Die Verrücktheit des Anfangs heute leben

120 040"Jeder Orden hat eine spannende und oft verrückte Anfangsgeschichte. Diese Verrücktheit des Anfangs müssen wir mitnehmen und heute leben." Das nimmt H. Petrus Stockinger vom Stift Herzogenburg mit nach Hause. Er war einer der 15 jungen Ordensleute aus Österreich, die am Treffen junger Ordensleute von 5. - 12. Juli 2015 in Taize in Frankreich teilgenommen haben.

 

 "Beeindruckt bin ich von der unglaublichen Vielfalt, die in dieser Woche sichtbar und erlebbar wurde. Das Treffen war geprägt von Internationalität und auch den verschiedensten Lebenssituationen der Ordensleute im jeweiligen Land." H. Petrus nimmt mit den anderen TeilnehmerInnen mit, "das wir viele sind". Oft erleben sich junge Ordensleute in unseren Breiten als wenige: "In vielen Gemeinschaften sind die Jungen oft alleine und hier hatten wir das Gefühl: Wir sind viele. Das ist ein ermutigendes Erleben. Das hat auch einen intensiven Austausch über das Gemeinschaftsleben ermöglicht." Frere Alois, der Prior von Taize, hielt den Einführungsvortrag und Generaloberin Agnes Grainer von den Andreasschwestern, die seit vielen Jahrzehnten die Arbeit der Brüder in Taize unterstützen und quasi als die „Taize-Schwestern“ gelten war ebenfalls Impulsgeberin. 14 Verantwortliche von Ordensgemeinschaften weltweit gingen mit den 350 jungen Angehörigen katholischer, evangelischer und orthodoxer Orden, Klöster und Kommunitäten der Frage nach der "Bedeutung der Berufung in der heutigen Zeit" nach. 

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Plenum 

Oft in bedrohter Situation

Der Generalobere der Franziskaner hat mit seiner Aussage die jungen Ordensleute in besonderer Weise angesprochen: "Ohne Brüder könnte ich nicht Bruder sein." Zur Veranschaulichung hat er seine Mitbrüder auf die Bühne geholt und zusammen wurde das "Laudato si" gesungen. Die etwa 100 Brüder von Taize waren in diesen Tagen "einfach dabei, haben zugehört und ihre Erfahrungen zur Verfügung gestellt". Die Referate wurden in französischer oder englischer Sprache gehalten und mittels kleiner Radiogeräte simultan übersetzt. "Den wohl mitreißendsten und berührendsten Vortrag  hielt Bischof Anba Thomas aus Ägypten: Er gab Einblick in die Situation der Verfolgten Kirche in seinem Land und strahlte dabei eine beeindruckende Glaubensstärke und Gelassenheit aus." Alle Vortragenden sind auch zum Zuhören gekommen sind. Nach den Vorträgen gab es Zeit zum Austausch in Kleingruppen unter den Schwestern und Brüdern.

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 Ein Teil der ÖsterreicherInnen mit Bruder Andreas

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Frere Alois, der Prior von Taize, bei seinem Einführungsvortrag und neben ihm schon in Warteposition Generaloberin Agnes Grainer von den Andreasschwestern

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Gesprächsrunden nach den Impulsvorträgen

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Den wohl mitreißendsten und berührendsten Vortrag  hielt Bischof Anba Thomas aus Ägypten

2015 ist für die internationale Gemeinschaft von Taizé ein besonderes Jahr: Am 12. Mai wäre Frère Roger, der Gründer der Communauté, 100 Jahre alt geworden. Am 16. August jährt sich sein Todestag zum zehnten Mal. Am 20. August vor 75 Jahren kam er zum ersten Mal nach Taizé.

Fotos: H. Petrus Stockinger

[fk]