Stift Klosterneuburg vergibt St. Leopold-Friedenspreis 2020

Den Hauptpreis des St. Leopold-Friedenspreis, der alle zwei Jahre vom Augustiner Chorherrenstift Klosterneuburg vergeben wird, geht heuer an die Künstlerin Petra Weifenbach aus Schleswig-Holstein. Die beiden Anerkennungspreise erhalten die Niederländerinnen Gea van Eck aus Utrecht und Jenny Ymker aus Tilburg.

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Der internationale St. Leopold-Friedenspreis ist ein Kunstpreis und wird vom Stift Klosterneuburg alle zwei Jahre vergeben. (c) Stift Klosterneuburg

Petra Weifenbach wurde für ihre Arbeit "Holland in Not" ausgezeichnet. Die Jury beeindruckte vor allem die Tatsache, "dass in dieser Arbeit in virtuoser Weise mit mehreren Ebenen der Verfremdung gearbeitet wird, ohne dass die Aussage dadurch verunklärt oder verwässert wird". Denn die Künstlerin spielt in ihrem Werk mit der heilen Welt der gewohnt idyllischen Landschaftsdarstellung; auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung, doch was sich als heimelig-dekoratives Accessoire für die Landhausküche tarnt, entpuppt sich als bitterer Kommentar auf den Klimawandel.

Tote Frau mit Baby

Das preisgekrönte Werk von Gea van Eck aus Utrecht ist vor allem von dem weltbekannten Pressefoto eines ertrunkenen syrischen Flüchtlingskinds inspiriert. Die Figur einer toten Frau mit ihrem Baby mit dem Titel "Angespült" hat bereits viele Besucher der aktuellen Ausstellung "was leid tut" im Stift berührt.

"Herr, komm mir zur Hilfe"

Das Werk "Meine Füße können nicht mehr" ist von der Arbeit Jenny Ymkers als Altenpflegerin inspiriert. Eine Frau bleibt beim Spazierengehen stehen, sie möchte weiter, doch sie kann es nicht mehr, ihre Füße verweigern den Dienst, Gehirn und Körper kommunizieren nicht mehr miteinander. "Ich wollte, dass meine Arbeit nicht nur die Trauer und Verzweiflung ausstrahlt, sondern sehr wohl auch die Kraft, dennoch, vielleicht mit Hilfe, weiterzugehen, auch wenn sich vor einem vielleicht ein hoher Berg auftut", so die Künstlerin Jenny Ymker.

St. Leopold-Friedenspreis

Der internationale St. Leopold-Friedenspreis wird alle zwei Jahre vom Stift Klosterneuburg vergeben und ist mit 12.000 EUR dotiert. Er zeichnet Kunstwerke aus, die sich kritisch mit humanen und gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen. Das Thema witrd aus der bibel entnommen; heuer war es: „Rette mich Gott, denn das Wasser geht mir bis zur Kehle! Ich bin versunken im Schlamm des Abgrunds und habe keinen Halt mehr (Psalm 69,2)“.
Die Preisverleihung konnte 2020 coronabedingt nur virtuell stattfinden.

Quelle: Stift Klosterneuburg, Kathpress.

Zur aktuellen Ausstellung "Was leid tut" hat das Stift Klosterneuburg sechs Kurzfilme produziert.

Leid quer durch die Kunstgeschichte mit Werken aus 7 Jahrhunderten.

 

 

Martyrium ist zeitloser Begriff und nicht beschränkt auf vergangene Tage. 

 

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit Menschen die einer aussichtslosen Situation gegenüber sehen.

 

Das vierte Kapitel handelt von Verlust eines geliebten Menschen.

 

 Leid: Das läßt zwei Deutungen zu.

 

Am Ende ist Hoffnung, die aus Vielerlei geschöpft werden kann.

[robert sonnleitner]