Londoner Künstler Lewis Mason nähert sich der Kapuzinergruft in Wien auf ungewöhnliche Weise

Der Wiener Kapuzinerkonvent und das Team der Kapuzinergruft laden zu einer besonderen Premiere ein: Erstmals werden am Samstag 18. aug 2018 im Rahmen des Pilotprojekts "Artist in Residence" künstlerische Versuche präsentiert, sich der weltberühmten Grabstätter der Habsburger mit den Mitteln der darstellenden Kunst zu nähern.

Der junge britische Maler und Graphiker Lewis Mason hat die in den Gängen des Klosters in der Wiener Innenstadt vorgestellten Bilder und Zeichnungen geschaffen. Er wird am Samstagnachmittag Interessierte an seinen Eindrücke und Gedanken teilhaben lassen, die er während seiner Tätigkeit sammelte. Vorausgegangen war die Anfrage Masons vor einigen Monaten an die Kapuziner, ob die Möglichkeit besteht, in der Gruft zu arbeiten. "Schon bei meinem letzten Besuch in Wien vor einigen Jahren hat mich die Kapuzinergruft fasziniert, und ich würde gerne versuchen, die verschiedenen Stimmungen einzufangen", wird sein damaliges Anliegen in einer Aussendung der Kapuziner zitiert. Bruder Albert Michelitsch, der Kustos der Gruft, begründete die Zusage seiner Ordensgemeinschaft wie folgt: "Die Kapuzinergruft mit den Augen eines Künstlers aus heutiger Perspektive zu sehen - und nicht mit der klassischen schnellen Tour durch 400 Jahre österreichische und europäische Vergangenheit mit etwas Architektur- und Kunstgeschichte - versprach ein spannendes Experiment zu werden."

kgruft 700

Spannendes Feedack erwartet

Aus der Sicht von Peter Grubits, Geschäftsführer der Gruft, ergibt sich aus diesem künstlerischen Zugang auch spannendes Feedback für die Positionierung der Gruft als eines der touristischen Highlights in Wien, jedenfalls andere Aspekte als z.B. durch eine klassische Besucherumfrage. Lewis Mason lebt in London. Nach seinem Abschluss an der Goldsmiths University im Jahr 2009 (BA Fine Art) absolvierte er ein Postgraduate-Studium in Kunst und Design in Liverpool. In seinen zehn zwischen Anfang Juli und Mitte August in der Kapuzinergruft entstandenen Holzkohle-Zeichnungen habe er versucht, die Wechselwirkung von Objekten und Besuchern darzustellen, hieß es. Masons Leitfragen: "Wie interagieren Menschen mit dem, was bzw. wer ihnen in der Gruft begegnet? Wie sehen sie die vielfältige Symbolik und Geschichte, der sie hier gegenüber stehen?" Die Zeichnungen spannen einen Bogen von einer Jungfamilie angesichts eines der zahlreichen Kindersärge über die Stimmung beim "Eintauchen" in die Grufträume bis hin zum scheinbar unbeteiligten Fototouristen. 

Zugänglich ist die Schau nur am Samstag, 18. August von 14 bis 18 Uhr in den Gängen des Kapuzinerklosters in der Wiener Tegetthoffstraße 2.
Info: www.kapuzinergruft.com

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