Fürnsinn: Religion kann Angst nehmen und Vertrauen stärken

Fuernsinn WF118688 Teaser"Symposion Dürnstein" über "Risiko Sicherheit" - Falsches Sicherheitsdenken führt zu übertriebenem Misstrauen

In einer Gesellschaft, die immer mehr von gegenseitigem Misstrauen geprägt ist, sei es die Aufgabe der Religion, "Angst zu nehmen und Vertrauen zu stärken". Das hat Propst Maximilian Fürnsinn im "Kathpress"-Gespräch am Rande des Symposions "Riskio Sicherheit" in Dürnstein betont. Fürnsinn verwies auf den Grundgedanken des Symposions, wonach ein falsches Sicherheitsdenken dazu führe, die Lebenswelt grundsätzlich nur mehr als feindselig zu betrachten, derer man sich erwehren müsse. Das sei eine bereits "überdramatische Entwicklung", der man ethische Werte entgegenhalten müsse, für die letztlich Religionen eine zentrale Quelle seien; etwa im Hinblick auf gelebte Solidarität. Das werde besonders im Christentum deutlich, wo Gottes- und Nächstenliebe untrennbar zusammengehörten.

Das "Symposium Dürnstein", das am Sonntag, 17.2.2013 zu Ende ging, stand unter dem Titel "Risiko Sicherheit". Internationale Experten diskutierten beispielsweise die Themen "Sicheres Wachstum und sichere Arbeit", Ernährungssicherheit, Sicherheitsversprechen der Moderne oder Sicherheitstechnologien. Zu den Vortragenden zählten u.a. die US-amerikanische Soziologin und Globalisierungsforscherin Saskia Sassen und die deutsche Erziehungswissenschaftlerin Marianne Gronemeyer. Veranstaltet wurde das "Symposium Dürnstein" von der Wachau Kultur Melk, der Donau-Universität Krems und dem Stift Herzogenburg.

Die einen sind sicher, die anderen tot

P. Karl Helmreich, Benediktiner vom Stift Melk, machte in seinem Vortrag deutlich, dass für das Sicherheitsbedürfnis eines Teiles der Weltbevölkerung der andere Teil sogar mit dem Leben bezahlen müsse. Helmreich, der jahrelang u.a. im Kosovo als Sozialarbeiter tätig war, wies auf die EU-Außengrenzen hin. Von 1988 bis 2011 seien registrierte 17.856 Personen an diesen Außengrenzen ums Leben gekommen, dazu komme noch eine beträchtliche Dunkelziffer. Tausende seien etwa im Mittelmeer ertrunken.

Heftige Kritik übte der Ordensmann auch an der österreichischen Asylpolitik: "Sofort bangen wir um unsere Sicherheit, wenn die Flüchtlingszahlen nur ein wenig ansteigen." Zuletzt war ein abgeschobener Tschetschene am Heimatflughafen in Russland verhaftet worden und sei seither verschwunden. Trotzdem hätten die österreichische Behörde kurz darauf wieder 13 Tschetschenen abgeschoben, kritisierte Helmreich und weiter: "Wie lange hat es gedauert, bis unbegleitete jugendliche Flüchtlinge Betreuung erhielten, aber endet die Verantwortung sofort wieder, wenn sie 18 Jahre alt geworden sind?"

Mehr Informationen dazu, inklusive O-Tönen von Propst Fürnsinn, finden Sie in der kathpress.

 

 [kathpress/ms]