Kuppel von Stift Melk renoviert

Aufgrund der Pandemie erwartet das Benediktinerstift Melk große Einbußen und wirtschaftlichen Schaden. Da Gefahr im Verzug war, wurde das Kupferblech der barocken Kuppel in diesem Jahr dennoch ausgetauscht. In einem spannenden Videointerview erklärt P. Martin Rotheneder, OSB, warum es immer Sinn macht, ein Kloster zu erhalten.

 

P. Martin Rotheneder in einem spannenden Gespräch darüber, warum es sich lohnt, ein Kloster zu erhalten. (c) schauer-burkart

In einem Videointerview, das im Herbst 2019 von Magdalena Schauer-Burkart aufgenommen wurde, also noch vor den beginnenden Renovierungsarbeiten, macht P. Martin Rotheneder OSB, Kultur- und Tourismusverantwortlicher des Benediktinerstiftes Melk, auf den inhaltlichen Wert von Renovierungsarbeiten im und am Stift Melk aufmerksam.
„Kulturgüter heben den Blick nach oben,“ so der Benediktiner.

Corona: Stift so geschlossen wie seit Barockzeit nicht mehr

Ein Jahr später müssen anstehende Renovierungsarbeiten wegen fehlender Einnahmen verschoben werden. P. Martin Rotheneder erzählt: „Im Februar, dieses Jahres wurde die Kuppel der Stiftskirche eingerüstet, was an sich schon ein „Kunststück“ war. Im März sollten die Restaurierungsarbeiten beginnen.
Dann kam Corona. Ein Monat Stillstand. Das Stift Melk musste in einer Weise geschlossen werden, wie das seit der Barockzeit noch nie der Fall war. Die großen dicken Eingangstore waren plötzlich zu. Ca. 1000 Schüler waren ‚ausgesperrt‘. Die Anzahl der Touristen sank auf Null. Die Kosten liefen weiter.“

Melk Kuppel c schauer burkart

„Da der Tourismus die Haupteinnahmsquelle des Stiftes ist und in diesem Jahr mit einem Minus von 85% aussteigen wird kann man von einer wirtschaftlichen Katastrophe sprechen“, beteuert P. Martin Rotheneder gegenüber Martin Gsellmann (c) schauer-burkart

Renovierung dennoch fortgesetzt

Da Gefahr im Verzug war, wurden die Renovierungsarbeiten fortgesetzt. Die barocke Deckung mit Kupferblech war durch einen Brand im Jahre 1947 bei Ausbesserungsarbeiten von Kriegsschäden, schwerstens in Mitleidenschaft gezogen worden. Das alte Kupferblech war materialmüde und musste, wie auch die gesamte Kuppelkonstruktion aus Holz, erneuert werden. Die Arbeiten dauerten ein halbes Jahr und wurden vor kurzem abgeschlossen.

Kuppel neu erlebbar


Nun ist bereits ein Großteil abgerüstet worden und die prächtige, elegante Form der Kuppel ist wieder neu erlebbar. „Mit größtem Respekt haben wir die Arbeiter, die auf jeden Fall auch Künstler sind, in schwindelnder Höhe von früh bis spät hämmern gehört. Im Erscheinungsbild präsentiert sich die Kuppel nun so, als wäre alles beim Alten und doch ist es neu. Hoffentlich halten die Holzkonstruktion und das Kupferblech wieder mindestens zweihundert Jahre“, mein P. Martin. Die Kosten des Projektes belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro.

Minus 470.000 Personen in Stift Melk

„Da der Tourismus die Haupteinnahmsquelle des Stiftes ist und in diesem Jahr mit einem Minus von 85% aussteigen wird kann man von einer wirtschaftlichen Katastrophe sprechen“, beteuert P. Martin und weiter, „statt 560.000 Gäste im Jahre 2019, werden es heuer etwa 90.000 sein. Das also ist ein Minus von 470.000 Personen. Aus diesem Grund müssen die auf 10 Jahre hin geplanten Projekte z. B. die Bibliothekssanierung auf Jahre verschoben werden.“

 

[martin gsellmann]