Tag der babenbergischen Klöster

Zum Josefsfest 2016 trafen sich alle noch bestehenden Stiftungen der Babenberger; die Stifte Klosterneuburg, Heiligenkreuz, Lilienfeld sowie das Stift der Schotten in Wien, im Rahmen des „Jahres der Barmherzigkeit“ in Kleinmariazell. Heuer, am 23. März fand diese Wallfahrt nun zum zweiten Mal mit Treffpunkt im Schottenstift Wien statt. Auch die Benediktinerinnen der Anbetung nahmen teil.

 

Foto 3 Gruppenfoto im Stiftsgarten

Zweite "babenbergische" Wallfahrt mit Zielort Schottenstift Wien (c) Schottenstift, P. Christoph Merth OSB

Die Initiative für die erste Wallfahrt 2016 hatte das Stift Klosterneuburg ergriffen, als Abschluss zum „Jahr der Orden“ (2015). Dabei entstand der Wunsch nach drei Jahren wieder gemeinsam eine solche Wallfahrt zu begehen. Teilgenommen haben dieses Mal – zur Nachfeier des Hochfestes des Heimgangs des hl. Benedikt (21.3.) – neben den Brüdern der Klöster Klosterneuburg, Heiligenkreuz, Lilienfeld und der Wiener Schottenabtei auch die Benediktinerinnen der Anbetung aus dem Wiener Liebhartstal. 

Erfahrungen austauschen, gemeinsam Gottesdienst feiern 

Nach einer Statio in der Aula mit einem geistlichen Impuls (der sich mit dem Thema „Kloster in der Stadt“ und dem Beitrag, den Klöster für die Kirche von Wien leisten, beschäftigte) wurde mit einer Prozession in die Schottenkirche eingezogen, wo gemeinsam die Terz gebetet und Eucharistie gefeiert wurde. Die Predigt hielt Erzabt Cirill Hortobágyi OSB, Pannonhalma; diese baute er auf dem Satz der Benediktsregel „Wer ist der Mensch, der das Leben liebt?“ auf und stellte das Ordensleben als einen Weg zu erfülltem Leben dar. 

Das weitere Wallfahrtsprogramm nach einem gemeinsamen Mittagessen: Der Besuch des Grabes der Stifter der Schottenabtei, Herzog Heinrich II. von Österreich, seiner Gattin, Herzogin Theodora, und ihrer Tochter, Königin Agnes, in der Krypta der Schottenkirche. Im Anschluss daran fanden Führungen durch das Kloster mit den Stationen Museum, Bibliothek und Kirche statt. Die Wallfahrt endete mit einer kurzen Andacht vor dem Benediktusaltar in der Kirche und einem Reisesegen für die rund 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 

„Es tut uns gut, dass die alten Klöster, die viele Aufgaben in Kultur, Bildung und Seelsorge haben, auch zusammenkommen, um den Kontakt untereinander zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Gottesdienst zu feiern“, resümiert Abt Johannes Jung, Benediktinerabtei Unserer Lieben Frau zu den Schotten in Wien. 

Über das Schottenstift – Kloster im Herzen Wiens. 

Im Jahr 1155 vom Babenbergerherzog Heinrich II. Jasomirgott gestiftet, feierte die Benediktinerabtei „Unserer Lieben Frau zu den Schotten“ am 8. Mai 2015 bereits das 860-jährige Jubiläum ihres Bestandes. Auch außerhalb des monastischen Lebens werden von den Mönchen der Abtei zahlreiche Aufgaben übernommen. Dazu zählen die Leitung und der Unterricht am Schottengymnasium samt angeschlossenem Hort, die Begleitung des Schottenkindergartens, die Führung einer Wohngemeinschaft für Studierende wie auch eines Gästehauses und nicht zuletzt die pastorale Arbeit in der Schottenpfarre wie auch einigen anderen Pfarrgemeinden in Wien und Niederösterreich. 

Die Hauptaufgabe aber ist die Liturgie und die geistliche Präsenz an der Schottenkirche im Zentrum der Stadt.

 

[mschauer]