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Sie ist Veterinärmedizinerin, verheiratet, Mutter von vier erwachsenen Kindern und hat sich durch ein Gelöbnis an eine Gemeinschaft gebunden. Martina Patzl ist Laien-Salvatorianerin. Was bedeutet das?


20200430 Martina Patzk

Martina Patzl ist Laien-Salvatorianerin. (c) Privat

Maria Fibich für das Canisiuswerk

Patzl hat sich für ein Glaubensleben in salvatorianischer Spiritualität entschieden. Keinesfallsselbstverständlich, denn mit der Kirche kommt sie als Kind nur über ihre Großeltern in Berührung. Durch den Ehevorbereitungskurs lernt das Paar einen Salvatorianerpater intensiver kennen. Die Hochzeitsreise wird eine Fußwallfahrt und gemeinsam mit zwei weiteren Paaren sucht man schon bald, angeregt durch die Vision des Ordensgründers Pater Franziskus Jordan (z. B. die Verkündigung durch aktive Laien), ein tieferes salvatorianisches Leben und setzt sich intensiv mit salvatorianischer Literatur auseinander. Die Bildung einer Gemeinschaft von LaienSalvatorianerInnen wird durch die Gruppe vorangetrieben – und dabei von beiden salvatorianischen Ordenszweigen unterstützt. Heute gehört Patzl dieser seit mehr als 30 Jahren an.

Gewachsene Gottesbeziehung

Seit 1988 gibt es durch diese Gruppe LaiensalvatorianerInnen mit Versprechen in Österreich und Europa. Mittlerweile ist sie deren Provinzleiterin. Im Zentrum ihres Lebens steht für Patzl „die gewachsene Gottesbeziehung“ – „ihr Weg wäre sonst wahrscheinlich so nicht möglich gewesen“. Das Gebet ist ihr wichtig: „Es durchdringt den Alltag, Gebet und Alltag fließen ineinander.“ Versuchte man anfangs noch den Tag mit einer Laudes zu beginnen, so war das mit den Kindern und dem Arbeitsalltag später nicht mehr möglich. Das Gebet fand sich in anderen Formen wieder. Wesentlich ist Patzl „die Ausrichtung auf eine Lebenshaltung, die nach einem „Leben in Fülle“ sucht.

In der Gemeinschaft der LaiensalvatorianerInnen findet sie Bestärkung, Rückhalt und „es ist wichtig, freundschaftlich verbunden zu sein“. Gemeinsam mit den Ordenszweigen, Salvatorianern und Salvatorianerinnen, engagieren sich die Laien für Benachteiligte, Obdachlose und Flüchtlinge, gegen Menschenhandel und Umweltausbeutung – eben für die Bewahrung der Schöpfung. Verbindende Aktivitäten der Laiengemeinschaft sind unter anderen ein jährlicher Besinnungstag, eine Wallfahrt und die gemeinsame Erneuerung des Versprechens jeweils am 8. Dezember, dem Gründungstag der Salvatorianer. In vielen Ländern gibt es heute Laiensalvatorianer – die Anerkennung der internationalen Gemeinschaft durch den Heiligen Stuhl ist in die Wege geleitet.

Obwohl viele Menschen aktuell auf Sinnsuche sind, sei es schwierig, neue Mitglieder zu finden, so Patzl. Eine Berufung zu finden und zu leben ist nicht einfach. In Österreich besteht die Gemeinschaft aus 16 Mitgliedern – fast ist die kritische Untergrenze erreicht. Daher wird verstärkt auf Vernetzung – auch in den sozialen Medien – gesetzt. Dabei sind der Gemeinschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, keinen Augenblick zu ruhen, solange noch ein einziger Mensch auf Erden ist, der unter Unterdrückung oder Ausbeutung zu leiden hat, helfende und berufene Hände zu wünschen.

[elisabeth mayr]