Kirchen pilgern für zukunftsfähige Klimapolitik

2015 10 17 klimapilgern 120Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit startet am 17. Oktober 2015 in Wien mit Superintendent Hansjörg Lein, Bischof Ludwig Schwarz und Erzdiakon Athanasius. Die Ordensgemeinschaften Österreich sind mit Ferdinand Kaineder, Leiter des Medienbüros, vertreten.

Bei überraschend sonnigem Herbstwetter starten heute Vormittag am Stephansplatz in Wien über 20 Pilgernde auf den Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit. Die „Klimapilgernden“ aus mehreren christlichen Kirchen haben die Weltklimakonferenz in Paris im Dezember dieses Jahres als Ziel. In Österreich führt der Weg, welcher Teil einer internationalen Pilgerbewegung ist, zu Fuß in 22 Tagen von Wien bis Salzburg. Unterwegs werden die Pilgernden nach Kraftorten und Schmerzpunkten der Klimagerechtigkeit suchen und politische Entscheidungstragende eindringlich ermahnen, sich bei der Weltklimakonferenz in Paris auf wirksame und ausreichende Vereinbarungen zum Klimaschutz und zur Klimawandelanpassung zu einigen.

„Pilgern selbst ist ein Ausdruck von spiritueller Nachhaltigkeit in Verbindung zu sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit“, zeigt Bischof Dr. Ludwig Schwarz bei der Auftaktveranstaltung am Stephansplatz auf. „Ihr Klimapilger pilgert dafür, dass die zentralen Inhalte der Enzyklika umgesetzt werden“, so Bischof Schwarz weiter. Bei der Enzyklika Laudato Si‘ von Papst Franziskus gehe es „um Zukunftsfragen, die keinen Aufschub mehr dulden und die gemeinsames internationales solidarisches Handeln erfordern“.

Hoffnung, dass der Weltklimagipfel in Paris Konsequenzen fordert

„Ich habe Hoffnung, dass der Weltklimagipfel in Paris Konsequenzen fordert. Die Hoffnung richtet sich auf die Zukunft, die noch nicht sichtbar ist. Und Hoffnung bedeutet beharrlich nach dieser Zukunft Ausschau halten, wie die Klimapilgernden auf ihrem Weg“, weist Superintendent Mag. Hansjörg Lein mit Blick auf den Pariser Weltklimagipfel hin. Und weiter: „Es braucht Hoffen und es braucht Handeln. Denn die verbreitete Einstellung ‚Ich kann nichts machen!‘ ist eine Sünde."

Natur in Ihrer ganzen Pracht ist ein Geschenk Gottes

Erzdiakon Athanasius überbringt die Botschaft von Metropolit Arsenios von Austria: „Die Natur in Ihrer ganzen Pracht ist ein Geschenk Gottes an den Menschen, welches wir genießen dürfen, aber auch pflegen müssen. Durch diesen Pilgerweg soll ein Zeichen gegen die Zerstörung der Umwelt gesetzt werden. Es ist eine Gelegenheit, die Schönheit von Gottes Schöpfung zu bewundern und zu genießen, die Sorgen und Verpflichtungen des Alltags hinter sich zu lassen, sich einmal nur auf Gott zu konzentrieren und Ihm in der Ruhe und der Schönheit der Natur durch das Gebet zu begegnen, so die Botschaft von Metropolit Arsenios weiter.

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Bei überraschend sonnigem Herbstwetter starten am 17. Oktober 2015 am Vormittag am Stephansplatz in Wien über 20 Pilgernde auf den Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit. (c) Ordensgemeinschaften Österreich / Robert Sonnleitner

Heute führt die erste Tagesetappe die Pilgernden nach Purkersdorf, wo sie bei der ersten von einer Reihe von Veranstaltungen entlang des Weges über einige der vielen bereits gelebten Alternativen zum klimaerwärmenden Business-as-usual erfahren werden. Das Klimabündnis Österreich erwartet die Pilgernden mit Beispielen zu „Lokaler Energiewende und gelebtem Klimaschutz in Klima- und Energiemodellregionen“ ab 16:45 Uhr im Bildungszentrum Purkersdorf. In einem „Rucksack der Alternativen“ sammeln die Pilgernden diese Beispiele für zukunftsorientierte und nachhaltige Initiativen.

Pilgernde aus dutzenden Länder treffen sich in Paris zum Weltklimagipfel

Den Klimapilgernden wird vor dem gemeinsamen Aufbruch am Stephansplatz von einer Gruppe Rad-Pilgernder aus Ungarn eine Staffel, gefüllt mit Erde aus verschiedenen Teilen Ungarns, übergeben. Dadurch werden symbolisch die einzelnen Pilgerwege weltweit verbunden. Am 28. November werden sich Pilgernde aus dutzenden Länder in Paris vor dem Weltklimagipfel treffen um ihr gemeinsames Anliegen eines verbindlichen und ausreichenden Klimaabkommens zum Ausdruck zu bringen. Die ungarische Staffel wird gemeinsam mit den in Österreich gesammelten Alternativen von einer Pilger-Delegation nach Paris gebracht werden.

„Wir Klimapilgernde sind nicht nur für uns selber unterwegs, um uns innerlich zu stärken. Wir wollen auch ein Zeichen für globale Klimagerechtigkeit setzen, zeigen, dass es nicht egal sein darf, wer Zugang zu welchen Ressourcen hat und ins Gespräch kommen mit denjenigen, die uns am Weg begegnen“, fasst eine der Pilgernden kurz vor dem Aufbruch ihre persönliche Motivation zusammen.

Mit einem gemeinsamen Segen von Superintendent Mag. Hansjörg Lein, Bischof Dr. Ludwig Schwarz und Erzdiakon Athanasius bricht die Pilgergruppe bei Sonnenschein auf ihre erste Tageetappe Richtung Salzburg auf.

Weitere Informationen
Alles rund um den Pilgerweg: www.klimapilgern.at (Presse (Veranstaltungen am Weg)
Social Media: Facebook und Twitter (#klimapilgern_at@klimapilgerin, @klimapilger@klimapilgern

Rückfragen und Interviewtermine
Martin Krenn, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 01/317 03 21 oder 0676/7698 431, Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO)

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