Abtweihe von P. Philipp Helm in Stift Rein

Mit einem festlichen Gottesdienst wurde am 4.11. der neue Abt offiziell zum 58. Abt des ältesten, durchgehend bestehenden Zisterzienserklosters der Welt in seinem Amt bestätigt. Der 47-jährige P. Helm
 war im September von den 15 Zisterziensermönchen des Stiftes zum Abt gewählt worden. „Die lange Geschichte könne als ein "starkes Symbol" für die bleibende Lebendigkeit des Ordenslebens gesehen, aber auch als Symbol für die "katholische Weltkirche als Haus aus lebendigen Steinen" betrachtet werden“ so Altbischof Egon Kapellari in seiner Predigt.

 

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Der neue Abt des Stift Rein: P. Philipp Helm (c) Neuhold

 

An der Abtbenediktion nahmen zahlreiche Vertreter aus Kirche und öffentlichem Leben teil - darunter der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, der Linzer Altbischof Maximilian Aichern, weitere Äbte und Ordensleute, Vertreter der Ökumene sowie u.a. der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer. 


In seiner Predigt betonte der steirische Altbischof Egon Kapellari, dass nicht nur die wechselvolle Geschichte des Stiftes und seine Dank einer gelungenen Sanierung weithin sichtbare Schönheit und Strahlkraft ein Symbol für die Lebendigkeit der Orden seien, sondern speziell auch die Gemeinschaft der Mönche von Rein um den neuen, jungen Abt Helm.

Die lange Geschichte könne somit als ein "starkes Symbol" für die bleibende Lebendigkeit des Ordenslebens gesehen werden, aber auch als Symbol für die "katholische Weltkirche als Haus aus lebendigen Steinen" betrachtet werden - ein Symbol, "das in der bleibenden Spannung zwischen alt und neu weder einem überängstlichen Bewahren noch einem hastigen Erneuern einfach Recht gibt", so Kapellari. 



Das Stift sei "aufgrund seiner Geschichte herausgefordert zu einer katholischen Synthese und ausgestattet mit vielen Möglichkeiten dazu". So sei Rein nicht nur ein "Haus für Gott und mit Gott", sondern zugleich auch "ein Haus von Menschen für Menschen" - seien dies "tief im Glauben Verankerte", "Gottsucher" oder "Zweifler", so Kapellari in seiner Predigt. 

Biographie


Philipp Helm wurde am 21. Juni 1971 geboren und wuchs in Peggau, nördlich von Graz, einer Pfarre des Stiftes Rein auf. Er besuchte nach der Volksschule das Stiftsgymnasium Rein und trat nach der Matura in das Noviziat im Stift ein. Nach der Ablegung der zeitlichen Gelübde 1990 begann Helm sein Theologiestudium im internationalen Priesterseminar Canisianum in Innsbruck. Die ewige Profess legte er 1993 ab und wurde am 29. Juni 1996 im Stift Rein zum Priester geweiht. Danach war er in vielen Reiner Pfarren als Kaplan, Provisor und Moderator tätig. Seit 2006 war er Pfarrer von Rein und Expositus von Maria Straßengel, seit 2013 Pfarrer von Rein sowie Moderator des Pfarrverbandes Rein - Gratwein - Maria Straßengel.



Abtbenediktion bzw.  Abtweihe


Die Abtbenediktion, im umgänglichen Sprachgebrauch oft "Abtweihe" genannt, ist der Bischofsweihe liturgisch nicht unähnlich, es handelt sich aber nicht um eine Konsekration (Weihe), sondern um eine Benediktion (Segnung). Im Unterschied zur Bischofsweihe fehlen die Handauflegung, das Weihegebet und die Salbung mit den heiligen Ölen. Bei der Abtbenediktion werden dem Abt die Ordensregeln und seine Insignien (Amtszeichen) Stab, Mitra und Ring überreicht. Das Pektorale (Brustkreuz) wie das Pileolus (runde Kopfbedeckung) erhielt der neue Abt bereits unmittelbar nach der Wahl. 



Stift Rein

Ältestes durchgehend bestehendes Zisterzienserstift

Das steirische Zisterzienserstift Rein ist das älteste Zisterzienserkloster der Welt, das ohne Unterbrechung aktives Kloster ist, sieht man von der Enteignung während des Zweiten Weltkriegs durch das NS-Regime ab. Es prägte schon in seiner Frühphase das Umland und tauchte in Österreichs Geschichte mit dem "Reiner Schwur" auf, mit dem sich 1276 steirische und Kärntner Adelige mit dem deutschen König Rudolf I. gegen den regierenden Landesfürsten Ottokar II. Premysl verbündeten.

Dieser Bund trug wesentlich dazu bei, dass die Habsburger Herrscher über Österreich wurden.

Gegründet wurde das Stift 1129 durch Markgraf Leopold I. von Steyr, der in der Marienkapelle des Klosters begraben ist. Die ersten Mönche kamen aus Ebrach in Franken. Zum Stift Rein gehören 13 Pfarren, das Stift betreibt zudem das einzige Gymnasium im Bezirk Graz-Umgebung. 

 

[mschauer]