Das waren die Herbsttagung und der Ordenstag 2019 der Ordensgemeinschaften Österreich

Vom 25. bis 28. November 2019 fand die Herbsttagung 2019 der Ordensgemeinschaften Österreich im Kardinal-König-Haus in Wien XIII statt. Das Motto lautete "Das [gar nicht so] einfache Leben". Hier finden Sie eine Zusammenfassung der entstandenen Texte, Audios, Fotos und Videos. #DasEinfacheLeben #otag19 #einfach

Montag, 25. November 2019

Gemeinsame Konferenz der Frauen- und Männerorden als Österreichische Ordenskonferenz
Gleich am ersten Tag wurden in der gemeinsamen Konferenz der Frauen- und Männerorden wegweisende Schritte für die Zukunft gesetzt: Die Statuten für die zukünftige Ordenskonferenz Österreich, dem Zusammenschluss von Männer- und Frauenorden, wurden angenommen. Neuer designierter Vorsitzender ist Erzabt Korbinian Birnbacher; neue Stellvertreterin ist Sr. Franziska Bruckner.

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Treffen der Bischofsvikare: Zeit des Übergangs für Orden und Kirche
Im Rahmen des Ordenstages 2019 trafen sich am 25. November 2019 im Kardinal König-Haus in Wien XIII die Bischofsvikare für die Orden und Institute des Geweihten Lebens und die zuständigen Ordensreferenten zu ihrer Jahreskonferenz. Gegenstand der Beratungen waren u.a. die Fragen nach den unterschiedlichen Vorgangsweisen von bischöflichen Visitationen bei „Orden bischöflichen Rechts“, der neue „Leitfaden für die Aufnahme von Geweihten Jungfrauen“ in Österreich, die Situation in der „Missbrauchsthematik“, sowie die Umsetzung der neuen vatikanischen Gesetze bezüglich der kontemplativen Gemeinschaften und deren verbindlichen Folgen für Föderationen oder Zusammenschlüssen.

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Ordenstag Young
Um 16.30 Uhr fand auch zum dritten Mal der Ordenstag Young statt. Sr. Beate Krug, Umweltbeauftragte der Oberzeller Franziskanerinnen, hielt ein Impulsreferat zum Thema "Armut vs. Suffizienz - Was genügt für ein gutes (Ordens-)Leben?"

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Dienstag, 26. November 2019

Österreichischer Ordenstag
Der Ordenstag 2019 stand unter dem Motto: „Das [gar nicht so] einfache Leben“. Rund 500 Ordensoberinnen, Ordensoberen und leitende Verantwortliche bei den Orden waren ins Kardinal König Haus in Wien XIII gekommen, um einen historischen Moment zu mitzuerleben: Das Zusammenwachsen der Frauen- und Männerorden zur „Ordenskonferenz Österreich“. Die Begrüßungsworte sprachen Frauenorden-Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer, Männerorden-Vorsitzenden Abt em. Christian Haidinger und die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Säkularinstitute Elisabeth Plach.

 

Sr. Jordana Schmidt: #einfach da sein
Den Reigen der Vorträge eröffnete Sr. Jordana Schmidt, Mitglied der Ordensgemeinschaft der Dominikanerinnen von Bethanien. Thema ihres Vortrages lautete „einfach da sein“. Sie erzählte, dass sie beim Eintritt in ihr erstes Kloster mit der Thematik Machtmissbrauch persönlich konfrontiert war und sich seither damit auseinandersetzt. Heute, in ihrem zweiten Kloster, hat sie ihre Berufung als Kinderheimmutter gefunden.

