Friede auf Erden

111In einem Interview mit dem Publik-Forum hat der Gewinner des Friedenspreises des deutschen Buchhandels Navid Kermani über seine Wahrnehmung als Muslim in Richtung der Christen gesprochen und das benannt, was ein Staunen bei ihm auslöst.

„Das, was mich über Jahre hinweg für das Christentum eingenommen hat, waren die Begegnungen mit einzelnen Menschen, darunter viele, die ihr Leben ganz der Nachfolge Christi geweiht haben. Was ich da als christlich wahrgenommen habe – und was übrigens auch innerhalb des Islam als christlich wahrgenommen wird -, ist das, was man mit „Feindesliebe“ umschreiben kann. Sie meint nicht in einem naiven Sinne den Schlächtern den Hals hinzuhalten, sondern eine Liebe, die über das eigene Lager hinausgeht. Eine Liebe, die in der Lage ist, die dogmatischen, aber auch politischen Grenzen zu überwinden, wie es dem blossen Verstand nicht gelänge: dass man bei allen Differenzen im Gegenüber den Menschen, ja den Geliebten sieht. Das ist natürlich nicht etwas rein Christliches, aber durch die Figur Jesus gewissermaßen christlich konnotiert. Das beginnt schon bei der Botschaft der Engel zu seiner Geburt: Friede auf Erden.“

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Dass diese Liebe Gottes Mensch geworden ist, feiern wir in diesen Tagen. Das erfüllt uns auf der einen Seite mit Dankbarkeit und auf der anderen mit Mut, Grenzen als Brücken zu sehen.

Wir vom "Büro der Ordensgemeinschaften Österreich" wünschen gesegnete Weihnachten und für 2016 alles Gute, Gesundheit, Lebenskraft, Freudefunken und in allem Gottes Segen.

Foto: Christoph Freudenthaler

[fk]