Sr. Sonja Dolesch: Auftakt zum #Wach sein

In der Eucharistiefeier zum Ordenstag 2018 am 27. November 2018 im Kardinal König Haus in Wien XIII hielt Sr. Sonja Dolesch die Predigt. Die Provinzoberin der Grazer Schulschwestern wies darauf hin, dass prophetische Präsenz kein Zustand sei, sondern die Dynamik zwischen Ja und Nein erfordere. #otag18 #wach

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(c) Medienbüro der Ordensgemeinschaften/Magdalena Schauer

Als sie gebeten wurde, die Predigt zu halten, hätte sie als erstes gedacht: Ich habe keine Predigterfahrung, das überfordert mich, erzählte Sr. Sonja Dolesch. Die Provinzoberin der Grazer Schulschwestern, die auch Regionalleiterin der Frauenorden Graz ist, wollte daher dankend ablehnen. „Aber dann hat es klick gemacht und ich habe Ja gesagt“, erinnerte sich Sr. Dolesch. „Warum ich das erzähle? Weil es darum geht, aus dem Nein herauszutreten und Ja zu sagen. Ich weiß, ich muss meine Komfortzone verlassen. Und so wurde meine Zusage zum bewussten Auftakt zum Wachsein. Zur Wachsamkeit und Bereitschaft, sich dem Wort Gottes auf Anruf zu stellen.“

Die Ordensgemeinschaften stellen sich dem Anspruch, prophetisch sein zu wollen. Das Motto Wach für ein gutes Leben aller sei eine große Herausforderung. Denn: „Prophetische Präsenz ist kein Zustand, es ist ein Zustand des Gerufen-seins, zwischen gerufen und gesandt von Gott zu den Menschen, zu der Welt, hören und hörend“, so die Ordensfrau. „Es erfordert eine ständige Dynamik zwischen Nein und Ja.“ Prophetische Präsenz – sie verlange die Leidenschaft für Gott und die Menschen. Dolesch: „Zunächst das Wort, das Gott an mich richtet, dass es mich erfasst und nicht loslässt. Ich fühle mich gedrängt, dem Ruf Gottes Antwort zu geben, der Sehnsucht der Menschen eine Spur zu Gott zu geben.“ Es brauche aber auch die „adventliche Haltung der Wachheit“, um zur Liebe Gottes zu gelangen.

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(c) Medienbüro der Ordensgemeinschaften/Magdalena Schauer

Es gäbe viele Gründe, ins Nein zurückzufallen. Was Kraft gäbe zum Ja, sei das Gebet. Es ist Quelle der Kraft und der Freude. „So sind wir als Schwestern und Brüder prophetisches Zeichen“, betonte die Ordensfrau. Und weiter: „Ich gehe mutiger, erfüllter, leidenschaftlicher aus diesem Ordenstag zurück. Ich möchte mich einreihen in die Spur wacher Menschen, in die Spur wacher Christinnen und Christen, in die Spur wacher Ordensfrauen und Ordensmänner, in die Spur unserer Gründerinnen und Gründer, in die Spur Jesu Christi.“ Und das Ziel sei klar definiert: „Unsere Seele und die Seele der Menschen in Balance zu bringen – das ist unsere stete prophetische Aufgabe.“

[rsonnleitner]