eingerichtet und steht allen Glaubensrichtungen gleichberechtigt zur Verfügung. Auch die rituellen Gegenstände für die jeweiligen Feiern der einzelnen Religionen werden darin aufbewahrt.

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Die Vertreter der Krankenhäuser der Barmherzigen Schwestern und Brüder eröffneten gemeinsam mit den Repräsentanten der fünf Weltreligionen den Interreligiösen Raum. (c) BHS Linz

Bekenntnis zu Frieden und Toleranz unterzeichnet

Die Vertreter der fünf Weltreligionen sind sich bei der Planung und Umsetzung des Interreligiösen Raumes nahegekommen und haben sich Wissen über die jeweils anderen Glaubensrichtungen angeeignet. Das versetzt sie in die Lage, in ihrer täglichen Arbeit auch Vorbehalten gegenüber den anderen Religionen aktiv entgegenzutreten und so zu verstärkter Toleranz und friedlichem Miteinander beizutragen. So wurde auch im Rahmen der Eröffnungsfeier jeweils ein typisches Ritual jeder Religion zelebriert und den Besuchern erklärt.

Die durch das Projekt entstandenen Kontakte der Glaubensgemeinschaften sollen nun sukzessiv vertieft werden. Als ein für alle sichtbarer Ausdruck dieses Bekenntnisses wurde ein Manifest der Toleranz und gegenseitigen Wertschätzung von allen Initiatoren unterzeichnet und im Interreligiösen Raum angebracht.

[rs]