Erstes Vernetzungstreffen bei den Kapuzinern in Innsbruck

Am 11.2. trafen sich Ordensleute und MitarbeiterInnen aus den Bereichen der Archive, Bibliotheken, Sammlungen und sakralen Kulturgütern im Kapuzinerkloster Innsbruck. Gemeinsam diskutierte man über das Thema “Aufbewahrung und Pflege von Kulturgütern”. „Der Erfahrungs- und Wissensaustausch unter den Kulturgüter-Verantwortlichen in den Ordenshäusern ist sehr wichtig. Ziel ist es, ein gutes Wissens-Netzwerk in allen Regionen Österreichs aufzubauen.“, unterstreicht Karin Mayer, Leiterin des Referats für Kulturgüter der Ordensgemeinschaften.

br markusVeranstalter des Vernetzungstreffens waren das Referat für die Kulturgüter der Orden und die Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol (c) Referat der Kulturgüter

Veranstalter des Treffens waren das Referat für die Kulturgüter der Orden und die Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol. Im Fokus standen die richtige Pflege und Aufbewahrung von Kunst- und Kulturgütern, damit sie  auch für nachfolgende Generationen erhalten bleiben. Experten aus den Bereichen Restauration, Archiv, Bibliothek und Schädlingsüberwachung berichteten aus der Praxis und erteilten hilfreiche Tipps. Die Teilnehmer des Vernetzungstreffens kamen aus 6 Bundesländern und Südtirol.


Kulturgüter auch kostengünstig erhalten

Grundsätzlich ist zu bedenken, dass die Ressourcen von Personen und Geldmitteln in den Ordenshäusern sehr unterschiedlich sind, dementsprechend unterscheiden sich auch die Handlungsspielräume – das Spektrum reicht von großen Stiften bis zu kleinen Gemeinschaften. Die Botschaft des Vernetzungstreffens war, dass man auch mit einfachen, kostengünstigen Mitteln Maßnahmen zur Erhaltung der Kulturgüter setzen kann. Beispielhaft hierfür ist auch die enorme Vielfalt an Kulturgütern im Kulturgüterdepot der Kapuziner – Vom „Antiphon“ aus der Mitte des 12. Jh. bis zum „Kroki“ (Kosename für den Alligator von Provinzarchivarin Miriam Trojer). aus den Missionsgebieten der Kapuziner.

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„Kroki“, der Alligator von Provinzarchivarin Miriam Trojer

Diebstahl und Aufbewahrung

Silvia Mader gab grundlegende Hinweise zum Kulturgüter- und Denkmalschutz in Österreich sowie zu den Themen Diebstahl und Aufbewahrung. Berichtet hat sie auch sehr anschaulich über die Anforderungen von einem lebendigen Depot: Manche Gegenstände stehen nach wie vor im liturgischen Gebrauch und hier sind gute und praktikable Lösungen gefragt.

Selbst Hand anlegen

„Scheuen sie sich nicht auch selbst den Staubsauger in die Hand zu nehmen“ eröffnete Ute Roher vom Stift Admont. Sie arbeitet in der größten Klosterbibliothek weltweit und ist nach einem massiven Insektenbefall des Bücherbestandes zur Expertin im Umgang mit Schädlingen geworden. Ihre Tipps aus der Praxis konnten belegen, wie eine gute Überwachung im Vorfeld helfen kann, enorme Kosten zu sparen.

Schimmel in einer Bibliothek

Manfred Massani, Provinzbibliothekar der Kapuziner, kennt das Problem mit Schimmel in einer Bibliothek ebenfalls. Er berichtete von seinen Erfahrungen und unterstrich die Bedeutung des richtigen Raumklima für die Aufbewahrung von historischen Büchern. Den Teilnehmenden des Vernetzungstreffens zeigte er dann auch den umfangreichen Bestand im Kapuzinerkloster in Innsbruck.  

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Tipps zum Umgang mit Gemälden und Skulpturen

Heike Jockusch gab praktische Tipps im Umgang mit Gemälden und Skulpturen: „Wie packe ich Objekte für den Transport richtig ein, damit kein Schaden passiert? Was muss ich beachten, wenn für Ausstellungen Kunstwerke verliehen werden sollen? Was ist ein Zustandsprotokoll?“- Viele dieser Fragen wurden fachgerecht beantwortet und hilfreiche Tipps gegeben.

Alle Teilnehmer waren vom neuen Veranstaltungsformat begeistert und freuen sich schon jetzt auf das nächste Treffen. „Der Erfahrungs- und Wissensaustausch unter den Kulturgüter-Verantwortlichen in den Ordenshäusern ist sehr wichtig. Ziel ist es, ein gutes Wissens-Netzwerk in allen Regionen Österreichs aufzubauen.“ Resümierte Karin Mayer, die Leiterin des Referats für die Kulturgüter.

[mschauer]