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P. Jakob Deibl: #einfach öffnen
Den zweiten Vortrag des Vormittags hielt P. Jakob Deibl aus dem Stift Melk. Der Ordensmann ist Theologe, Philosoph und 2018 Professore Invitatio in Pontifico Ateneo Sant’Anselmo in Rom. Er spricht davon, dass jede Ordensgemeinschaft ihre eigene Spiritualität besitze; die der benediktinischen Klöster zeige eine starke Tendenz zur Verwendung architektonischer Metaphern. Gerade deshalb müssten sie eine geeignete Form der Offenheit finden und „nicht den Charakter der Selbstgenügsamkeit“ haben. Und weiter: „Ihre Armut läge dann nicht in einer Besitzlosigkeit der Gemeinschaft, sondern in der Bereitschaft, was sie haben, mit den Gästen zu teilen.“

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Br. David Steindl-Rast: #einfach dankbar
Am Nachmittag des Ordenstags 2019 setzte sich der weltberühmte Benediktiner Br. David Steindl-Rast mit dem Thema #einfach dankbar auseinander. Dankbarkeit habe sehr viel mit Lebensvertrauen zu tun. Doch: „Wir leben in einer Gesellschaft, die von Furcht getrieben ist.“ Dies werde vor allem von jenen gefördert, die ganz oben an der Spitze der Machtpyramide sitzen und die ihre Macht durch Furcht gewinnen. Dabei fürchten sie sich selbst am meisten, denn jeder könnte sie von dieser Pyramide herabstürzen. Deshalb halten sie sich dort oben, indem sie Gewalt anwenden. Doch die Geschichte habe gezeigt: Die großen Tonbilder der Furchtlosigkeit sind die Revolutionäre; und oft waren das Ordensgründer wie Franziskus oder Benedikt. Sie wollten eine andere Gesellschaft als diese von einer Machtpyramide geprägten. „Setzt die Macht der Gewalttätigkeit die Liebe entgegen“, so das Fazit von Br. David Steindl-Rast.

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Wer sama, was tama
Zum Auftakt des nachmittäglichen Festaktes wurde der Film „Wer sama, was tama“ von Magdalena Schauer vorgestellt, der noch im heurigen Jahr in erweiterter Form auf ORFIII ausgestrahlt werden wird. Er geht der Entwicklungsgeschichte der Frauen- und Männerorden bis hin zum heutigen Zusammenschluss zu einer Ordenskonferenz Österreichs nach und zeigt parallel zwei sehr zeitgenössische Projekte auf, in denen Orden heute wirken.

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Der Film zum Nachsehen (kommt in Kürze)


Dialogpredigt von Sr. Beatrix Mayrhofer und Abt em. Christian Haider
Der Ordenstag 2019 endete traditionell mit einer Eucharistiefeier, in der Frauenorden-Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer und Männerorden-Vorsitzender Abt em. Christian Haidinger eine Dialogpredigt hielten.
In dieser Eucharistiefeier wollte man Dank sagen. Man habe eine neue Struktur gefunden - aber natürlich gehe es um mehr und um Größeres als um strukturelle Veränderungen: Es gehe um Berufung und Sendung als Ordensleute für die Kirche in der Welt von heute.

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Die Dialogpredigt als Audiofile zum Nachhören

 

Mittwoch, 27. November 2019

Missionstag

Sr. Anna Damas: wach – einfach – gemeinsam
Von der Gratwanderung, wie die Vermittlung des christlichen Glaubens in eine Kultur wie jener von Papua-Neuguine gelingen kann, berichtete die Ordensfrau und Missionarin Anna Damas beim Missionstag. Die Kirche müsse zu einem einfacheren Lebensstil finden, so Sr. Damas. Das gelte aber nicht nur für Papua-Neuguinea. 

 

Katrin Morales: Rückblick weltkirche.tagung
Katrin Morales von der Jesuitenmission berichtete die wichtigsten Ergebnisse. Die von den Ordensgemeinschaften, der KOO und der Missionsverkehrsarbeitsgemeinschaft MIVA getragene Veranstaltung stand heuer ganz im Zeichen der damals noch bevorstehenden Amazoniensynode.

