Die Ordensgemeinschaften Österreichs tragen wesentlich zum Erhalt von Kulturgütern bei

"Schätze teilen“ lautet das Motto des "Tag des Denkmals" am 30. September 2018. Rund 4.700 Kirchen und 4.000 Kapellen stehen in Österreich unter Denkmalschutz. Mindestens 60 % aller denkmalgeschützten Gebäude werden von der Kirche und den Orden erhalten. Dafür werden jährlich rund 150 Millionen Euro ausgegeben. Orden sind somit wesentliche Kultureerbeträger. Zusätzliche Leistungen werden im Bereich Bildung, Kultur und Tourismus sowie im Sozial- und Gesundheitswesen erbracht.

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Stift St. Paul im Lavanttal (fkaineder)

„Kulturgüterschutz und Denkmalpflege sind ein Dienst, den die Kirche für die Gesellschaft erbringt, befindet sich doch ein großer Teil der Kulturdenkmale im Besitz der Katholischen Kirche, wird von dieser instandgehalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht“, betont die Leiterin des Referates für Kulturgüter der Orden Helga Penz. Kunst und Kultur – die Bewahrung der Kulturgüter und die Schöpfung neuer künstlerischer Ausdruckformen – sind wichtiges Element der Grundvollzüge der Kirche: Sie dienen der Verkündigung und sind dingliche Zeichen in der Liturgie. 

Kirche erhält österreichweit 40 % aller Denkmäler

Die Statistik des Bundesdenkmalamts von 2017 weist 38.146 denkmalgeschützte Objekte auf. Rund 40 % der Objekte werden von der Katholischen Kirche erhalten. Die Objekte umfassen nicht nur Gebäude, sondern auch kleinere Objekte wie Kriegerdenkmäler oder Brunnen sowie archäologische Denkmale. Von den denkmalgeschützten Gebäuden werden mindestens 60 % von der Kirche erhalten. So gut wie alle Gotteshäuser - 4.700 Kirchengebäude und 4.000 Kapellen - stehen unter Denkmalschutz. Weiters stehen unter Denkmalschutz 600 Klostergebäude, 1.700 Pfarrhöfe, 2.000 Friedhöfe, 2.400 Bildstöcke und etwa 350 weitere kirchliche Denkmale wie Kalvarienberge oder Gartenanlagen. Dabei ist zu bedenken, dass die gesamte Stiftsanlage von Melk ebenso als ein einziges Objekt zählt wie eine Pestsäule (die Ausgaben für die kirchliche Denkmalpflege also besonders hoch sind). Ausstattungen von Kirchen und Klöstern sind meist umfangreicher erhalten als jene von Schlössern und Bürgerhäusern. Der kirchliche Denkmalschutz steht darum vor besonderen Herausforderungen.

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Sakristei im Stift Melk (mschauer)
Foto in Druckqualität

Katholische Kirche: 150 Mio. für Denkmalschutz

Die Katholische Kirche in Österreich wendet jährlich rund 150 Millionen Euro für Denkmalschutz auf. Kirchliche Einrichtungen haben in Österreich die Stellung einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft. Das hat zur Folge, dass keine Vorsteuerabzugsberechtigung besteht und für Restaurierungsarbeiten an denkmalgeschützten Objekten gezahlte Mehrwertsteuer sogar die öffentlichen Förderungen zum Großteil um das Dreifache übersteigt.

Ordensgemeinschaften Österreich pflegen kulturelles Erbe

„Das kulturelle Erbe der Ordensgemeinschaften soll für nachfolgende Generationen sichtbar bleiben und dessen Bedeutung für die Gesellschaft aufgezeigt werden“, ist der zukünftigen Leiterin des Kulturreferates der Orden Karin Mayer wichtig. Sie ist die Vorsitzende des Beirates für Denkmalschutz, in dem auch Abt Reinhold Dessl vom Stift Wilhering und Sr. Fanziska Bruckner, die Provinzleiterin der Franziskanerinnen in Amstetten, mitwirken. Das Referat für die Kulturgüter der Ordensgemeinschaften besteht als beratende Stelle für Frauen- und Männerorden in Österreich. 2018 wurde ein Beirat für Denkmalschutz eingerichtet, der sich unter anderem für den Erhalt und die Nutzung historischer Ausstattungen kirchlicher Gebäude einsetzt.

Stifte und Klöster aus ganz Österreich beteiligen sich

Am „Tag des Denkmals“ beteiligen sich Ordensgemeinschaften aus allen Bundesländern Österreichs und laden ein zu Führungen und Informationsveranstaltungen.

Niederösterreich:

- Benediktinerstift Altenburg: Auf den Spuren der Klosterstifterin Hildburg von Poigen

- Benediktinerstift Göttweig: Schätze der Baugeschichte und aus den Archiven des Stiftes

- Stift Klosterneuburg: Geteilte Schätze sind manchmal doppelte Schätze – ein Blick in die Schatzkammer und hinter die Kulissen

- Zisterzienserstift Lilienfeld: Stiftsführung – Kreuzgang, Kirche und Kapitelsaal

- Stift Zwettl: Gartenzimmer und Bibliothek mit Sonderausstellung „Melchior und die Kaiserin“

- Steyler Missionare St. Gabriel in Maria Enzersdorf: Gabrium – neue Nutzungen im alten Missionshaus

Oberösterreich

- Augustiner Chorherrenstift St. Florian: Verborgene Schätze – Rom durch die Jahrhunderte

- Benediktinerstift Lambach: Sichtbarer Glaube auf dem Weg des Salzes

- Prämonstratenser Chorherrenstift Schlägl: 800 Jahre 

Steiermark

- Augustiner Chorherrenstift Vorau: Die Innenhöfe des Stiftes Vorau

- Benediktinerstift St. Lambrecht: Zeitgenössische Akzente im historischen Ambiente

Kärnten

- Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal: Museumsführung zum Schwerpunktthema

Tirol

-Stift Stams: Gartenhaus – ein wiederentdeckter Festsaal

Wien

- Deutscher Orden: Schatzkammer und Museum

- Franziskanerkloster: Präsentation von Betchor und Wöckherl-Orgel der Franziskanerkirche

- Salvatorianer Kolleg St. Michael: Führung durch das restaurierte Kaiseroratorium und die Michaelerkirche

Im Klosterportal sind die einzelnen Ordensgemeinschaften einfach zu finden – inklusive Kontaktdaten.

[fkaineder]