Wiener Ordensspitäler sind unerlässlich für Gesundheitssystem

Die sieben Wiener Ordensspitäler sind Non-Profit-Krankenhäuser, die rund 20 Prozent der stationären Patientinnen und Patienten der Stadt Wien versorgen. Die Leistungsbilanz 2018 zeige klar: Die Leistungen der Ordensspitäler tragen dazu bei, Kosten im Gesundheitswesen zu sparen. Das garantiere den Wienerinnen und Wiener eine weiterhin leistbare Gesundheitsversorgung.

Video zur Pressekonferenz: Wiener Ordensspitäler sind unerlässlich für Gesundheitssystem (c)   B&K - Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung

„Unsere Zusammenarbeit mit der Stadt Wien ist verlässlich und gut eingespielt", betonte Prim. Manfred Greher, Sprecher der Wiener Ordensspitäler und Ärztlicher Direktor des Herz-Jesu Krankenhauses, beim jährlichen Leistungsbilanz-Pressegespräch. "Die Stadt bekommt unsere Leistungen zu einem für sie sehr attraktiven Preis." So tragen die Ordensspitäler dazu dabei, Kosten im Gesundheitswesen zu sparen. "Damit leisten wir in einer Zeit, in der die finanziellen Ressourcen generell knapper werden und sich viele Menschen Sorgen über die Finanzierbarkeit unseres Gesundheitswesens machen, wichtige Beiträge zu einer weiterhin leistbaren Gesundheitsversorgung. Wir sehen ein stabiles Gesundheitssystem als eine Voraussetzung für eine solidarische Gesellschaft“, so Greher.

Aktuelle Kennzahlen
Jeder 5. stationäre Patient wurde in Wien in einem Ordensspital behandelt. Insgesamt wurden 481.956 Patientinnen und Patienten betreut, davon 109.265 stationär, 344.404 ambulant und 28.287 tagesklinisch. Es wurden 67.741 Operationen durchgeführt, davon 48.658 stationär und 19.083 tagesklinisch.

Überproportional viele PatientInnen
Dazu kommt, dass 2018 die Wiener Ordensspitäler in einer Reihe von medizinischen Bereichen überproportional viele Patientinnen und Patienten versorgten. So wurden im Krankenhaus der Barmherzige Brüder 23 Prozent aller Katarakt-Operationen in Wien durchgeführt, 43 Prozent der radikalen Prostataentfernungen und 19 Prozent der umfassenden Schlaganfall-Therapien.
Ein anderes Beispiel: Das Barmherzige Schwestern Krankenhaus war mit zwölf Prozent der Darmoperationen Wien-weit an zweiter Stelle, bei den Magen-/Speiseröhren-Operationen an erster Stelle, und mit elf Prozent auf Platz 3 bei den Prostata-Operationen.
Das Göttlicher Heiland Krankenhaus Wien führte in seinem Gefäßzentrum Wien-weit 14 Prozent der gefäßmedizinischen Eingriffe und 15 Prozent der Leistenhernien-OPs („Leistenbruch“) durch. In der Akutgeriatrie und Palliativmedizin deckte das Haus 19 Prozent ab.
Das Herz-Jesu-Krankenhaus führte in Wien 30 Prozent aller Implantationen künstlicher Schulter-, Ellbogen- und Handgelenke, 20 Prozent der Implantationen von Knie- und Hüftgelenken, sowie 18 Prozent der Arthroskopien durch.
Das St. Josef KH deckte im Vorjahr zehn Prozent der Geburten ab und wird zur größten Geburtsklinik Wiens ausgebaut.
Das Franziskus Spital ist seit 2017 der Zusammenschluss aus dem Hartmannspital und dem KH St. Elisabeth. Das Spital führte 2018 über 800 Hernien-Operationen durch und war damit die Nummer 2 in Wien. Den 3. Platz nahm das Spital bei Schilddrüsen-OPs ein. An den Stationen für Akutgeriatrie beider Standorte wurden 25 Prozent aller Wienerinnen und Wiener remobilisiert und 19 Prozent der Palliativpatienten stationär versorgt.
Das Orthopädische Spital Speising deckte 25 Prozent der Implantationen von Knie- und Hüftgelenken ab, 15 Prozent der Implantationen von künstlichen Schulter-, Ellbogen- und Handgelenken, sowie 20 Prozent der in Wien vorgenommenen Arthroskopien.