 

Anja Appel: Impuls zur Amazoniensynode
KOO-Geschäftsführerin Anja Appel ging in ihren Ausführungen auch auf die Amazonien-Synode im vergangenen Oktober im Vatikan ein und hob dabei die wichtige Rolle der Orden hervor; sowohl innerhalb der Synodenaula durch Delegierte und Experten, als auch außerhalb beim Rahmenprogramm in Rom. Das Abschlusspapier propagiere eine vierfache Umkehr: pastoral, kulturell, ökologisch und synodal. In diesem Sinne gelte es nun intensiv weiterzuarbeiten.

 

Der vollständige Bericht zum Nachlesen 

Der Vortrag von Sr. Anna Damas zum Nachhören

 

Kulturtag

Der Kulturtag 2019 feierte in doppelter Hinsicht eine Premiere: So war man aufgrund der immer größer werdenden Menge an ZuhörerInnen zum ersten Mal im großen Karl-Rahner-Saal im Kardinal-König-Haus. Und die Einleitung fand diesmal musikalisch statt: Der Franziskaner P. Sandesh Manuel stellte, trotz gebrochener Hand, seine Version des Sonnengesangs des Franz von Assisi vor. Mit seiner Interpretation der franziskanischen Spiritualität lieferte er den perfekten Übergang zum ersten Vortrag.

 

Gisela Fleckenstein: Einfach Leben: Franziskanische Spiritualität und kulturelles Erbe
Den Beginn am Vormittag macht Gisela Fleckenstein, die unter dem Titel "Einfach Leben" Gedanken zu "Franziskanische Spiritualität und kulturelles Erbe" präsentierte. Die gebürtige Ludwigshafenerin gehört dem Ordo Franciscanus Saecularis an und ist seit 2009 Archivarin am Landesarchiv Speyer. Die Historikerin und Germanistin hat zahlreiche Arbeiten zur Kirchen- und Ordensgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts veröffentlicht. Sie machte in ihrem Vortrag deutlich, dass die Bewahrung von kulturellem Erbe auch die Bewahrung der Schöpfung ist - und in in diesem Sinne durchaus sehr "franziskanisch".

 

Leo Zogmayer: Einfach gestalten: Ästhetik der Reduktion in Kunst und Spiritualität
Leo Zogmeyer, Bildender Künstler, Maler, Grafiker, gestaltet Kunst im öffentlichen Raum, vor allem aber liturgischer Räume. Er stellt in seinem Vortrag die Frage, was eigentlich Reduktion sei. Für ihn gehe es im Wesentlichen um die Reduktion von Bildern, damit „uns die Bilder, die Modelle, die Muster nicht zu sehr übernehmen“. Wir können ja die Wirklichkeit als solches nicht reduzieren. Gerade in liturgischen Räumen sei Weniger ist mehr ein sehr weiser Satz.

 

Joachim Huber: Einfach Bewahren: Haben oder Sein? Von Klimawandel, Sammelwut und der Suche nach Identität
Joachim Huber, Museumsplaner und Kunsthistoriker aus der Schweiz, stellte gleich zu Beginn seines Vortrags eine provokante Frage: Die Mona Lisa ist unbestreitbar eines der schönsten Kunstwerke der Welt. Aber muss man sie wirklich im Original gesehen haben? Die Klimakrise macht auch vor Kulturgütern nicht halt. Letztendlich „übernutzen wir unsere Kulturgüter“, so die These von Huber. Und fordert ein Umdenken des Kulturbetriebs.

 

Andreas Gamerith: Einfach Vermitteln: Kunst- und Kulturvermittlung auf Augenhöhe
„Ist das Schloss noch bewohnbar?“, fragte Andreas Gamerith, Bibliothekar und Archivar in Stift Zwettl, ein wenig ironisch zu Beginn seines Vortrages. Natürlich kämen die BesucherInnen ins Stift, weil sie besichtigen wollen – und darauf müsse man sich einstellen. Zwar dürfe man ein Kloster nicht auf ein bloßes Museum reduzieren. Dennoch müsse man Ansprüchen der Gäste, die dankbar sind für Erklärungen, gerecht werden. Und auf Augenhöhe bleiben.

