P. Franz Helm: Mission bedeutet, für Menschen eine bessere Welt zu schaffen

Der Steyler Missionar P. Franz Helm, ehemaliger Generalsekretär der männlichen Orden Österreichs, und Christian Schicklgruber, Weltmuseum Wien-Direktor, wurden in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" gemeinsam zum Interview gebeten. Sie sprachen darüber, was die Begriffe Mission und Ethnologie miteinander verbindet.

Wer in Wien als Kulturanthropologe tätig ist, muss sich auch unweigerlich mit den Steyler Missionaren auseinandersetzen. Sie waren bereits Anfang des 20. Jahrhunderts die Begründer der "Wiener Schule der Kulturkreislehre". Das nach Umbau im Oktober 2017 in der Wiener Hofburg wiedereröffnete Weltmuseum verwaltet auch die auf Forschungsreisen zusammengetragene umfangreiche Sammlung der Ordensgemeinschaft. Es ist also ein guter Ort, wenn ein Steyler Missionar und ein Ethnologe zu einem Gespräch zusammenkommen.

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P. Franz Helm und Christian Schicklgruber (c) Steyler Missionare

"Ziel der Mission ist es nicht, mehr Kirchenmitglieder zu bekommen, sondern dass im Sinn von Jesus Christus das Reich Gottes wächst", so lautet der Kernsatz von P. Helm, der lange Jahre an der Universität Wien Missionstheologie gelehrt hatte. Das katholische Verständnis von Mission habe sich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil grundlegend geändert, es gehe nicht mehr darum, andersgläubige Menschen zu bekehren, sondern "im Sinn von Jesus Christus das Reich Gottes" wachsen zu lassen. P. Helm: "Reich Gottes bedeutet, dass Menschen aufleben, ein qualitätsvolleres Leben finden." Missionare sähen sich als "Mitarbeiter unter anderen, die sich dafür einsetzen, dass das Leben in dieser Welt gerechter, würdevoller und friedlicher wird, dass Beziehungen heilen, dass Menschen einen Sinn finden und ihr Leben heiler wird, man könnte dazu auch sagen: heiliger", so der Missionstheologe. Mission setze sich "für eine bessere Welt" ein.

Weltmuseum Wien-Direktor Christian Schicklgruber machte auch auf die Schattenseiten der Missionstätigkeit aufmerksam. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts hätten die Europäer, auch die Missionare, andere Kulturen als unterentwickelt betrachtet. Dennoch sei Ethnologen und Missionaren gemeinsam gewesen, dass sie "vom Interesse an den Menschen in anderen Erdteilen beseelt" gewesen wären.

Das ganze Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von "Der Sonntag".

[rsonnleitner]