Die Wiener Ordensspitäler als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor
Wiens Ordensspitäler sind mit rund 4.860 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch ein wichtiger Arbeitgeber mit einem hohen Anteil weiblicher Beschäftigter. In Vollzeit arbeiteten 2018, nach Berufen aufgeschlüsselt, 654 Ärztinnen und Ärzte (davon 300 Frauen) – darunter 57 mit Habilitation, 1.400 Pflegepersonen (davon 1.020 Frauen), 361 in der Verwaltung Tätige (davon 269 Frauen), 162 medizinisch-technische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon 119 Frauen) sowie 402 Angehörige des Betriebspersonals (davon 270 Frauen) für die Wiener Ordensspitäler. • In Teilzeit waren es 434 Ärztinnen und Ärzte (davon 252 Frauen), 728 Pflegepersonen (davon 659 Frauen), 306 in der Verwaltung Tätige (davon 285 Frauen), 281 medizinisch-technische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon 230 Frauen) sowie 127 Angehörige des Betriebspersonals (davon 97 Frauen).
Wiens Ordensspitälern beschäftigten 26 hauptamtliche und 37 ehrenamtliche Seelsorger. Die Wiener Ordensspitäler als Ausbildner von Ärzten und Pflegekräften Wiens Ordensspitäler spielten auch als Ausbildner eine wichtige Rolle.
2018 beschäftigten die Häuser 75 Turnusärztinnen und Turnusärzte in Basisausbildung.
Zusätzlich wurden 48 Allgemeinmediziner und 129 Fachärzte ausgebildet.
177 Studierende leisteten das Klinisch-Praktische Jahr (KPJ) ab.
Eine hauseigene Pflegeausbildung haben 58 Personen abgeschlossen.

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Prim. Dr. Manfred Greher: "Die Wiener Ordensspitäler leisten wichtige Beiträge zu einer weiterhin leistbaren Gesundheitsversorgung." (c) B&K/APA-Fotoservice/Rastegar

Neue Fachkliniken
„Bei den Wiener Ordensspitälern gab es 2018 eine Reihe baulicher, struktureller und organisatorischer Maßnahmen mit zum Teil unmittelbaren Auswirkungen auf die Versorgung der Menschen“, so Prim. Greher. „So wurden fünf Häuser der Vinzenz Gruppe zu Fachkliniken ausgebaut. Sämtliche dabei getätigten Maßnahmen erfolgten im Einklang mit den terminlichen und finanziellen Vorgaben, die mit der Stadt Wien vereinbart wurden.“

Karitatives Engagement
Alle Wiener Ordensspitäler engagierten sich bei karitativen Projekten. Prim. Greher: „Dabei werden nicht nur zahlreiche karitative Projekte in Österreich und international unterstützt. Wir integrieren karitative Tätigkeiten auch in unseren Spitalsalltag und leben sie auf tagtäglicher Basis.“

Kooperationen mit öffentlichen Spitalsträgern und der Stadt Wien
„Kooperationen mit den Spitälern der Stadt Wien bestehen in größerer Zahl und werden zunehmend ausgeweitet“, berichtete Prim. Greher. So bestehen Ausbildungskooperationen von Häusern mit dem AKH Wien, den KAV-Spitälern und den Häusern der AUVA. Weitere Kooperationen gibt es z. B. im Bereich der Inneren Medizin und der Geburtshilfe oder bei der Übernahme von Patientinnen und Patienten mit speziellen Problemen. Das Franziskus Spital z. B. kooperiert in mehreren Dimensionen mit dem Wiener KAV, insbesondere mit der Rudolfstiftung für Augen- und Wirbelsäulen-OPs sowie bei Akutaufnahmen und im Intensivbereich.

Damit die Wiener Ordensspitäler auch in Zukunft ihre Beiträge zur Gesundheitsversorgung in der gewohnten Quantität und Qualität erbringen können, bedürfe es weiterhin einer Finanzierung durch die Stadt, die dem geleisteten Leistungsvolumen entspricht, so Prim. Greher: „Die Ordensspitäler haben in den vergangenen Jahren einige neue Leistungsaufträge für die Bevölkerung übernommen und wurden dabei von der Stadt Wien gut unterstützt. Diese Kooperationen finden in einem guten Gesprächsklima mit den städtischen Stellen statt. Das stellt eine sehr positive Grundlage für eine weitere gute Zusammenarbeit im Dienst der Bevölkerung für uns dar.“

Die Wiener Ordensspitäler
Für die Ordensspitäler charakteristisch ist die Kombination von privater Trägerschaft durch Ordensgemeinschaften oder Stiftungen, mit einem gemeinnützigen Versorgungsauftrag. „Wir unterscheiden uns von gewinnorientierten privaten Privat- und Belegspitälern oder Klinikbetreibern insofern, als bei uns jeder Euro in den Unternehmen verbleibt und der Versorgung unserer Patientinnen und Patienten zu Gute kommt“, so Prim Greher. „Wir sind für alle Patientinnen und Patienten unabhängig von ihrem Versicherungsstatus offen.“

[rsonnleitner]