 

Die Zusammenfassung aller Vorträge und Pressefotos zum Download finden Sie hier

Der Vortrag von Gisela Fleckstein zum Nachhören (kommt in Kürze)

Der Vortrag von Leo Zogmayer (kommt in Kürze)

Der Vortrag von Joachim Huber zum Nachhören (kommt in Kürze)

Der Vortrag von Andreas Gamerith zum Nachhören (kommt in Kürze)

 

Schultag

Zum Schultag im Rahmen der Herbsttagungen 2019 trafen sich die SchulerhalterInnen der Österreichischen Ordensschulen zu inhaltlichen Inputs, feierlichen Übergaben und zur Verleihung des St. GeorgsBildungsPreises des Hauptverbandes der katholischen Elternvereine. 

 

P. Franz Helm: Dialog als Grundprinzip Katholischer Bildungseinrichtungen
Der Missionstheologe P. Franz Helm von den Steyler Missionaren, ehemalige Generalsekretär der Superiorenkonferenz, betonte in seiner Einleitung, dass „katholisch“ gleichsam auch „für alle“ meint. Konfessionelle Verengungen befürworte er nicht.

 

St. GeorgsBildungsPreis
Der Hauptverband der Katholischen Elternvereine (HVKE) verlieh im Rahmen des Schultages den St. GeorgsBildungsPreis. Thomas Maximiuk zitierte Br. David Steindl-Rast mit dem Dreischritt „stop-look-go“. „Wir halten dankbar inne für unsere Kinder, wir schauen hin was sie brauchen und als Elternvertreter setzen uns ein für unsere Kinder“, so Maximiuk.

 

Thomas Nárosy: Mehr als Null und Eins! Lernen – mit, über und trotz digitaler Medien und Werkzeuge
Thomas Nárosy, Bildungs- und Digitalisierungsexperte, versuchte in seinem Vortrag mit vielen Fragen die SchulerhalterInnen der Ordensschulen zu mehr Autonomie und Kompetenz im Bereich der Digitalisierung zu ermutigen.

 

Der gesamte Bericht zum Nachlesen

Der Vortrag von P. Franz Helm als Audiofile zum Nachhören

Der Vortrag von Thomas Nárosy als Audiofile zum Nachhören

Die Präsentation von Thomas Nárosy

 

Donnerstag, 28. November 2019

Tag der Gesundheit

Als letzter Tag der Herbsttagungen der Ordensgemeinschaften Österreich ging der Tag der Gesundheit über die Bühne.

 

Den Start machte die Generalversammlung des Vereins „Interessenvertretung von Ordensspitälern, konfessionellen Alten- und Pflegeheimen, Erziehungs- und Bildungseinrichtungen Österreichs“

 

Anschleßend erfolgte die 45. Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs
Inhalt war die Analyse und Diskussion aktueller gesundheitspolitischer Entwicklungen, der Bericht über das Arbeitsprogramm des Koordinations-Komitees 2018 / 2019, die Leistungsschau mit Präsentation von Strategien und Tätigkeitsschwerpunkten einzelner Ordensspitäler.

 

Paul M. Zulehner: Als Christ menschlich handeln
Der Pastoraltheologe Paul M. Zulehner referierte am Nachmittag zum Thema: „Als Christ*in menschlich handeln“. Ordensspitäler seien ein „bodenständiger Ort, wo schon auch ein wenig Himmel ist“, so Zulehner, „wo sie Kirche sind, ob sie wollen oder nicht.“ Denn der Himmel sei dort, wo Menschlichkeit aufblühe. Gott werde nämlich nicht zufällig Mensch, er suche bewusst die Menschlichkeit.

 

Den Abschluss machte die Präsentation des Arbeitsprogramms 2020/2021 des Koordinations-Komitees inkl. Budgetbeschluss für die nächsten zwei Jahre.

 

Der vollständige Bericht zum Nachlesen 

Der Vortrag von Paul M. Zulehner als Audiofile zum Nachhören

[rsonnleitner]