Schulchroniken und Schularchive

 Helga PenzHelga Penz vom Referat für Kulturgüter der Ordensgemeinschaften Österreich referierte vor den Schulerhaltern und SchuldirektorInnen über Schulchroniken und Schularchive. Durch die Veränderungen oder den unmittelbaren Weggang der Ordensgemeinschaften wird auch die Archivfrage virulent.

 

Penz sieht die Chance eines gut geführten und vollständigen Achrivs darin, „dass Stimmungen und Bewertung verschiedener Zeitepochen für die nächsten Generationen Fundgruben werden können.“ Im umgekehrten Sinne sind Archivare und SchulchronistInnen auch „Anwälte für geordnetes Vergessen, weil nicht alles aufgehoben werden kann.“ Besondere Schwerpunkte der schulischen Arbeit können zur wichtigenQuellen für zukünftige Identitätsfindung einer Schule werden. Gerade das „Verkosten der Erinnerung“ ist eine gute Möglichkeit, Identitätsbildung zu betreiben: „Es kann sehr lustvoll sein, auf profunde Art der Frage nach dem Woher nachzugehen.“ Penz

Pflege der Schulgeschichte ist auch Imagepflege

Penz bringt ganz praktische Tipps: „Wichtig ist, dass keine eigene Sprache oder Kürzel verwendet werden, damit die nachfolgenden Generationen diese Belege noch lesen kann.“ In jedem Fall soll auch von digitalen Publikationen eine Print-Version ausgedruckt werden. Die Schulchronik muss Teil der geschäftsmäßigen Arbeit sein und ist daher Leitungsaufgabe. Der Chronist schreibt im Auftrag der Schulleitung.Jede Institution braucht ein aktives Erinnern und kann so das kollektive Gedächtnis fördern. Die Pflege der Schulgeschichte ist so auch immer Imagepflege. Penz weiß aus Erfahrung: „Besonderes Augenmerk verdienen Schulabgänger. Dort liegt auch das größte Interesse.“ Gerade Medien würden gerne von öffentlichen Personen Details in den Schulchroniken suchen: „Für lebende Bürger gilt hier der Datenschutz und wird nicht zugänglich gemacht.“