20 Jahre Klösterreich: Mehrwert an Spiritualität und Orientierung

Der Verein Klösterreich wurde 1999 mit 15 Klöstern gegründet. Heute, 20 Jahre später, sind 27 Klöster in fünf Ländern Europas Mitglied. Sie präsentierten am 4. April 2019 in einer Pressekonferenz im Wiener Ringturm eine Bilanz, die sich sehen lassen kann: Insgesamt 1.503.000 Tagesbesucher und 48.300 Nächtigungsgäste mit insgesamt 102.500 Nächtigungen konnte Klösterreich für sich verbuchen. Gastfreundschaft sei ein "wichtiges Grundprinzip von Ordensgemeinschaften", sagte Klösterreich-Präsidentin Sr. Michaela Pfeiffer-Vogl.

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Foto v.l.n.r.: Propst Markus Grasl (Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg), Propst Maxmilian Fürnsinn (Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg; ehem. Präsident Klösterreich), Generaloberin Sr. Michaela Pfeiffer-Vogl (Präsidentin Klösterreich), Petra Bohuslav (Wirtschafts- und Tourismuslandesrätin von Niederösterreich) und Manuel Lampe (GF Klösterreich). (c) rsonnleitner/Medienbüro der Ordensgemeinschaften

"Unsere Häuser sind Freiräume für Körper, Geist und Seele. Was wir an Kultur- und auch Glaubensschätzen haben, teilen wir mit allen, die kommen und verbinden dabei Tradition und Werte mit dem, was die Menschen heute beschäftigt", sagte Klösterreich-Präsidentin Michaela Pfeiffer-Vogl bei der Pressekonferenz. Gesucht werde vor allem der "Mehrwert an Spiritualität und Orientierung", so Sr. Michaela. Frei sein für eine Unterbrechung des Alltags, wohltuende Rituale pflegen, sich einlassen auf alternative Lebensrhythmen, die Stille zu hören, und das in klösterlicher Gemeinschaft für kurz oder lang - genau das biete Klösterreich. Klösterreich-Präsidentin Sr. Michaela Pfeiffer-Vogl: „Frauen- und Männerklöster öffnen einen Freiraum für Körper, Geist und Seele, teilen mit ihren Gästen Schätze des Glaubens, des Gebetes und ihr reichhaltiges kulturelles Erbe. Unsere Gäste können etwas von diesen Schätzen einer bewährten Tradition mit in ihr Leben mitnehmen. Unsere Klöster garantieren Tradition, Genuss und Inspiration seit über 1.000 Jahren!“

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Foto v.l.n.r.: Propst Maxmilian Fürnsinn (Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg und ehem. Präsident Klösterreich), Generaloberin Sr. Michaela Pfeiffer-Vogl (Präsidentin Klösterreich), Propst Markus Grasl (Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg) und Manuel Lampe (GF Klösterreich). (c) rsonnleitner/Medienbüro der Ordensgemeinschaften

Gemeinsames Merkmal aller "Klösterreich"-Standorte ist, "dass sie Klöster mit einer lebendigen Ordensgemeinschaft sind, deren Mönche, Chorherren oder Nonnen Gäste aufnehmen und zudem auch kulturell engagiert sind", ergänzte Propst Maximilian Fürnsinn vom Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg. Der ehemalige Klösterreich-Präsident und ehemalige Männerorden-Vorsitzende wies darauf hin, dass Gesundheit und der "spirituelle Mehrwert" dabei stets großgeschrieben würden.

Auch für das "Klösterreich-Stammland" Niederösterreich - zehn der Mitglieder sind hier verortet - seien die 20 Jahre der Vereinigung eine "Erfolgsgeschichte", erklärte die niederösterreichische Landesrätin Petra Bohuslav bei der Pressekonferenz. Die Klöster seien bekannte und beliebte Auflugsziele und gäben die Antwort auf eine "Sehnsucht nach Entschleunigung, die heute noch stärker geworden ist als vor 20 Jahren".

Neu beigetreten ist das oberösterreichische Stift Reichersberg. „Mit Freude leben“ lautet der Leitsatz dieses Stiftes, sagte Propst Markus Grasl, Österreichs jüngster Abt. Und tatsächlich macht ein Besuch der barocken Anlage viel Freude - groß und mächtig thront das Stift Reichersberg über dem Inn, wo Augustiner Chorherren seit mehr als 900 Jahren leben und wirken. Der Kultur wird viel Platz einge-räumt - Jahr für Jahr bietet der „Reichersberger Sommer“ festliche Gottesdienste, Ausstellungen, Lesungen, Kabarett und Jazz. Durch die rege Kurs- und Seminartätigkeit hat sich das Chorherrenstift Reichersberg als religiöses und kulturelles Zentrum weithin einen Namen gemacht.

Als Marke sei "Klösterreich" heute bestens bekannt und die Stifte vor allem bei Gruppenreisen aufgrund des vielfältigen Programms und der guten Infrastruktur vor Ort gern angepeilte Ausflugsziele, analysierte Geschäftsführer Manuel Lampe. Anders im Individualbereich: "Da kommen bisher eher Menschen, die einen Bezug zu Spiritualität oder zum Pilgern haben. Was wir bieten, ist jedoch für alle relevant - weshalb wir in Zukunft auch neue Zielgruppen ansprechen und diese dort abholen möchten, wo sie sind", so der Tourismusfachmann. Barrieren in den Köpfen - "spürbar in Anfragen wie: Wir sind nicht katholisch oder nicht verheiratet, können wir trotzdem kommen?" - gelte es abzubauen, denn: "Alle unsere Klöster sind offen und wollen die Menschen hereinholen."

Konkret wurde im ersten Schritt eine Broschüre mit dem Titel "Kultur-Begegnung-Glaube" mit einer Auflage von 100.000 Stück herausgegeben, die in den nächsten Wochen verteilt und Zeitungen beigelegt wird.

[rsonnleitner]